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Blog

Sieben Tipps, wie man eine einfache Lehrstunde mit einem Handy aufnimmt, damit sie professionell aussieht

07/08/2019
de Piotr Maczuga
Limba: DE
Document available also in: PL FR IT

Diejenigen, die ihr Debüt vor der Kamera bereits hinter sich haben, erinnern sich daran, dass dieses eine stressige Erfahrung gewesen ist. Es hat sich für sie seltsam und unnatürlich angefühlt. Kein Wunder – wenn man vor die Linse gestellt wird und man noch dazu aufgefordert wird, etwas Kluges, möglichst „aus dem Kopf“, zu erzählen, ist das nicht das Angenehmste. Und wenn man dann nicht zu den wenigen Prozent natürlich begabter und nicht kamerascheuer Menschen gehört, die man als „Medientiere“ bezeichnet, dann braucht man eine entsprechende Vorbereitung und einen Plan.

  

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Es ist schwer, der Herausforderung zu entkommen, da Kameras heutzutage fast überall zu finden sind und Videos zu einem Ausdrucksmittel geworden ist, das genauso offensichtlich wie das geschriebene Wort ist. Wenn wir an auf gängigen Bildungsplattformen angebotene Online-Schulungen oder an MOOC-Kurse denken, dann haben wir das Bild eines sprechenden Menschen vor unseren Augen.
Konzentrieren wir uns jedoch heute auf etwas, das weniger einfach als technisch für alle zugänglich ist. Nachdem Sie diese Anleitung gelesen haben, können Sie einfach von Ihrem Schreibtisch aufstehen und loslegen.

Jemand, der hilft
Es mag banal klingen, aber der Versuch, sich selbst zu filmen, ist normalerweise ziemlich halsbrecherisch. Zumindest solange bis man an Routine gewinnt. Erstens kann man nicht sehen, was aufgenommen wird, da die Hauptkamera im Telefon so positioniert ist, damit man für die Selbstaufnahme den Bildschirm umdrehen muss. Damit ist es nicht möglich, den Bildausschnitt und die Parameter einzustellen. In der Praxis bedeutet das, dass man experimentieren muss. Nach ein paar erfolglosen Versuchen, sich und das Telefon einzustellen, kann man jede Begeisterung verlieren.
Eine vertrauenswürdige Person ist nicht nur unser Auge, sondern auch unser zweiter Regisseur. Zwei Köpfe sind besser als einer. Ich habe mich mehrmals davon überzeugt, dass es besser ist, denen zuzuhören, die ich gebeten habe, nur die Kamera zu halten.
Und schließlich kann eine solche Person als unser Stativ fungieren. Es mag nicht das Beste sein, dafür ist es aber ferngesteuert. Am Anfang unserer Reise mit dem Filmen fehlt uns vielleicht einfach das Zubehör, denn wir wissen noch nicht, was wir brauchen und wie viel es kosten wird. Daher ist ein Assistent bzw. eine Assistentin unerlässlich.

  

Ruhe am Set!
Kommen wir nun zur Wahl des Drehortes. Und hier gibt es eine Überraschung. Wir sollten den Ort vor allem unter dem Gesichtspunkt der akustischen Vorzüge auswählen. Wir müssen einen Ort wählen, der ruhig genug ist, um unsere Stimme auf einem zufriedenstellenden Niveau aufzunehmen. Ich gehe davon aus, dass wir zu diesem Zeitpunkt über kein entwickeltes akustisches Zubehör, wie Mikrofone oder Aufnahmegeräte, verfügen.
Der Ort sollte ruhig sein, aber es darf sich auch um keine Besenkammer handeln. Kleine und klaustrophobe Räume erschweren nämlich nicht nur die Logistik, sondern neigen auch dazu, Schall zu reflektieren. Am besten klatscht man in die Hände und versucht die Reflexion des Klangs von den Wänden wahrzunehmen. Ist diese hörbar, handelt es sich um keinen guten Ort. Trotz der scheinbaren Ruhe werden wir uns beim Sprechen unnatürlich anstrengen müssen, und der Effekt wird immer noch unbefriedigend sein. Wir müssen also zuerst unseren Drehort hören.

  

Filme hängen vom Licht ab
In Zeiten der digitalen Datenträger hat das Licht-Film-Verhältnis etwas an Bedeutung verloren. In der Praxis spielt es jedoch immer noch eine große Rolle. Eine Aufnahme ist nichts anderes als das Malen mit Licht. In diesem Fall stellt die elektronische Matrix hinter der Linse die Leinwand dar. Wir müssen also den Raum so wählen, um das Potenzial des Lichts zu unserem Vorteil nutzen können.
Vor allem müssen wir uns selbst, oder besser, gesagt unser Gesicht erhellen, um sich vom Hintergrund abzuheben. Deshalb suchen wir nach einem Ort, an dem das Licht auf unsere Person fällt. Am wichtigsten ist jedoch, dass das gleichmäßig geschieht. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf alle Arten von Schatten, die sich komisch oder unnatürlich im Gesicht anordnen – hier ist die Hilfe von jemandem, der den Bildausschnitt von außen betrachtet, unvermeidlich.
Es kommt vor, dass einige Ideen einmal gut funktionieren, jedoch nach bestimmten Modifikationen den Grund für ein Scheitern darstellen. Beispiel: Normalerweise ist es gut vor einem Fenster zu stehen. In einer solchen Situation fällt das Naturlicht direkt auf den Sprecher und das Problem der Beleuchtung ist gelöst. Wir achten nur darauf, dass es sich dabei nicht um Sonnenstrahlen handelt, die direkt auf das Gesicht fallen und dass das Licht zu intensiv ist, denn das bringt unseren Darsteller zum Blinzeln. Was kann schief gehen? Früher oder später kommt jemand auf die Idee, sich seitlich zum Fenster zu positionieren und so einen interessanten Bildausschnitt zu nutzen. Das Problem dabei ist, dass das beleuchtete Gesicht einerseits überbelichtet und andererseits unterbelichtet wird. Ein so aufgenommenes Material eignet sich zum Wegwerfen.

  

Raum beziehungsweise Hintergrund
Fast sofort, bei der Wahl des Drehorts, kommt die Frage auf, was sich hinter der aufgenommenen Person befinden soll. Wir sollten gleichmäßige Wände vermeiden und keinesfalls mit den Schulterblättern die Wand berühren. Man kennt die Redensart „jemanden an die Wand stellen“, die eine Situation meint, die für jemanden ungünstig ist. Wenn wir uns selbst so hinstellen, sieht es aus, als stünden wir vor einem Erschießungskommando – Angst und mangelndes Selbstvertrauen wird bei jeden Gesichtszug oder Geste erkennbar, auch wenn wir uns sehr bemühen.
Den Hintergrund für unsere Aufnahme kann ein Raum bilden und das ist die günstigste Situation. Manchmal ist es schwierig, sich mit den vorherigen Punkten abzufinden, jedoch sucht ein guter Kameramann nach Tiefe im Hintergrund, je mehr davon desto elastischer wird das Bild. Wenn sich hinter uns ein freier Raum, ein Korridor oder eine Vorhalle befindet, dann ist es sehr gut. Dieses Element der Vorbereitung sollte man sehr ernst nehmen, da man normalerweise daran erkennen kann, ob es sich um einen zufällig gedrehten oder einem geplanten Film handelt.

  

Korrekte Einstellungen
Wir haben bereits einen Assistenten bzw. eine Assistentin. Wir haben uns gemeinsam einen Ort ausgesucht. Nun ist es Zeit, einen Blick auf unsere Kamera zu werfen. Wir gehen in die Einstellungen und vergewissern uns vor allem, dass die maximalen Bild- und Tonaufnahmeparameter ausgewählt worden sind. In den Telefonen werden oft die Standardlimits eingeschaltet, um einer übermäßigen Entladung der Batterie während der Aufnahme vorzubeugen und Platz auf dem internen Speicher bzw. auf der Speicherkarte zu sparen. Im Endeffekt sehen die Aufnahmen sehr durchschnittlich aus, obwohl unser Smartphone „auf dem Papier“ hervorragend aussieht.
Wenn das Telefon die Möglichkeit hat, in 4K-Auflösung aufzunehmen, dann kann man diese Möglichkeit in Anspruch nehmen. Ich schlage jedoch vor, einen Versuch zu machen. Nehmen Sie dasselbe Bild in 4K- und 1080p (FHD)-Auflösung auf. Es kann sich nämlich herausstellen, dass die Full HD-Aufnahme, die viermal kleiner ist, besser ist. Das Ergebnis wird erst im Bearbeitungsprogramm sichtbar. Dies ist deshalb der Fall, weil viele Geräte die 4K-Aufnahme auf Kosten der Qualität ermöglichen. Die Optik hat nämlich ihre Grenzen. Der winzige Bildwandler im Telefon ist möglicherweise nicht gut genug, um bei solch hoher Bildauflösung mit dem Licht zu malen.
Bei der Planung der Bearbeitung sollten wir bedenken, dass die Montage ohnehin in 1080p (FHD)-Auflösung erfolgen wird. Warum sollte man also überhaupt 4K-Aufnahmen riskieren? Wenn man eine viermal größere Datei hat, dann kann man sich das digitale Heranzoomen bei der Bearbeitung leisten, weil das für das Bild verlustfrei ist, d. h. der „digitale Zoom“ ist nicht erkennbar. Damit ist es möglich, mit nur einem Telefon Nah- und Fernaufnahmen zu machen. Dies gestaltet nicht nur den Film abwechslungsreicher, sondern ermöglicht es auch, Fehler des Darstellers mit einem cleveren Schnitt zu maskieren.
Die Kameraeinstellungen im Telefon sollten den Ton betreffen, da dieser oft vergessen wird. Nicht immer erlaubt das Telefon die Einstellung der Mikrofonempfindlichkeit. Ist diese Funktion jedoch vorhanden, dann sollte sie unbedingt in der Praxis getestet werden.  

  

Unterstützung für den Sprecher
Sobald wir vor der Kamera stehen, gibt es ein letztes Dilemma - frei sprechen oder vorlesen? Normalerweise treten solche Zweifel früher, während der Vorbereitungen, zutage, aber zu diesem Augenblick ist es unmöglich, die Antwort auf später zu verschieben.
Das freie Sprechen ist die beste und natürlichste Art und Weise der Kommunikation mit dem Empfänger. Sie bedarf jedoch einer entsprechenden Vorbereitung. Bei Aufnehmen größerer Materialteile, insbesondere sachlicher Art, versuchen die Autoren, sich verschiedener technischer Hilfsmittel zu bedienen. Und so versucht man Blätter mit dem Text oben, unten oder seitlich zu platzieren. Die Idee an sich ist nicht schlecht, da es definitiv besser ist einen vorbereiteten Spickzettel irgendwo in der Nähe zu haben, um darauf einen diskreten Blick während der Aufnahme werfen zu können. Die Probleme beginnen, wenn wir versuchen, diese Materialien vorzulesen. Die Idee, den ganzen Text zu schreiben, ist aus vielen Gründen halsbrecherisch. Das Schreiben eines gut klingenden Textes, der sich gut vortragen lässt, ist sehr schwierig und erfordert Erfahrung. Normalerweise verwenden wir weniger Zeit für eine solide Vorbereitung und gerade darauf sollten wir uns konzentrieren. Lernhilfen sind insofern gut, als sie es uns ermöglichen, Fehler zu vermeiden (aufgrund von Stress neigt man dazu, sich zu versprechen, Fakten oder Daten zu verwechseln und solche Fehler können den ganzen Film diskreditieren).
Die Vorbereitung hat noch einen weiteren großen Vorteil: Sie ermöglicht es Ihnen, die Aufnahme sorgfältig zu planen. Wenn wir davon ausgehen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt viele Inhalte für den Betrachter zu merken sind, können wir entsprechende Untertitel oder Tafeln verwenden (natürlich während der Bearbeitung). Dies erfordert jedoch auch eine angemessene Planung des Bildausschnitts während der Aufnahme. Einer meiner engen Mitarbeiter, ein großartiger Kameramann und Cutter, pflegt zu sagen, dass die Bearbeitung bereits beim Schreiben des Drehbuchs beginnt. Und darin steckt viel Wahrheit.
Zum Schluss noch ein Hinweis, der manche überraschen kann:

  

Gehen Sie… in die Toilette
Klingt banal? Nun, ich habe dem einen separaten Punkt gewidmet, weil es einen großen Einfluss auf das Endergebnis hat. Es lohnt sich, einen letzten Blick auf die Frisur und die Kleidung zu werfen und, im Falle von Männern, sein Gesicht mit Wasser zu waschen. Bei solchen Aufnahmen sind wir in der Regel weit entfernt von professionellem Make-up, was uns nicht von der Verpflichtung befreit, uns vor der Kamera angemessen zu präsentieren. Ein wenig kaltes Wasser erfrischt nicht nur unser Aussehen. Es hilft uns dabei, uns vor der Aufnahme neu zu fokussieren. Außerdem ist der Gang zur Toilette die letzte Gelegenheit, um über die Herausforderung nachzudenken, der wir uns stellen.
Nichts verdirbt die Aufnahme so sehr wie eine leuchtende Stirn und zerzaustes Haar in einem perfekt eingestellten und Bildausschnitt. Auch wenn wir mit dem Handy aufnehmen und wissen, dass unser Film kein Oscar-Anwärter in der Kategorie „Beste Kamera“ sein wird, so dürfen wir nicht alles auf der letzten Graden zunichtemachen.
Ich hoffe, dass diese 7 Tipps die ersten Aufnahmen etwas erleichtern werden. Ich selbst, in meiner Eigenschaft als EPALE-Botschafter helfe gerne jedem direkt und persönlich weiter. Treffen wir uns in der Plattform der Praktikergemeinschaft – dort freue ich mich auf den direkten Kontakt mit Ihnen und helfe Ihnen gerne.
   

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Piotr Maczuga – Seit über einem Jahrzehnt beschäftigt er sich mit dem Einsatz neuer Technologien in der Erwachsenenbildung. Er entwickelt und führt in Organisationen Lösungen ein, die auf Technologien basieren, welche modernes Marketing und Bildung in sich verbinden. Er ist Co-Autor von Lehrbüchern über Webinare, Webcasts, Knowledge Pills u. a. Außerdem ist er Methodiker, Autor von Schulungen zum Einsatz von Multimedien in der Bildung und im Business und von Veröffentlichungen zu diesem Thema. Er leitet das Digital Knowledge Lab, ein Multimedia-Studio für die Produktion von Bildungsinhalten in Polen, das innerhalb des Ökosystems des Digital Knowledge Village arbeitet. Seine berufliche Mission ist es, technologische Barrieren für all diejenigen zu beseitigen, die Ambitionen haben, andere zu unterrichten, um eine Gesellschaft zu schaffen, welche die uns umgebenden Werkzeuge einzusetzen weiß.

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  • imaginea utilizatorului Monika Gromadzka
    dzięki za tę krótką, ale bardzo przydatną instrukcję. Jestem właśnie na etapie nagrywania pierwszych, krótkich filmików dla moich studentów. Dlatego mam wrażenie, że twój tekst padł na bardzo podatny grunt. Szczególnie kwestia tła i punkt Wizyta w... toalecie :) Moje dwa pierwsze filmiki były do skasowania, bo w pierwszym nie zobaczyłam, że ponad moją głową, na półce stała oparta o książki koperta, z dokładnym adresem (jakoś nie chcę, żeby osoby oglądające  filmiki znały mój adres). Po nagraniu drugiego filmiku zauważyłam, że mam tylko jeden kolczyk. Jeden zdjęłam wcześniej i zapomniałam o drugim, który radośnie dyndał przez 14 minut nagrania :) Przejrzenie sie w lustrze pewnie załatwiłoby sprawę i nie byłoby problemu. No cóż, uczę się. Mam nadzieję, że dzięki twoim instrukcjom kilku błędów nie popełnię!