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Blog

NetWBL - Thematisches Netzwerk Work-based Learning and Apprenticeships (NetWBL)

24/08/2017
de Ulrike ENGELS
Limba: DE
Document available also in: EN FR

von Ulrike Engels, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Nationalen Agentur "Bildung für Europa" beim BIBB und aktuelle Koordinatorin des Netwerks NetWBL

Das deutsche Ausbildungssystem hat ein weltweites Spezifikum: Während die meisten Auszubildenden weltweit ihre berufliche Erstausbildung weitgehend in Berufsschulen absolvieren, sind in Deutschland Lernphasen im Betrieb unter Anleitung und in fester curricularer Verzahnung mit der schulischen Ausbildung vorgesehen. Bildungsökonomen attestieren, dass dieses Modell der dualen Ausbildung wesentlich zu einer im EU-Vergleich geringen Jugendarbeitslosigkeit beiträgt. Angesichts dieses Befunds und einer relativ hohen Jugendarbeitslosigkeit interessieren sich eine Reihe von EU-Mitgliedstaaten für die duale Ausbildung und starten Pilotprojekte zu Einführung arbeitsplatzbezogenen Lernens. Ebenso bildete sich mit NetWBL – gefördert über das Programm für Lebenslanges Lernen – eine Unterstützungsstruktur zum Erfahrungsaustausch und zur Implementierung.

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Logo von NetWBL

Am 31. August 2016 endete offiziell das Projekt “Thematisches Netzwerk Work-based Learning and Apprenticeships”, kurz NetWBL. Während der vergangenen drei Jahre arbeiteten 29 Nationale Agenturen in Europa gemeinsam intensiv daran, Projektergebnisse zum Thema Work-based Learning (WBL) sichtbar und vor allem nutzbar zu machen. NetWBL identifizierte, klassifizierte und verbreitete Projektergebnisse zu WBL aus dem Programm für lebenslanges Lernen sowie in Anfängen aus Erasmus+. Es ist dem Projekt gelungen, arbeitsweltbasiertes Lernen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie in der Hochschulbildung in Europa deutlich zu stärken.

NetWBL war und ist auch weiterhin aktiv beteiligt in der Europäischen Ausbildungsallianz, um dazu beizutragen, dass Politik und Programme sich gegenseitig stärken und die Projektergebnisse bildungspolitische Prozesse unterstützen.​ Zur Projektwebsite

Slideshow zu NetWBL ©NA beim BIBB

Work-based Learning TOOLKIT

Kernprodukt des Netzwerks ist das WBL TOOLKIT, die erste europäische Web-Plattform, die umfangreiche Materialien und transferfähig aufbereitete Instrumente zu Work-based Learning bereitstellt. Politikerinnen und Politiker, Sozialpartner, Hochschulen sowie Akteurinnen und Akteure der relevanten Bildungsbereiche können die Plattform nutzen, um sich zu informieren und WBL in ihrem Unternehmen, ihrer Bildungseinrichtung und ihrem Land umzusetzen.

Das WBL TOOLKIT besteht aus drei Kernelementen: der Einführung in WBL, den Tools und den Ressourcen. Im einführenden Kapitel zu WBL werden die Ziele und Prinzipien arbeitsweltbasierten Lernens erläutert: Es enthält Definitionen, die Vorteile, die Hindernisse, und den Umsetzungsstand von WBL in Europa. Das Kernstück, die Datenbank der insgesamt 70 Tools, bietet Werkzeuge, Modelle, Methoden und Beispiele für WBL und adressiert acht Kernthemen: Regierungs- und Verwaltungssysteme, Partnerschaft, Durchführung von WBL, Information und Beratung, Entwicklung von WBL, Aufbau von Kapazitäten bei Lehrenden und Ausbildenden, Evaluation und Qualitätssicherung sowie Bewertung und Anerkennung.

Eine Sammlung zusätzlicher Ressourcen rundet das Angebot ab: eine Bibliografie mit aktuell 300 elektronisch verfügbaren Publikationen in mehreren Sprachen, eine Sammlung von Fallbeispielen zur Implementierung von WBL, ein Glossar relevanter Fachbegriffe sowie die Liste der Projekte, welche die Tools und Produkte lieferten.

Das WBL TOOLKIT ergänzt somit die europäischen bildungspolitischen Initiativen und schafft eine effektive Verbindung zwischen Praxis und Politik.

Studie: Report on work-based learning needs and gaps

Ein Ergebnis des Netzwerks ist die Studie „Report on work-based learning needs and gaps“ zu zukünftigen Bedarfen. Die im Rahmen der Netzwerkkonferenzen valorisierten Projekte wurden im Hinblick auf die Bedarfe und Lücken, die bis jetzt noch nicht ausreichend durch die Projekte adressiert worden sind, diskutiert und analysiert. Mögliche Zukunftsfelder und offene Herausforderungen im Hinblick auf WBL wurden identifiziert, so dass sie im noch bis 2020 laufenden Programm Erasmus+ aufgegriffen werden können. Basierend auf dieser Studie wurden Empfehlungen an die Europäische Kommission und potenzielle Antragsteller/-innen für die zukünftigen Ausschreibungen in Erasmus+ formuliert.

Die Arbeit des Netzwerks ist noch nicht beendet. Weiterhin ist gemeinsames Engagement notwendig, um den Impuls und den Fortschritt zur Reformierung der Systeme der beruflichen Bildung in Europa beizubehalten. So wird als nächster Schritt NetWBL Teil der neuen Online-Support-Plattform der europäischen Ausbildungsallianz und das TOOLKIT bleibt offen für Ergänzungen, damit neue Tools aus laufenden Erasmus+-Projekten eingepflegt werden können.

Über die Erstausbildung hinaus

Workbased Learning spielt nicht nur in der Erstausbildung eine Rolle. Unternehmen und Politk haben den Lernort Arbeitsplatz auch für die Weiterbildung und die Grundbildung entdeckt und in zahlreichen Modellprojekten und Studien zur Geltung gebracht. Die Tools lassen sich auf diesem Kontext kreativ übertragen.

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