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MONETTO – spielend den täglichen Umgang mit Geld erlernen

Monika Tröster und Beate Bowien-Jansen stellen das Lernspiel "MONETTO" für die Finanzielle Grundbildung. vor.

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Finanzielle Praktiken gewinnen zunehmend an Bedeutung, um den Alltag erfolgreich zu bewältigen, und werden von der Bevölkerung als besonders wichtig angesehen (vgl. Institut für Demoskopie Allensbach 2021). Prekäre Beschäftigungsverhältnisse, eine hohe Verschuldung privater Haushalte, komplexe Finanzdienstleistungen, steigende Bedarfe an privater Altersvorsorge und ein durch Globalisierung und Digitalisierung immer breiter und vielfältiger werdender Markt erfordern ein stetiges Entwickeln und Erweitern von Kompetenzen und Wissen. Diese Thematik beschäftigt viele Lernende und Lehrende in der Erwachsenenbildung, aber auch Beratende und Ratsuchende im Feld der Sozialen Arbeit (vgl. auch Professionalisierung Finanzieller Grundbildung – Herausforderungen und Chancen eines Fortbildungskonzepts an der Schnittstelle von Erwachsenenbildung und Sozialer Arbeit | EPALE (europa.eu)).

Ergebnisse von Curve II

Mit dem Kompetenzmodell Finanzielle Grundbildung, dem Curriculum Finanzielle Grundbildung und einem Konzept zur Sensibilisierung hat das Projekt „Curriculum und Professionalisierung der Finanziellen Grundbildung – CurVe II“ des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) in Bonn, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), bereits geeignete und unterstützende Materialien zur Entwicklung, Gestaltung und Durchführung von Lehr-/Lernangeboten im Bereich der (Finanziellen) Grundbildung bereitgestellt.

Aktuell ist in dem Projekt anknüpfend an diese Materialien ein umfassendes Lernspiel entstanden: MONETTO – Das Spiel rund ums Geld. Die Spielmaterialien sind ein Spielbrett in Form des Stadtplans einer fiktiven mittelgroßen deutschen Stadt und insgesamt 999 Spielkarten. Sie wurden im kontinuierlichen Austausch mit der Praxis entwickelt und erprobt, evaluiert und verbessert. Das Spielmaterial ist flexibel kombinierbar und erlaubt einen vielseitigen Einsatz in der Erwachsenenbildung und der Sozialen Arbeit.

Monetto - Das Spiel rund ums Geld

Abbildung 1: Spielmaterial MONETTO - Das Spiel rund ums Geld

 

MONETTO – Das Spiel rund ums Geld

Die Spielenden begleiten Familie Müller durch ihren Alltag in Maisenbohn. Alle Familienmitglieder möchten ihre Finanzen im Griff behalten, stehen aber immer wieder vor neuen Herausforderungen, die der tägliche Umgang mit Geld mit sich bringt. Sie müssen auf dem Weg zum Ziel Informationen und Tipps sammeln, rechnen, sich austauschen und Münzen erwirtschaften. Dabei bleibt es spannend bis zum Schluss – wer gewinnt das Spiel?

Die Themen der Spielkarten stammen aus der realen Lebenswelt und strukturieren sich nach den Domänen/Bereichen des Kompetenzmodells Finanzielle Grundbildung: Einnahmen, Geld- und Zahlungsverkehr, Ausgaben und Kaufen, Haushalten, Geld leihen und Schulden sowie Vorsorge und Versicherungen. Spielerisch und mit Spannung nähert man sich dem Themenbereich der Finanziellen Grundbildung, Alltagskompetenzen sowie finanzielle Praktiken werden niedrigschwellig vermittelt. Mit diversen Aktionen, vielseitigen Tipps, informativen Quizfragen und kniffligen Rechenaufgaben lernen die Spielenden beispielsweise den Umgang mit Online-Banking und Online-Handel, bargeldlosem Zahlungsverkehr, nachhaltigem Konsum und wirtschaftlicher Haushaltsplanung. Sie erfahren aber auch, wie man Vorkehrungen zur Risikoabsicherung und Altersvorsorge treffen kann. Unterschiedliche, frei wählbare Schwierigkeitsstufen bieten allen Spielenden einen Zugang zum Spiel und damit zum Kompetenzerwerb.

Lernen mit MONETTO

Spielbasiertes Lernen in der Grundbildung kann den Lernraum erweitern. So können bereits begonnene Lernprozesse aufrechterhalten und intensiviert werden, indem das Lernen in den privaten und sozialen Raum übertragen wird. Im Umkehrschluss können diese Spielerfahrungen neue Lernprozesse initiieren. Das Lernspiel MONETTO bietet zudem ein geschütztes Spielsetting, in dem unterschiedliche Spielszenarien Lehr-Lernprozesse anhand von authentischen und lebensweltnahen Situationen und Problemen initiiert werden. Es wird ein Erfahrungs- bzw. Erprobungsraum geschaffen, der keine realweltlichen Konsequenzen bereithält, sondern ein direktes Feedback in der Spielsituation sowie eine Reflexion im Austausch mit Mitspielenden ermöglicht (vgl. Winther, Paeßens, Tröster & Bowien, 2021).

So kann das Lernspiel in diversen Lern- oder Präventionsangeboten eingesetzt oder in unterschiedlichen Beratungssituationen als Gesprächsanlass genutzt werden. Anwendungsmöglichkeiten finden sich in Alphabetisierungs- und Grundbildungskursen, Lerncafés, Mehrgenerationenhäusern, in der Sozial- und Schuldnerberatung, bei der Arbeit im Sozialraum, in Kursen für Geflüchtete, in Maßnahmen der Jobcenter und Arbeitsagenturen, in Kursen zum Nachholen von Schulabschlüssen, in Berufsschulen und Übergangsmaßnahmen von Schule und Beruf oder auch im Bereich der Familienbildung.

Weitere Informationen gibt es unter: https://www.die-bonn.de/curve/lernspiel_monetto und unter https://www.wbv.de/alphabetisierung-und-grundbildung/monetto.html

 


Literatur

Institut für Demoskopie Allensbach (2021). Die Bedeutung von Lesen und Schreiben für den Alltag in einer sich schnell verändernden Welt: Vorabergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage. Allensbach am Bodensee.

Winther, E., Paeßens, J., Tröster, M., & Bowien-Jansen, B. (2021 in Einreichung). Spielend lernen: Monetto – Das Lernspiel für die Finanzielle Grundbildung. Hessische Blätter Für Volksbildung. (4).

 


Über die Autorinnen

Monika Tröster ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) und Projektkoordinatorin im Projekt „Curriculum und Professionalisierung der Finanziellen Grundbildung“ (CurVe II), Abteilung „Organisation und Programmplanung“.

Beate Bowien-Jansen ist Wissenschaftliche Assistentin am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE), im Projekt „Curriculum und Professionalisierung der Finanziellen Grundbildung“ (CurVe II), Abteilung „Organisation und Programmplanung“.

 

 

Das dieser Veröffentlichung zugrunde liegende Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen W 141300 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen.

 

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