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Ein Anflug von Melancholie sei gestattet

Das Erasmus+-Projekt STELLA beendet in diesem Jahr seine erfolgreiche zweijährige Projektlaufzeit. In einem persönlichen Beitrag beschreibt Kerstin Klepsch aus dem Projektmanagement, ihre Perspektive auf das vergangene Projekt.

Lesedauer circa 4 Minuten – Lesen, liken und kommentieren!


Der Wert persönlicher Einblicke

STELLA Erasmus+-Projekt
Ich habe eine Schwäche für Blogs, ebenso für Kolumnen. Vielleicht ist das meiner beruflichen Vergangenheit als Journalistin geschuldet, aber die Kombination aus Information gepaart mit persönlichen Schilderungen und Kommentaren fand ich immer schon – sowohl als Schreibende als auch als Lesende – besonders attraktiv.

Mein Name ist Kerstin Klepsch und ich bin derzeit Teil des Projektmanagement-Teams des Erasmus+ Projekts STELLA. Zusammen mit meinen deutschen Kolleginnen bei der IB Südwest gGmbh für Bildung und soziale Dienste - Behindertenhilfe Südwest koordiniere und betreue ich das über zwei Jahre laufende Projekt, an dem zehn Partnerorganisationen aus ganz Europa beteiligt sind- Bei STELLA wird in inklusiven Teams gearbeitet und zu Projektende ein Handbuch vorgelegt: Dieses soll allen, die beruflich in einem inklusiven Umfeld tätig sind, Informationen und Methoden zur Verbesserung der grundlegenden Arbeitskompetenzen von Menschen mit Behinderungen an die Hand gibt.

Projektabschluss - Das strahlende Licht am Ende des Tunnels

Es ist ein zweifellos aufregender Moment, um den Interessierten aus der EPALE Community einen Einblick in den Projekt-Alltag zu gewähren. Derzeit überschlagen sich dieEreignisse ein wenig: Im September 2019 findet unser Projekt der Erwachsenenbildung für Menschen mit speziellen Bedürfnissen im Rahmen des finalen transnationalen Meetings sein Ende. Deswegen stellen diese sommerlich-heißen Wochen auch die heiße Phase des Projekts dar. Die letzten Multiplier-Veranstaltungen wurden toll über die Bühne gebracht und warten auf ihre Analysen, die Textpassagen des Buches erhalten ihren letzten Schliff, am (hoffentlich) ansprechenden Layout des Handbuches wird unter Hochdruck gebastelt, Übersetzungen in die Leichte Sprache der einzelnen Partnerländer werden organisiert, Checklisten nochmals akribisch durchforstet und Evaluierungsbögen ausgewertet – kurz: Als Projektkoordinatoren sieht man das strahlende Licht am Ende des (Projekt-) Tunnels.

Gemischte Gefühle

Und in die Vorfreude über das tolle Produkt, das man abliefern wird und das möglichst vielen Menschen mit Behinderungen ermöglichen soll, ihrer Selbständigkeit und ihren Chancen auf dem Arbeitsmarkt einen Schritt näher zu kommen, mischt sich auch ein bisschen Wehmut und (das mag dem Schlafmangel der letzten Wochen geschuldet sein) ein klein wenig Zweifel meinerseits.

Wundervolle persönliche Erinnerungen hat die Projektarbeit der vergangenen Monate für mich mit sich gebracht. Viel Hingabe, Herzblut und Einsatz hat STELLA uns abverlangt – Im Gegenzug konnten wir viel Freude, viele Erkenntnisse und tolle Ergebnisse gewinnen. Auch wenn vieles vom STELLA-Projekt sich in unserem Arbeitsalltag etabliert und verselbständigt hat, so heißt es trotzdem, bald zumindest systemisch Abschied zu nehmen. Ein Anflug von Melancholie sei daher gestattet.

STELLA - Projektteam beim internationalen Treffen
Was die angesprochenen Bedenken anbelangt, so sind diese auch ein wenig den Förder-Vorgaben geschuldet: Ergebnisverbreitung und Nachhaltigkeit der Projekte sind Schlüssel-Parameter in der Fördervergabe von Projekten – zurecht, behaupte ich! Dass dafür aber keine separaten Mittel mehr zur Verfügung gestellt werden, ist eine andere Geschichte, die man nochmal an entsprechender Stelle überdenken sollte. Allem voran steht der Gedanke: Wie soll ich möglichst viele Menschen wissen lassen, was ich Großartiges tue und erreicht habe, wenn mir womöglich nicht ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen

Gute Freunde, die man auf dem Weg gewonnen hat

Die EPALE Plattform ist eine essentielle Freundin, was das Bewerben des Projekts und seiner Inhalte betrifft. Beim STELLA Projekt haben wir das erste Mal in sehr hohem Ausmaß projektbegleitend mit Sozialen Medien gearbeitet, um möglichst frühzeitig eine möglichst große Zielgruppe zu erreichen und einzubeziehen. Das hat von Anbeginn des Projekts über weite Strecken toll funktioniert, manchmal sogar unsere Erwartungen übertreffend. Aber Hand aufs Herz: Ohne viele Stunden des ehrenamtlichen Einsatzes wäre dieser wichtige Teil der Projekt-Promotion und -Verbreitung nicht machbar gewesen.

Dass STELLA auch weiterhin existent sein wird und nach Projektende nicht im virtuellen Nirwana verschwindet, garantiert die Caravan 2000 Federation – ein internationaler Dachverband, bestehend aus Organisationen und unterstützenden Individualmitgliedern, die sich für Gleichberechtigung und soziale Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzen. 


STELLA Projektmanagement Kerstin Klepsch
Über die Autorin:

Kerstin Klepsch hat langjährige Erfahrung als Journalistin und PR-Managerin. SIe ist seit den Anfängen von STELLA im Projekt beteiligt und ist Mitglied des Projektmanagements mit besonderer Verantwortung für die Kommunikation und Social Media-Auftritte.


Neugierig geworden?

Erhalten Sie noch mehr spannende Einblicke in das Erasmus+-Projekt STELLA in der ersten Folge des #epalerocks Podcast!

Lesen Sie auch den weiteren EPALE-Blog zum Projekt oder finden Sie mehr Informationen auf der Vorstellung des Projekts als Good Practice auf der Seite der Nationalen Agentur Bildung für Europa.

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