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Ein Loch in den Himmel schlagen…

Vanduo

 

Vermutlich ist das Gespräch mit der Jugend über ewige Themen anhand der Biografie eines Superstars der Musikwelt am leichtesten. Gut bekannt ist die Gruppe Queen und deren Sänger und Leader Freddie Mercury (mit dem Namen Farrokh Bulsara), dessen Geschichte im Film „Bohemian Rhapsody“ (Regisseur Bryan Singer) wirklich bewegend ist. In diesem Film geht es aber nicht nur um den Ruhm und die Ausstrahlung von Freddie Mercury, sondern auch um seine Fehler und Enttäuschungen.

Sehr bedeutsam sind die an ihn gerichteten Worte seines Vaters gleich am Anfang des Films: „Gute Gedanken, gute Worte, gute Handlungen – das ist das, wonach man streben soll.“ Wie auch viele andere junge Leute vergisst Freddie die Weisheit seines Vaters, als er sich in die atemberaubende Karriere stürzt und die Worte seiner Lieder unisono von Tausenden wiederholt werden. Die Fähigkeit des Sängers, originell zu denken und das Ziel zu erreichen, wird bei der Suche nach neuen musikalischen Formen deutlich. Auch wenn viele denken, dass ein sechs Minuten langes Stück aus irgendwelchen Wörtern, die keinen Zusammenhang haben, kein gelungener Plan ist, erobert dieses Lied trotzdem die Welt. Der Ruhm erwischt Freddie Mercury unvorbereitet und die Worte „Er bleibt immer ein erschrockener Junge von eingewanderten Eltern, der Angst hat, allein zu bleiben“ verletzen ihn, doch tatsächlich erlebt der Musikstar Einsamkeit und Enttäuschung. Nur eine offenherzige Jugendfreundin gibt Freddie zu verstehen, dass er viele falsche Leute um sich hat. Besondere metaphorische Bedeutung haben Freddies Worte: „Weißt du, wie man versteht, dass man verrottet ist? Aus den abscheulichen Obstfliegen, die kommen, um die Reste zu vertilgen.“

Und hier findet ein Bruch statt. Auch wenn es so aussieht, dass AIDS ihm alle Lebenskraft entzogen hat, rafft sich Freddie erneut auf und bringt die Gruppe „Queen“ wieder zusammen, wobei er die Musiker als vier alternde Königinnen bezeichnet hat, er besucht seine Eltern, die er lange nicht mehr gesehen hat, er versucht, ohne Rücksicht auf Verluste seine von der Krankheit geschwächte Stimme wiederherzustellen… Dann sagt er: „Ich werde der sein, der zu sein mir von Geburt an bestimmt gewesen ist - ein Musiker, der es dem Hörer erlaubt, den Himmel zu berühren und das Loch in den Himmel zu schlagen.“ Bei LIVE AID, einem Wohltätigkeitskonzert für Afrika, gelingt es ihm noch einmal, das Publikum in seinen Bann zu ziehen… und ein Loch in den Himmel zu schlagen. Am Ende des Films klingen die Worte: „Gute Gedanken, gute Worte, gute Taten“ symbolisch, wie es einst sein Vater gelehrt hat.

Nachdem wir den Film „Bohemian Rhapsody“ gesehen haben, können wir eine Diskussion über die ewigen Werte von Familie, Freundschaft und Vertrauen initiieren und die Lerner anhand der Beispiele des Filmes Argumente äußern lassen. Bei der Arbeit mit fortgeschrittenen Erwachsenen wäre es interessant, über den Aspekt des Lebens in einer fragmentierten Gesellschaft zu diskutieren. Laut Prof. Rimvydas Laužikas leben die Litauer in einer fragmentierten Gesellschaft: sie sind vom Leben in ihrem Land enttäuscht, sie können sich nicht vereinen und auf die Straße gehen, um ihre Ansichten zu gesellschaftlichen Problemen kundzutun. Sie entscheiden sich für die Auswanderung, eine Art der persönlichen Revolution (ich verlasse das System, ihr könnt leben wir ihr wollt). Der Protagonist des Films, Farrokh Bulsara, ist ein Emigrant. Das Problem der Auswanderung ist in Litauen besonders aktuell: 130 464 Menschen sind in den letzten drei Jahren aus Litauen ausgewandert. Wenn man die Gesamtbevölkerung (2,794 Millionen im Jahr 2019) betrachtet, ist die Auswanderung sehr hoch. Da viele Familien in Litauen von der Auswanderung betroffen sind, ist dieses Thema sicherlich relevant. Um die Diskussion auf ein noch höheres Niveau zu heben, könnten die Erwachsenenbildner die Lernenden ermutigen, die relativ fragmentierte Zivilgesellschaft zu vergleichen.

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