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EPALE Talk: Learning Communities und Selbstlernkompetenzen

Über die Potenziale des Gemeinsam-Lernens wird in diesen Tagen gerne und häufig diskutiert. Das Gemeinsam-Lernen in Lerngruppen oder Learning Communities kann den Einstieg in die Auseinandersetzung mit neuen Themen oder Aufgaben erleichtern. Man setzt sich zusammen mit Gleichgesinnten mit einer Sache auseinander, profitiert dabei von den Erfahrungen und dem Feedback anderer und motiviert sich gegenseitig, dranzubleiben. Gerade der letzte Punkt ist nicht zu unterschätzen, wo doch mehr und mehr Lernangebote und -ressourcen zum selbstorganisierten, informellen Lernen online zur Verfügung stehen.

Auf der anderen Seite entstehen Lerngruppen oder Learning Communities nicht zufällig. Wenn heute von Selbstlernkompetenzen gesprochen wird, dann meint es auch die Fähigkeit, sich mit anderen auszutauschen, ohne dass ein Lehrender diesen Austausch organisiert. Doch wie funktioniert dieser Austausch mit anderen außerhalb der traditionellen Bildungsinstitutionen? Wo gibt es funktionierende Learning Communities oder Konzepte des gemeinsamen Lernens, an denen wir uns orientieren können?

Um diese Fragen zu diskutieren, hatten Dörte Stahl und Jochen Robes, beide EPALE-BotschafterInnen, am 4. März 2022 zu einem Online-Gespräch und Austausch eingeladen. Im ersten Teil, der als Aufzeichnung zur Verfügung steht, haben sie aus den Perspektiven der Erwachsenenbildung und beruflichen Weiterbildung fünf Fragen diskutiert:

  • Warum sind uns Learning Communities wichtig? Wie sehen wir die Verbindung zu Selbstlernkompetenzen?
  • Welche Erfahrungen haben wir mit Learning Communities gesammelt?
  • Über welche Formen von Learning Communities reden wir?
  • Was zeichnet eine gute und erfolgreiche Learning Community aus?
  • Welche Rolle spielen „Präsenz“ und „Online“ für den Austausch in Learning Communities?   

Im Gespräch wurde ein weiter Bogen gespannt. Er reichte von einzelnen Learning Communities wie der Corporate Learning Community, über Angebote wie dem EBmooc, einem Massive Open Online-Kurs für die Erwachsenenbildung, bis zu einzelnen Formen des Peer-to-Peer-Lernens wie Communities of Practice, BarCamps, Working Out Loud und Learning Circles.

 

In der anschließenden Diskussion (die nicht mehr aufgezeichnet wurde) ging es unter anderem um folgende Fragen:

Wie kann man eine Learning Community organisieren oder initiieren?

Erfolgreiche Learning Communities entstehen häufig, weil sich einzelne Menschen besonders engagieren (ehrenamtlich, mit „Herzblut“). Die Teilnahme an einer Learning Community ist zudem in der Regel freiwillig. Ein erster Schritt könnte deshalb darin bestehen, verschiedene Angebote zum Austausch zu unterbreiten, um die Interessen und Erwartungen der Zielgruppe abzuklopfen.  

Wie hält man eine Learning Community aktiv?

Erfolgreiche Communities bieten ihren Mitgliedern viel Raum zum Experimentieren und Ausprobieren. Formate wie BarCamps oder Hackathons, aber auch Working Out Loud, können Anlässe bilden, um in der Community Gleichgesinnte für einzelne Themen und Aufgaben zu finden. Hier kann man Erfahrungen sammeln, um sie anschließend in der Praxis, im eigenen Unternehmen oder der eigenen Organisation, umzusetzen.  

Wir groß kann oder soll eine gute Learning Community sein?

Eine Community of Practice hat häufig eine definierte Zahl von Mitgliedern. An Massive Open Online-Kursen nehmen mehrere Dutzend, manchmal aber auch mehrere Tausend Lernende teil. Ein Working Out Loud-Circle umfasst vier bis fünf Mitglieder. Eine hilfreiche Unterscheidung bietet Harold Jarche an, der von Arbeit- und Projektteams, Communities of Practices und offenen sozialen Netzwerken spricht, in denen sich Wissensarbeitende heute bewegen. Je mehr Teilnehmende, um so offener werden die Strukturen. Für einen fruchtbaren Austausch und neue Anstöße und Ideen benötigen wir heute aber alle Formen des Gemeinsam-Lernens.


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