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Wie Erwachsenenpädagogen in wenigen Minuten täglich arbeitsweltbasiert lernen können

11/12/2019
di Carmen Biel
Lingua: DE

Lesedauer circa 3,5 Minuten - Lesen, liken und kommentieren!


Arbeitsweltbasiertes Lernen ist eine spannende Sache. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Erwachsenenpädagoginnen und -pädagogen kostenfrei und selbstgesteuert für ihren beruflichen Alltag lernen können, um Kurse didaktisch versiert zu gestalten und adäquat in verschiedensten Situationen auf Teilnehmende zu reagieren.

Ein arbeitsweltbasiertes Lernen zielt darauf ab, Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen im beruflichen Umfeld zu erwerben. Dies kann entweder durch Lernen am Arbeitsplatz (z.B. durch den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen), Lernen durch Arbeit (z.B. durch die spontane Reflexion der eigenen Handlung in der Arbeitssituation) oder Lernen für die Arbeit (z.B. durch die gezielte Suche nach Antworten auf aktuelle Fragen) erfolgen. Der Fokus liegt also stets auf der sinnvollen Verknüpfung von Lernen und Arbeit und kann über unterschiedliche Mittel und didaktische Wege erfolgen.

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Bild: Mann mit Laptop, Schreibblock und Stift (ccO-Lizenz)

Große Fortbildungsbereitschaft

In der Erwachsenenbildung Tätige zählen laut dem wb-personalmonitor (Martin et al., 2017) zu dem Personenkreis, der eine sehr große Bereitschaft zur eigenen Fort- und Weiterbildung hat. Eine Bedarfserhebung konnte aufzeigen, dass insbesondere theoretisches Wissen zu der didaktischen Gestaltung von Lehrveranstaltungen als auch zur methodisch-medialen Aufbereitung von Materialien nachgefragt sind (Schöb, Sahlender, Brandt, Fischer & Wintermann, 2015). Im Sinne eines arbeitsweltbasierten Lernens sollte die Aneignung dieser Wissensbestände idealerweise in Form von konkreten und pragmatischen Handlungsanleitungen sowie im Austausch mit anderen Lehrenden oder Experten erfolgen, um so den Transfer in die berufliche Praxis zu erleichtern.

Wenig Zeit für Fortbildung

Häufig ist es aufgrund von prekären Beschäftigungsstrukturen und -verhältnissen insbesondere für Erwachsenenpädagog*innen jedoch schwierig, einen längeren „Am Stück“-Zeitraum in eine organisierte Weiterbildung zu investieren. Ein arbeitsweltbasiertes Lernen erfolgt deswegen oftmals als vermeintlich „zeitgünstiges“ Lernen durch Arbeit, bei dem sowohl ad hoc als auch geplant über zurückliegende Arbeitssituationen und -ereignisse reflektiert wird. Selbstverständlich eignen sich Erwachsenenpädagoginnen und -pädagogen hierdurch Kenntnisse zur Gestaltung von Lehr-Lernsituationen an, da sie anhand der Reaktionen ihrer Lernenden sehen können, was ggf. nicht so gut ankommt oder nicht funktioniert, um dies in Zukunft zu vermeiden. Da aber etwa zwei Drittel der in der Erwachsenenbildung lehrend Tätigen über keinen formalen pädagogischen Berufsabschluss verfügen, geschieht dies in aller Regel ohne Rückgriff auf pädagogische Theorien oder aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Dadurch steigt einerseits die Gefahr, vermeidbare Fehler zu begehen. Andererseits kann dies zur Folge haben, dass es unnötig viele Versuche benötigt, bis es gelingt, Lehrveranstaltungen didaktisch und methodisch sinnvoll für die heterogene Zielgruppe der erwachsenen Lernenden zu gestalten. Im Extremfall wird das arbeitsweltbasierte Lernen mehr oder minder aufgegeben und an einem Unterrichtskonzept festgehalten, das an der Zielgruppe vorbeigeht und sowohl auf Seiten des Lehrenden als auch des Lernenden zu Frustration und mangelndem Lernerfolg führt.

Projekte zur Professionalisierung der Erwachsenenbildung

An den spezifischen arbeitsweltlichen Anforderungen und pädagogischen Herausforderungen von Erwachsenenpädagog*innen ansetzend, hat das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung vor wenigen Jahren eine Projektreihe initiiert. Das übergreifende Ziel ist die Unterstützung der pädagogischen Professionalisierung von Erwachsenenbildnerinnen und Erwachsenenbildnern durch niedrigschwellige arbeitsweltbasierte Angebote.

Aus dieser Projektreihe wurde inzwischen eine dauerhafte Dienstleistung, die nun unter anderem als Informations-, Vernetzungs- und (ab Januar 2020) Lernportal wb-web (https://www.wb-web.de) kostenfrei und zur Weiterverwendung unter einer creative-commons-Lizenz für die Erwachsenenpädagog*innen zur Verfügung steht.

Arbeitsweltbasiertes Lernen mit wb-web

Das Portal wb-web bietet unterschiedliche Möglichkeiten für ein arbeitsweltbasiertes Lernen an. So werden dort aktuelle Informationen zur Erwachsenen- und Weiterbildung sowie didaktisch-methodische Wissensbestände bereitgestellt, pädagogische Herausforderungen über kompetenzorientierte Lernangebote aufgelöst und die Möglichkeit zur Vernetzung von Trainerinnen, Dozenten, Kursleitenden und anderen Erwachsenenpädagoginnen über die Grenzen der eigenen Institution hinaus gegeben.

Alle auf wb-web verfügbaren Materialien sind praxisnah und handlungsorientiert aufbereitet, so dass eine Übertragung in den eigenen beruflichen Kontext leicht gelingt. Zusätzlich sind sie durch Schlagworte und Metadaten mehrdimensional durchsuchbar, um für möglichst viele Fragestellungen Antworten auffindbar zu machen.

Mithilfe von wb-web können Erwachsenenpädagoginnen und -pädagogen mit nur wenigen Minuten am Tag ihren beruflichen Alltag unterstützen.


Quellen

Martin, A., Lencer, S., Schrader, J., Koscheck, S., Ohly, H., Dobischat, R. et al. (2017). Das Personal in der Weiterbildung. Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen, Qualifikationen, Einstellungen zu Arbeit und Beruf (DIE Survey).

Schöb, S., Sahlender, M., Brandt, P., Fischer, M. & Wintermann, O. (2015). Information und Vernetzung – Bedarfe und Erwartungen von Lehrkräften an online-gestützte Fortbildungsangebote. Eine Umfrage der Universität Tübingen im Auftrag der Bertelsmann Stiftung und des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung.


Über die Autorin

Carmen Biel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. in Bonn.


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