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Storytelling zur Verbesserung der Erwachsenenbildung

Das StoryComp-Projekt und sein Ansatz, Storytelling als Methode in der Erwachsenenbildung zu etablieren basieren auf einer Zusammenführung von Bildungstheorien und Theorien zum Geschichtenerzählen. Der Grundgedanke hinter diesem Ansatz ist, dass es das Lernen von Erwachsenen bereichern und verbessern kann, wenn Geschichten und Geschichtenerzählen als Methode einbezogen werden.

Lernen von Erwachsenen

Um den methodischen Rahmen zu entwickeln, der das Rückgrat des StoryComp-Ansatzes bildet, untersuchten wir die Merkmale des Lernens Erwachsener und was Erwachsenenbildung effektiv macht. Aus unseren Studien ging hervor, dass die Erwachsenenbildung von einem kompetenzorientierten Ansatz profitiert, bei dem die Lernenden aktiv einbezogen werden. Erwachsene Lernende wollen ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen weiter ausbauen. Außerdem werden sie eher durch interaktive Lernprozesse motiviert, bei denen sie Informationen erhalten, aber auch die Möglichkeit haben, sich selbst einzubringen. Das Lernen ist effektiver, wenn die Lernaktivitäten als inspirierend empfunden werden und zum Nachdenken anregen. Erwachsene Lernende profitieren von personalisiertem Lernen, bei dem Wissen nicht als solches präsentiert wird, sondern als ein Prozess des Aufbaus und der Personalisierung von Wissen oder als Information darüber, wie andere ihr Fachwissen und ihre Erfahrung inspirierend aufgebaut haben. Es fällt ihnen nicht leicht, sich Wissen als solches anzueignen, sondern sie ziehen es vor, Dinge in einem Kontext zu verstehen, ihnen einen Sinn zu geben und sie in ihr eigenes Leben zu integrieren.

 Storytelling

Eine erzählte Geschichte bietet den Zuhörern vielfältige Ansatzpunkte und Erfahrungen, mit denen sie sich identifizieren können. Geschichten geben Ereignissen eine Bedeutung. Anstelle von Fakten und Zahlen geben Geschichten den Zuhörern Sinn und Inspiration. Geschichten zeigen eine Botschaft, eine Perspektive und Handlungsmöglichkeiten auf. Die Zuhörer werden aufgefordert, über Dilemmas und Hindernisse nachzudenken und zu überlegen, wie sie darauf reagieren können. Geschichten bieten ein breites Spektrum an Sichtweisen und Möglichkeiten zur Empathie und damit zur Entwicklung emphatischer Kompetenzen. Letztendlich können diejenigen, die Geschichten hören, die Kompetenz erwerben, selbst Geschichten zu erzählen. Lernende, die befähigt werden, ihre eigenen Geschichten zu entwickeln, werden in die Lage versetzt, zu Protagonisten ihrer eigenen Lebensgeschichten zu werden und somit ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Indem sie solche Geschichten und Erfahrungen mit anderen teilen, ist es ihnen möglich, ihre Bedürfnisse und Erfahrungen auf der Reise ihres Lebens, ihres lebenslangen Lernens und ihrer Entwicklung mitzuteilen.

Storytelling in der Erwachsenenbildung

Der StoryComp-Ansatz geht davon aus, dass das Erzählen von Geschichten in einer lebendigen und fesselnden Art und Weise viele Optionen bietet, von denen die Erwachsenenbildung profitiert.  Daher haben wir uns entschieden, die Verwendung von Geschichten und Geschichtenerzählen in der Erwachsenenbildung systematisch aufzuarbeiten. Ein Teil des methodischen Rahmens des StoryComp-Projekts befasst sich damit, wie das Geschichtenerzählen als solches angegangen werden kann. Hier liegen die Schwerpunkte u.a. darauf:

  • wie man Geschichten auswählt,
  • wie man sie präsentiert,
  • wie man eine geeignete Form des Rahmens wählt,
  • wie man die Zuhörer einbezieht,
  • wie man sie beim Lernen und Erinnern von Geschichten unterstützt
  • und schließlich, wie sie selbst Kompetenzen im Geschichtenerzählen erwerben können.

Möglichkeiten von Geschichten und Geschichtenerzählen

Storytelling kann in verschiedene Lehr- und Lernaktivitäten eingebunden werden. Es kann Teil eines Ice Breakers beim Kennenlernen zu Beginn eines Kurses sein. Es kann verwendet werden, um die tiefere Bedeutung von Elementen in einer Lernaktivität zu erklären, oder es kann als Mittel zum Austausch von Erfahrungen der Lernenden genutzt werden. Geschichten regen die Vorstellungskraft an, sie können inspirierend sein und tragen so zur Motivation und Konzentration der Lernenden bei. Geschichten lassen sich leichter einprägen als formales Wissen. Durch das Erzählen von Geschichten werden Kompetenzen in einem Kontext erworben und können leichter verinnerlicht und mit früheren Lernprozessen und Erfahrungen verknüpft werden. Geschichten und Geschichtenerzählen können in der Erwachsenenbildung für eine Vielzahl von Zwecken eingesetzt werden.  Im Rahmen von StoryComp haben wir diese Zwecke in den zehn unten zusammengefassten Kategorien zusammengefasst:

  1. Motivation und Bewusstheit
  2. Zugehörigkeit
  3. Kritisches Denken
  4. Wissensvermittlung
  5. Spracherwerb
  6. Kreativität & Ausdruck
  7. Identität und Anerkennung
  8. Perspektivvielfalt
  9. Kommunikative Fähigkeiten
  10.  Bestärkung / Empowerment

Die oben vorgestellten Ideen werden in einem detaillierteren Rahmenwerk zusammengeführt, in dem Lerntheorien und Theorien des Geschichtenerzählens mit lebenslangem Lernen und lebenslanger Entwicklung verknüpft werden und erläutert wird, wie verschiedene Kategorien von Geschichten für verschiedene Zwecke in verschiedenen Teilen von Bildungs- und Lernprozessen verwendet werden können. Der methodische Rahmen steht auf Englisch frei zur Verfügung.

https://storycomp.eu/wp-content/uploads/2022/08/STORYCOMP_Methodological-Framework.pdf

 

Resource Details
Premier Résultat de Projet.
Autor der Ressource
Jaap Van Lakerveld
Art der Ressource
Offene Bildungsressourcen
Land
Frankreich
Datum der Veröffentlichung
Sprache des Dokuments
Englisch
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