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Gedanken sind frei, Bildung auch - Open Education als neuer Bildungstrend

29/11/2019
av Mona Schliebs
Språk: DE
Document available also in: ES

Lesedauer circa fünf Minuten - Lesen, liken und kommentieren!


E-Learning, Webinare, MOOCs und Co. – der Trend, der sich bereits seit mehreren Jahren im Bildungssektor abzeichnet, steht ganz im Zeichen der Flexibilität. Dabei wird das Potenzial digitaler Bildung voll ausgeschöpft und lässt neue, innovative und vor allem an den Lernenden anpassbare Lehr- und Lernumgebungen entstehen.

Open Education

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass diese neu gewonnene Flexibilität nun sogar noch einen Schritt weitergedacht wird. Lernbarrieren sollen so gut wie möglich abgebaut werden, bis sie bestenfalls gar nicht mehr existieren. Das Konzept Open Education setzt sich das Ziel, Bildung völlig frei und offen für jeden zugänglich zu machen und bietet damit Angebote an, die sich auf die individuellen Bedürfnisse der Lernenden zuschneiden lassen.[1]

Eine solche Herangehensweise bringt selbstverständlich auch strategische Entscheidungen mit sich, die auf vielen Ebenen mitgedacht werden müssen. Technische Innovationen bei der Bereitstellung von Lerninhalten, die Erschließung neuer Lehr- und Lernmethoden, die Inhaltserstellung selbst und ganz generell die Anerkennung nicht-formalen Lernens rücken in den Fokus.[2] Diese und weitere Herausforderungen müssen gemeinsam bestritten und ganz systematisch angegangen werden, wenn kritischen Stimmen, die im Kontext Open Education mit Begrifflichkeiten, wie „World Wide Wildwuchs“ jonglieren, der Wind aus den Segeln genommen werden soll. [3]

Mit Blick auf das Ziel, Bildung bedingungslos für jedermann zugänglich zu machen und Herkunft, Rasse oder Religion sowie wirtschaftlichen und finanziellen Aspekten keinerlei Entscheidungskraft zu gewähren, werden Anstrengungen wie diese sicher gerne in Kauf genommen.

Aktuelles aus dem Bereich Open Education an der Universität Erlangen-Nürnberg

Dass das Konzept Open Education Teile des Bildungssektors umzukrempeln vermag, sehen viele als Chance und die Vielzahl der bereits bestehenden offenen Bildungsangebote und Open Educational Resources zeigt doch recht deutlich, wie positiv Bildungsträger und Beteiligte gestimmt sind. Dazu gehört auch das Institut für Lern-Innovation (ILI), das sich als Kompetenzzentrum für digitale Bildung der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) auf technologische und didaktische Innovationen in der Hochschul-, Schul- und Erwachsenenbildung konzentriert. Das ILI arbeitet an einer Vielzahl von nationalen und europäischen Projekten im Rahmen lebenslangen Lernens und bietet Dienstleistungen, Beratung und Know-How-Transfer an.

Mit Erasmus+ Expertise aufbauen

Das ILI stellt das Konzept Open Education an verschiedenen Fronten in den Fokus. Bildungsangebote, die beispielsweise der Koordination verschiedener Erasmus+ Projekten entspringen, werden meist offen zur Verfügung gestellt. Das Institut verfolgt bei der Realisierung dieser Projekte stets das übergeordnete Ziel, neue Expertise zu entwickeln, die letztlich Rückschlüsse auf die Gestaltung und Konzeption digitaler Bildungsangebote für die unterschiedlichsten Zielgruppen erlaubt. Dabei werden neue didaktische und technische Konzepte entwickelt, getestet, pilotiert und evaluiert.

Das Projekt CaseWORK beispielsweise stellt ein flexibles und kostenfreies Online-Trainingsseminar für Ehrenamtliche im Bereich Migration zur Verfügung und versucht durch die lockere Vereinigung verschiedener Elemente ein optimales Unterstützungsangebot für die Zielgruppe zu schaffen. Lernende können in Ihrem eigenen Tempo, zu selbst gewählten Zeiten und selbstbestimmter Intensität an drei Modulen arbeiten, ihre Kompetenzen stärken und sich mit anderen Ehrenamtlichen vernetzen. Das Trainingsseminar ist mehrsprachig verfügbar und die deutsche Version ist bereits für Interessenten aus allen Bereichen geöffnet. Teilnahmebedingung gibt es selbstverständlich keine.

Sind Sie neugierig geworden? Dann registrieren Sie sich hier und schnuppern Sie rein!

Konferenzen im Zeichen von Open Education

Das ILI sucht auch im Kontext von Konferenzen gezielt den Austausch über verschiedene Konzepte von Open Education. Im ersten Quartal von 2020 veranstaltet das Institut gleich zwei Konferenzen zum Thema: 

#OpenEducation for #Integration

Die internationale Konferenz #OpenEducation for #Integration findet am 18. Februar am ILI statt und konzentriert sich auf verschiedene Modelle offener, digitaler Bildung. Dabei werden folgende Themen in den Fokus gerückt:

  • Ehrenamt,
  • Migration,
  • Integration,
  • schwer erreichbare Zielgruppen,
  • Berufsbildung.

Die Registrierung, sowie der Aufruf zur Einreichung von Beiträgen sind bereits gestartet. Mehr Informationen finden Sie hier.

Digital und teilbar: „Mit OER Bildung kreativ und sicher gestalten“

Das Barcamp zum Thema Open Educational Resources findet am 4. und 5. März 2020 als Teil der Veranstaltungsreihe „Digital und teilbar“ in Kooperation mit EPALE am ILI statt. Sie haben Interesse am Thema? Notieren Sie sich den Termin im Kalender – mehr Informationen folgen in Kürze!

Innovative Konzepte - MOOCs neu gedacht

Darüber hinaus beschäftigt sich Sonia Hetzner, Interim Geschäftsführung des ILI, zusammen mit Markus Tischner mit der Umsetzung eines eigens entwickelten, innovativen Ansatzes zur Produktion von Massive Open Online Courses (MOOCs) – videobasierten Online-Kursen für die Hochschullehre. Das Konzept „Talking Head PRO“ definiert standardisierte Medien- und Workflow-Elemente für Konzeption, Aufnahme und Schnitt und ermöglicht einen sehr effektiven Produktionsprozess zur Erstellung qualitativ hochwertiger interaktiver Filme. Damit können auch mit geringen Budgets hochwertige Videokurse produziert werden. Für die Hochschullehre ein notwendiges aber bisher oft nicht erreichtes Ziel.

Mit Open Education zu neuen Ufern

Das Konzept Open Education ist auf dem Vormarsch und an vielen Fronten kann man schon deutliche Entwicklungen in Richtung offener Bildung sehen, die Lernbarrieren aus dem Weg räumen und neue Zugänge schaffen. Das Konzept vermag den Bildungssektor an vielen Stellen umzukrempeln, neu zusammenzuwürfeln und vielleicht auch gehörig durchzurütteln. Aber wie heißt es so schön: wer nicht wagt, der nicht gewinnt und in diesem Fall gibt es eine tolle Aussicht auf neue, innovative Bildungskonzepte – und zwar für jeden!


[1] What is open education? - EU Science Hub - European Commission. (2019, Januar 25). Abgerufen 27. November 2019, von https://ec.europa.eu/jrc/en/open-education.

[2] Nürnberger, D. (2019, Juni 27). Forum Open Education - Bildung mit neuen Lernformen. Abgerufen 27. November 2019, von https://www.deutschlandfunk.de/forum-open-education-bildung-mit-neuen-le....

[3] Vgl. ebd.

Bildrechte: Institut für Lern-Innovation


Über die Autorin: 

Mona Schliebs ist seit 2017 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Lern-Innovation(link is external) tätig und arbeitet dort im Kontext Digitalisierung in der Erwachsenenbildung.

Im Rahmen ihrer Tätigkeiten ist sie unter anderem für die Koordination des Projekts CaseWORK zuständig. Frau Schliebs ist zudem seit 2019 als Botschafterin für EPALE Deutschland tätig.


Lesen Sie hierzu auch:

Open Book: Doing Dialog — das OERLabs-Projekt stellt Ergebnisse vor (Blog)

OERworkflow (Ressource)

Save the date: Barcamp Digital und Teilbar (Ankündigung)

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  • Bild för Tino BOUBARIS
    Eine große Herausforderung für die Bildung der Zukunft wird darin liegen, für sich festzumachen, welche Bildungsmaterialien frei verfügbar sein sollen, und welche Inhalte exklusiv bleiben sollen (und wie lange). Danke für den guten Beitrag!
  • Bild för Mona Schliebs
    Einfach mal ins kalte Wasser springen und kucken was passiert - das sollte man hier nur bedingt - denn genau das, was du ansprichst muss vorab gut durchdacht werden, wenn Bildung nicht nur offen sondern auch nützlich, lehrreich und sinnvoll sein soll.
  • Bild för Heike Kölln-Prisner
    Super Infos für diesen Bereich mit neuen Quellen. Besonders interessant ist der Hinweis auf den Workflow, denn Institutionen, die sich für OE entscheiden wollen (oder auch nur z.T.), müssen das in ihr Orgagefüge einbauen. Und das krempelt dann auch mal schnell die Organisation um, die Führung muss sich dem stellen. So wichtig ich das finde, so klar ist mir auch, dass damit einiges durchgerüttelt wird. Z.B. die Abgrenzung von nicht-bezahlter Bildung und der Bildung, die weiterhin Geld kosten wird (und damit von den Institutionen, die sich in diesem Feld tummeln). 
  • Bild för Mona Schliebs
    Ich denke auch, dass Open Education eine sinnvolle und an mancher Stelle auch längst überfällige Sache ist. Damit OE am Ende Erfolg hat und wir uns eben nicht durch den "World Wide Wildwuchs" kämpfen müssen, müssen gewisse Strukturen neu gedacht werden und das macht erstmal Arbeit. Letztlich lohnt es aber fast immer über eingefahrene und altbekannte Muster nochmal neu nachzudenken - und das ist ein toller Anlass dazu!