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Europa im Herzen, Erwachsenenbildung im Kopf, EPALE im Bauch

Als im Frühjahr 2015 die Ankündigung die Runde machte, dass in Kürze EPALE gelauncht werden würde, war mein erster Gedanke: "Oh Gott, nicht schon wieder eine neue Projektdatenbank!" Mit der Zeit lernte ich EPALE als das zu sehen, was es tatsächlich ist: Eine Community, die ihresgleichen in der europäischen Bildungslandschaft sucht.

Als im Frühjahr 2015 die Ankündigung die Runde machte, dass in Kürze EPALE - die neue E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa - gelauncht werden würde, war mein erster Gedanke: "Oh Gott, nicht noch eine Projektdatenbank!" Tatsächlich gab es zu diesem Zeitpunkt bereits etliche Versuche der EU-Kommission über verschiedene Programmgenerationen, die von ihr finanziell geförderten transnationalen Projekte der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa über Datenbanken zu verbreiten und einen Austausch zwischen den Projektträgern zu ermöglichen. Viele langjährig Aktive in der europäischen Bildungslandschaft werden sich an ADAM, EVE oder EST erinnern.

EPALE: Kinderkrankheiten in den ersten Jahren

Nichtsdestotrotz hatte ich mich bereits nach wenigen Wochen bei EPALE registriert und den Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB), für den ich seit fast 20 Jahren als Projektentwickler und Koordinator für europäische Bildungsprojekte tätig bin, in die Datenbank für eine Projektpartnersuche eingetragen. Für mehrere Monate gehörte der VNB zu lediglich einer Handvoll deutscher Organisationen, die dort vertreten waren. Auch die Zahl potentieller Partner aus anderen europäischen Ländern war - gelinde gesagt - überschaubar. Meine Zweifel am Erfolg dieses Projektes wuchsen.

EPALE Botschafter Tino Boubaris Goldgräberstimmung in der Community

Mit der Zeit lernte ich jedoch EPALE als das zu sehen, was es tatsächlich ist: Eine Community, die ihresgleichen in der europäischen Bildungslandschaft sucht. Die Zahl der Mitglieder nahm über die Jahre stetig zu, und mit ihr die Zahl der Beiträge, die nutzbringend waren. Diese Goldgräberstimmung war in vielen Diskussionen und Kommentaren spürbar. Gleichzeitig gab es über viele Jahre technische Leistungsdefizite der Plattform, die zu Verärgerung und Frustration bei den Nutzer*innen führten. Wer sich davon nicht beirren ließ, konnte die Fortschritte bei der Weiterentwicklung der Plattform kennen- und schätzen lernen. Ich habe viele Ergebnisse unserer europäischen Bildungsprojekte auf EPALE verbreiten können und bin mit Kolleg*innen aus anderen Einrichtungen ins Gespräch gekommen. Diese Gespräche bereichern meine Arbeit auf europäischer Ebene ebenso wie vor Ort in Niedersachsen.

 

Das Video wurde im Dezember 2017 aufgenommen.

 

Als Botschafter für EPALE unterwegs

Als die deutsche Nationale Koordinierungsstelle EPALE bei der Nationalen Agentur Bildung für Europa (NA-BIBB) im Sommer 2017 nach geeigneten Multiplikator*innen für die Verbreitung und Unterstützung der Plattform suchte, stand es für mich außer Frage, dass ich bei diesem Projekt dabei sein will. Zu diesem Zeitpunkt waren gut 25.000 Nutzer*innen auf EPALE registriert, bis heute hat sich diese Zahl auf über 51.000 Community-Mitglieder mehr als verdoppelt. Als EPALE Botschafter zählt es nun zu meinen Aufgaben, insbesondere in die deutsche Erwachsenenbildungslandschaft hinein zu wirken und den Nutzen der EPALE Community deutlich zu machen. Das heißt manchmal dicke Bretter zu bohren: In vielen Einrichtungen der Erwachsenen- und Weiterbildung ist die Nutzung von sozialen Medien (noch) ebenso wenig verbreitet wie das digitale Lernen. Ein Anreiz für neue Nutzer*innen ist daher das Ressourcenzentrum von EPALE, wo offene Lehr-Lern-Materialien in vielen Sprachen kostenlos zur Verfügung stehen.

Herz, Kopf und Bauch

Europa ist für mich ein persönliches und berufliches Herzensprojekt. Den Nutzen des lebenslangen Lernens habe ich nicht zuletzt durch mein berufsbegleitendes Masterstudium in Nonprofit-Management & Governance, das ich im Alter von 50 Jahren absolviert habe, verinnerlicht. In EPALE kommt beides zusammen: meine Begeisterung für das Projekt Europa und die Überzeugung, dass der Stellenwert der Erwachsenen- und Weiterbildung in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Wenn mich mein Bauchgefühl nicht täuscht, kann EPALE dabei eine zentrale Rolle als Wissenszentrum und Community-Plattform der Erwachsenenbildung in Europa einnehmen.

Hashtags: #EUANDME, #EPALErocks


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