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EPALE

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Blog

„Learning to live together“ – eine zentrale und aktuelle Aufgabe von europäischer Erwachsenenbildung

19/08/2015
by Christian BERNH...
Language: DE
Document available also in: FR IT EN BG

This content is available in: English, French, Italian, Spanish

 

Die NKS EPALE Deutschland lädt mit einem neuen Schwerpunktthema zur  gesamteuropäischen Diskussion ein.

Mit der Pariser Erklärung vom 17. März 2015 rücken die EU-Bildungsminister in Anschluss an die Anschläge von Paris und Kopenhagen 2015 wieder stärker die Rolle von Bildung und Erwachsenenbildung für ein gelingendes Zusammenleben in Europa in den Vordergrund. Für die Erwachsenenbildung zentral ist insbesondere der Ausweis zweier bildungspolitischer und –praktischer  Handlungsfelder: „kritisches Denken und Medienkompetenz, vor allem im Zusammenhang mit der Nutzung von Internet und sozialen Netzwerken, zu erweitern, um dadurch Bewusstsein und Haltungen gegen jede Art von Diskriminierung und menschenverachtender ideologischer Beeinflussung zu entwickeln“ (europäisches Handlungsfeld 2) sowie „den interkulturellen Dialog in allen Formen des Lehren und Lernens und in Zusammenarbeit mit allen anderen Politikbereichen und wichtigen Akteuren zu fördern“(europäisches Handlungsfeld 4).

Hiermit bewegen sich die Ministerinnen und Minister sowie der EU-Kommissar  auf traditionellem erwachsenenpädagogischen Terrain:  Dem der politischen und kulturellen Bildung und des kritischen Denkens. Die einhergehende Betonung von Erasmus+ in der Erklärung nimmt die deutsche NKS EPALE zum Anlass, das weitere Schwerpunktthema „Learning to live together“ zu setzen. Mit diesem Thema werden wir in den nächsten Monaten die Rolle von beruflicher Weiterbildung sowie allgemeiner, politischer und kultureller Erwachsenenbildung in Bezug auf das menschliche Zusammenleben in Europa, den Mitgliedsstaaten, Regionen und Städten fokussieren: Diskriminierung und Toleranz, Willkommenskultur, interkulturelles Lernen, Teilhabe, Grundbildung uvm.

Dabei ist das Thema „Learning to live together“ mehrfach zu verstehen:

Es fokussiert einerseits Fragen nach dem Lernaktivitäten von Individuen sowie nach den (nötigen) Lernstrukturen, die diesen Individuen zur Verfügung stehen, um zu lernen. Anderseits verlangt ein gelingendes Zusammenleben das Lernen aller – sowohl von Minderheiten als auch von Mehrheiten.  Das kommende Schwerpunktthema bezieht daher nicht nur die Radikalisierung von Menschen zum islamistischen Terrorismus ein, sondern auch Radikalisierungen anderer Art wie sie sich z.B. bei den PEGIDA, LEGIDA oder HoGeSa-Demonstrationen in Deutschland oder in tätlichen Angriffen auf Flüchtlingsheime in diesem und letzten Jahr zeigten. Genauso lässt die Frage nach dem Zusammenleben auf die im krisengeschüttelten  Europa stärker werdenden Nationalismen und Umgänge untereinander beziehen – sei es in Bezug auf die Finanzkrise, mit Flüchtlingen oder den Umgang mit dem Russland-Konflikt.

Der Titel “learning to live together“ ist gleichzeitig eine Referenz an den UNESCO Report „Learning: The treasure within“ von 1997. Dieser beschreibt  „Learning to live together“ als einen von vier Schlüsseln, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen. Die Formulierung der damaligen Kommission scheint heute erneut von großer Bedeutung.

Sie haben ein Projekt das dazu passt? Sie haben Erfahrungen zum Thema „Learning to live together“ gemacht? Sie haben eine Frage darüber? Wir laden die europäische und nationalen Erwachsenenbildungscommunities ein, zu lesen, zu denken, zu schreiben und virtuell miteinander zu diskutieren.

 

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