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Die Ausbildungsreform in Frankreich: Schaffung einer mobilen CPF-App

20/04/2018
por Frank SAVANN
Idioma: DE
Document available also in: FR EN

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Übersetzung (Französisch - Deutsch) : EPALE France

Entschlüsselung

Der Zugang zu den im Rahmen des persönlichen Ausbildungskontos (CPF) auf der öffentlichen Website moncompteformation.gouv.fr verfügbaren Ausbildungen war für all jene, die ihre Weiterbildungsansprüche wahrnehmen wollten, von unzumutbarer Komplexität. Der nach Status, Region oder Tätigkeitsbereich des Arbeitgebers gegliederte Zugang zu den Ausbildungen hat die Dynamik des CPF beträchtlich behindert.

In dem Grundsatzpapier, das den Sozialpartnern Ende 2017 überreicht wurde, wird diese CPF-Hürde als eines der Probleme genannt, die anzugehen sind. Mit dieser Maßnahme schlägt die Regierung eine Lösung vor: „(…) das System des listengebundenen CPF-Anspruchs schränkt die Möglichkeiten des Zugangs zu einer Weiterbildung ein und macht einen bereits schwer verständlichen Prozess noch komplexer. (…) Die Möglichkeiten der Inanspruchnahme müssen einfach und transparent sein. Zu diesem Zweck wird die Regierung allen Angestellten und Arbeitsuchenden eine digitale Anwendung zur Verfügung stellen“.

Paradoxerweise ist es bislang nur den qualifiziertesten oder begleiteten Personen (Eingliederungsstruktur, Berufsberatung, Ausbildungseinrichtung, Arbeitgeber oder andere) gelungen, dort ihr Konto zu erstellen oder in einigen Fällen ihre im Rahmen des DIF kapitalisierten Stunden einzutragen. Die Regierung macht somit erneut ihren Wunsch deutlich, den Einzelnen (Angestellte oder Arbeitsuchende) zum Akteur seiner beruflichen Weiterentwicklung zu machen, insbesondere hinsichtlich der alleine und auf eigene Initiative erfolgenden Mobilisierung seiner Ansprüche.

Denkansätze

Die Gesetze von 2014 und 2016 beruhen mit ihrem Kometenschweif an Verordnungen auf zwei Grundprinzipien, die von allen Akteuren der Berufsausbildung geteilt werden: Gleichbehandlung und Innovation. Alle neueren Berichte und Studien zeigen, dass unsere immer noch den Linien des Gesetzes von 1971 folgenden Ausbildungsstrukturen vor allem den bereits am meisten qualifizierten Erwachsenen (die vorzugsweise in großen Unternehmen und im städtischen Milieu arbeiten) nützen. Noch dazu bleibt die wichtigste, wenn nicht gar einzige Art und Weise der Weiterbildung das angeordnete Praktikum (eine Einheit aus Zeit, Ort und Handlung).

Unser Smartphone wird uns nicht nur dazu dienen, einen Anspruch auf Weiterbildung zu konsumieren, sondern auch anders an das „Mobile Lernen“[1] heranzugehen, das Teil des „Digitalen Lernens“ ist. Dabei haben wir es mit einem großen Fortschritt in Bezug auf die Verantwortung zu tun, die jeder einzelne für den Aufbau eines neuen Verhältnisses zu seiner Fähigkeit trägt, ein Leben lang zu lernen – und zwar im Rahmen einer komplementären Dynamik der Beschäftigungsfähigkeit, Mobilität und beruflichen, sozialen und persönlichen Kultur.

Worauf zu achten ist

Diese neue Verantwortung ist mit mehreren Kompetenzen verbunden. Paradoxerweise kann diese mobile App je nach dem persönlichen Bezug des Einzelnen zu digitalen Medien einen Beschleuniger oder einen Hemmschuh bei der Mobilisierung unserer Weiterbildungsansprüche darstellen.  Ohne eine Stärkung[3] der bestehenden (aber oft fragilen) Netze der Akteure vor Ort[4], die bei dem Ausbau der „digitalen Fähigkeiten“[5] allen unterstützend zur Seite stehen, wird es insbesondere für Geringqualifizierte[6], die eine Priorität dieser Reform darstellen, schwierig sein, diesen mobilen und digitalen Zugang nutzen zu können. Selbst unter der Generation Y oder Z gibt es Erwachsene, die mit den digitalen Medien nur wenig anfangen („Anfänger“) und/oder damit nur oberflächlich umgehen können („Nachläufer“). Am Ende der Weiterbildung würde unser Smartphone uns außerdem die fragwürdige Möglichkeit geben, die Anbieter zu „benoten“, um im Markt der beruflichen Weiterbildung eine „Transparenz“ zu schaffen, die zum Beispiel die Eingliederungsrate betreffen könnte. Wie ein Restaurant oder ein Hotel könnte eine Weiterbildung damit zumindest teilweise zu einer Konsumhandlung mit all ihren Vor- und Nachteilen werden.

Diese Personengruppe wäre ohne Hilfe und ohne Begleitung nicht in der Lage, die zukünftige Online-App des CPF optimal zu nutzen. Die bereits „fitten“ und „einsatzbereiten“ Personen hingegen könnten dieses neue Mittel nicht nur rasch zu ihren Gunsten nutzen, sondern gleichzeitig auch zu einer Entwicklung von innovativen multimodalen Ausbildungen beitragen, die sowohl analoge als auch digitale Aspekte umfassen und von der Ministerin als „Digital Learning“, vom Gesetzgeber in den verschiedenen Texten des Arbeitsgesetzbuchs und den Verordnungen als „FOAD“ bezeichnet werden.

Diese pädagogisch fruchtbare Perspektive (FOAD-Weiterbildungsstrecke mit/ohne Smartphone, mit/ohne e-Learning-Plattform, mit/ohne Tutorials, mit/ohne Ausbildung am Arbeitsplatz, mit/ohne virtuellem Klassenzimmer, mit/ohne MOOC oder COOC, mit/ohne Serious Game, mit/ohne Drittorten, etc…. aber immer mit Begleitung und der adäquaten Mobilisierung der digitalen Medien) kann nicht und darf nicht ausschließlich Erwachsenen zugänglich sein, die neben dem digitalen Bereich noch einen anderen Fachbereich beherrschen und somit gleich doppelt qualifiziert sind! Vor dem Hintergrund dieser paradoxalen Problematik kann das CléA-System[7] entsprechend der Mobilisierung der Sozialpartner und der Akteure der beruflichen Weiterbildung überall in Frankreich zugleich eine Lösung und ein Ziel sein!

 

 

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Frank SAVANN ist Themen-Experte für EPALE Frankreich und Ausbildungsberater

 

 

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Jean Vanderspelden ist Themenexperte für EPALE Frankreich und Berater für „Apprenance & FOAD“ (Lernen & offene Fernausbildung)

 

 

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[1] Mehr dazu im THOT-Artikel von Denis Cristol von März 2018 „Le mobile learning a déjà une histoire ou se former entre nous, tout le temps“ unter https://cursus.edu/articles/41121#.Wq6S-ajwaUk(link is external)

[2] Multimodale Ausbildung = FOAD = Digitale Ausbildung = Digital Learning

[3] Siehe Regierungsprogramm „Nationale Strategie für eine inklusive Digitalpolitik“ https://societenumerique.gouv.fr/strategie-nationale-pour-un-numerique-i...(link is external) mit seinen vier Hauptachsen: • Wie erreicht man das Zielpublikum der nationalen Strategie für eine inklusive Digitalpolitik? • Wie weckt man das Bewusstsein für eine inklusive Digitalpolitik? • Welche Diagnosetools stehen für digitale Kompetenzen zur Verfügung? • Welche Betreuung steht für die verschiedenen Publikumsgruppen zur Verfügung?

[4] Mediationsstellen oder Drittstellen: APP, Bibliothek, Cyberbank, EPN, Co-Working- oder Co-Learning-Bereiche, Fab Lab, Mediathek, Museum, etc…

[5] Digitale Fähigkeiten: http://habilomedias.ca/(externer Link)


[6] Die zu große Anzahl an geringqualifizierten Erwachsenen, auch unter den „Digital natives“ - Mehr zu diesem Thema im EPALE-Artikel von Juni 2017 „Tous prochainement "Digital natives"? Vraiment!“ unter /fr/blog/tous-prochainement-digital-natives-vr...

[7] https://www.certificat-clea.fr/

 

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Apresentando 1 - 3 de 3
  • Retrato de Alexia SAMUEL
    La réforme comporte beaucoup de très bonnes avancées mais il semble que cette application en soit vraiment le point faible. Les personnes ne possédant pas les compétences de base (et pas seulement digitales, n'oublions pas que 7% des Français sont concernés par l'illettrisme) ou n'ayant tout bonnement pas les moyens de posséder des smartphones sont littéralement laissés sur le bord de la route alors que la réforme met effectivement le principe d'égalité en avant. Sans compter qu'effectivement, l'on ne note pas une formation comme l'on note un restaurant... cette fonction de "peer review" ne peut être décemment le seul gage "qualité" de la réforme. Voyons comment seront précisées les attributions de France Compétences en la matière.
  • Retrato de Thierry Ardouin
    Merci Franck pour cette approche et réflexion conjointe avec Jean.

    Presque en écho à votre blog, la FFP organise un hackathon sur le sujet. Innover pour Innover me parait une bonne approche. En espérant que nous ne tombons pas des les risques et travers technologiques. A suivre

    Normal 0 21 false false false FR JA X-NONE

    http://ffp.org/detailles-actualite/482-un-projet-dapplication-pour-le-futur-compte-personnel-de-formation-%28cpf%29-%28communique-de-presse%29

  • Retrato de Jean Vanderspelden
    Merci Thierry pour ce lien, avec lien vers l'initiative de la FFP, qui fait sens.

    La nature, l'ergonomie et le type d'application mobile sera effectivemement déterminante pour un usage large et intelligent (allusion à smartphone) de tous les publics avec leur ordiphone pour s'informer, choisir, suivre quelqque fois et évaluer leur formation CPF. 

    Frank Savann et moi même, en tant qu'experts thématiques du programme européen EPALE, avons aussi publié sur Linkled'in ce billet sur l'impact de la mise en place d'une application en ligne pour générer individuellement ses droits et ses choix à se former via le CPF. Ce billet appartient à une série de douze (à venir) avec des écritures et des commentaires croisés du collectif des experts français EPALE pour chaque mesure récemment annoncée par M Penicaud, ministre du Travail.