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Lebenslange berufliche Orientierung: Austausch über bewährte Verfahren in Frankreich, Italien, Portugal, Bulgarien und Dänemark

15/01/2019
door Camille POIRAUD
Taal: DE
Document available also in: FR EN

Im März 2017 reichte das Cité des Métiers International Network einen Antrag auf Erasmus+ Förderung für das COCADE-Projekt ein: "Entwicklung von Beratungsdiensten an integrierten Orten". Die Agentur Erasmus+ Frankreich / Allgemeine und berufliche Bildung hat dieses Partnerschaftsprojekt ausgewählt, das den Austausch bewährter Verfahren unterstützt (Leitaktion 2, Berufsbildung). Der gewährte Zuschuss beträgt 185.195 €.

COCADE startete im September 2017 für einen Zeitraum von 18 Monaten. 9 Partner aus 5 europäischen Ländern sind beteiligt.

Wussten Sie, dass in den Jahren 2017 und 2018 100 % der anspruchsberechtigten Partnerschaften zur Förderung des Austauschs bewährter Praktiken im Bereich der beruflichen Bildung subventioniert wurden?

Wussten Sie, dass die Ziele der Partnerschaften Erasmus+ /EFP den vorrangigen Themen der Akteure in Ihren Netzwerken entsprechen (Schlüsselkompetenzen, Berufsausbildung am Arbeitsplatz, Entwicklung der Ausbildung, Digitalisierung der Berufsausbildung usw.)?

Wussten Sie, dass diese Partnerschaften relativ einfach zu verwalten sind: Es besteht keine Verpflichtung zur Kofinanzierung; 80 % des Zuschusses werden bei Vertragsunterzeichnung ausgezahlt.

 

Austausch mit Ludovic Collin, internationaler Koordinator des Cité des Métiers International Network und COCADE-Referent, und Maud Bois-Gallou, Projektmanagerin für das Netzwerk.

  1. Können Sie das Cité des Métiers International Network und seine Hauptaufgaben vorstellen?

 

Das Réseau International des Cités Des métiers (RICDM) ist ein 2001 gegründeter Verband. Er umfasst derzeit 34 Multipartnerplattformen zur Förderung von Beruf und Berufsleben in 9 Ländern (Frankreich, Belgien, Deutschland, Italien, Schweiz, Spanien, Portugal, Togo und Kanada), davon fast die Hälfte in Frankreich (einschließlich Dom Tom).

Seine Aufgaben sind vielfältig:

  • Förderung des Austausches von Praktiken zwischen Fachleuten, die in den Cités des métiers tätig sind
  • Erleichterung der Entstehung und Verbreitung neuer Lösungen, um die Erwartungen der Menschen im Hinblick auf die Umsetzung ihres Berufsprojekts besser zu erfüllen.
  • Förderung der lebenslangen beruflichen Orientierung, insbesondere durch die Entwicklung neuer Partnerschaften auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene.

In Frankreich sind die Cités des métiers anerkannte lokale Akteure des Service Public Régional de l’Orientation (SPRO).

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  1. Die RICDM hat eine Finanzierung im Zusammenhang mit der Erasmus+ Leitaktion 2 (Partnerschaft zur Unterstützung des Austausches bewährter Verfahren) beantragt. Warum haben Sie sich für dieses Format entschieden?

Es gab zwei Gründe für die Wahl dieses Formats. Erstens ist die Vorbereitung eines solchen Antrags weniger zeitaufwändig als bei anderen Formaten (insbesondere Partnerschaften zur Innovationsentwicklung). Darüber hinaus stehen die geplanten Aktivitäten im Einklang mit dem „Austausch bewährter Verfahren“.

Eine kürzere Vorbereitung der Bewerbungsunerlagen

Dies war das erste Mal, dass das Netzwerk als Koordinator an einem Erasmus -Projekt beteiligt war. Die Partnerschaft zur Unterstützung des Austausches bewährter Verfahren schien uns einfacher aufzubauen und auch einfacher zu koordinieren zu sein. Für das Team war es somit leichter, sich in die administrativen, logistischen und finanziellen Verwaltungsmethoden und in das Management von Partnerschaftsbeziehungen einzuarbeiten.

Aktivitäten mit Schwerpunkt auf dem Austausch von Vorgehensweisen

Das COCADE-Projekt setzt einen bereits im Netzwerk implementierten Professionalisierungsprozess fort. Es strebt an, ihn zu erproben und zu konsolidieren und ihn gleichzeitig für externe Akteure zugänglich zu machen. Daher erschien uns eine Partnerschaft für den Austausch bewährter Praktiken geeigneter als eine Partnerschaft zur Entwicklung von Innovationen. COCADE ist Teil der Erweiterung dieses Ansatzes, zeigt aber den Wunsch nach einer breiteren geografischen Abdeckung und einer besseren Betreuung der sogenannten „spezifischen“ Zielgruppen.

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  1. Worin besteht das Projekt COCADE? Was sind seine Ziele, welche Ergebnisse werden erwartet?

Ziel dieses Projekts ist es, auf nationaler und europäischer Ebene das Angebot und die Qualität der Berufsberatungsdienste an „integrierten Orten“ weiterzuentwickeln.

Unter „integrierten Orten“ versteht man physische oder digitale Orte, die verschiedene Dienste und Akteure rund um die Berufsberatung zusammenbringen. Diese sowohl öffentlichen als auch privaten Akteure kommen aus den Bereichen Bildung, Ausbildung, Beschäftigung und Unternehmensgründung.

Vor diesem Hintergrund entwickelt das Projekt zwei Bereiche:

  1. Professionalisierung der Berufsberatung an integrierten Orten und Unterstützung der Lernprozesse der Vertreter dieses Berufs.
  2. Stärkung der Koordinierung der „entgrenzten“ Partnerschaften im Bereich der Umsetzung des Aufnahme-, Informations- und Beratungsangebots in der Berufsberatung.  Tatsächlich basiert die an integrierten Orten angebotene Berufsberatung auf dem Multipartner-Ansatz mit Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen. So ist die territoriale Begleitung von Partnern, die sich der Berufsberatung und dem Berufsleben widmen, mit der Beratungspraxis verknüpft. 

Konkret hat dieses Projekt zum Ziel: 

  • die Techniken und Methoden der Berufsberatung auszubauen, um die Problematik bestimmter Gruppen, wie etwa Menschen mit Behinderungen, Jugendliche und Migranten, besser zu berücksichtigen;
  • die bereichsübergreifenden und interkulturellen Kompetenzen von Berater*innen zu stärken;
  • Die von den Berater*innen erworbenen Fähigkeiten gegenüber den Partnern bekannt zu machen.

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  1. Welche Bedeutung hat die europäische Dimension bei der Umsetzung dieser Projekte? Wie haben Sie das Konsortium aus 9 Partnern aufgebaut?

Die Stärkung der lebenslangen beruflichen Orientierung und die Strukturierung der unterstützenden Berufe gehören zu den vorrangigen Themen der Europäischen Kommission (siehe New skills agenda for Europe, verabschiedet im Juni 2016, mit besonderem Schwerpunkt auf der Rolle der Beratung).

Für die Bildung des COCADE-Konsortiums wendete sich die RICDM zunächst an die Cités des métiers, die Mitglieder sind – insbesondere diejenigen, die an der Entwicklung eines Plans zur Erstausbildung von Berater*innen an integrierten Orten beteiligt sind. Die Cité des métiers in Paris, in der Normandie, auf der Ile de la Reunion, in Turin und in Porto sind dem Konsortium beigetreten.

Die RICDM-Netzwerke und anderen Partner haben später weitere Partner aus diversen Kompetenzbereichen angesprochen.

University College Copenhagen, Dänemark: Die Universität wurde aufgrund ihrer Methodik und Techniken zur Unterstützung des Schulungsplans ausgewählt.

Espaço t, Portugal: Dieser Verein hat sich auf die Berufsberatung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen, insbesondere von Menschen mit Behinderungen, spezialisiert. Er arbeitet mit der Cité des métiers in Porto zusammen.

Business Foundation for Education, Bulgarien: Diese Organisation teilt ihre Erfahrungen bei der Zertifizierung von beruflichen Fähigkeiten. Zuvor koordinierte sie ein Erasmus+ Projekt, das von der EG als „Erfolgsgeschichte“ präsentiert und dadurch der RICDM bekannt wurde.

Diese Vielfalt der Partner gewährleistet einen bereichernden Austausch von Praktiken.

RICDM hatte vor allem Erfahrung bei der Zusammenarbeit mit Mittelmeerländern, während COCADE mit Bulgarien und Dänemark Länder anderer Kulturen (Balkan und Nordeuropa) einbezieht. Das Konzept der Orientierung an einem integrierten Ort wird in verschiedenen Gebieten durchdacht und experimentiert, um eine „gemeinsame Kultur“ zu schaffen. Langfristig kann es auf andere Länder ausgedehnt werden.

 

  1. Welche Aktivitäten wurden umgesetzt? Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

Im September 2017 fand das Launch-Meeting statt, an dem alle COCADE-Partner teilnahmen. Die anschließenden transnationalen Meetings dienten der Förderung der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Verständnisses und boten die Gelegenheit, die Besonderheiten der verschiedenen Gremien zu entdecken. So ist beispielsweise die Cité des métiers in Turin an die Arbeit mit Migranten gewöhnt, wiederum arbeitet mit NEETS.

Um den Plan für die Schulung von Beratern an integrierten Orten weiterzuentwickeln, wurden im Dezember 2017 Simulationen (mit Ausbildern und Lernenden) in Paris organisiert, die demnächst auch in Porto stattfinden werden.

Bei der Abschlusssitzung am 24. und 25. Januar 2019 in Brüssel werden einige Ergebnisse vorgestellt:

  • Aktualisierung des Schulungsplans für den Beruf des Berufsberaters an integrierten Orten;
  • Validierung des Kompetenzrahmens des Berufsberaters an integrierten Orten;
  • Vademekum über bewährte Praktiken im Partnermanagement an integrierten Orten.

Diese Ergebnisse werden auch auf EPALE zur Verfügung gestellt.

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  1. Welche Projekte hat die RICDM in Zukunft?

Die Agentur Erasmus+ hat ein weiteres Partnerschaftsprojekt ausgewählt, das den Austausch bewährter Verfahren unterstützt. Es startete im September 2018 für einen Zeitraum von 24 Monaten.

Im Mittelpunkt dieses Projekts steht die Professionalisierung von Teams, die sich mit lebenslanger beruflicher Orientierung im Kontext der Digitalisierung der Gesellschaft befassen. Wie können Integration und digitale Mediation gefördert werden?

Das Abenteuer geht weiter!

 

Nützliche Ressourcen :

RICDM: http://www.reseaucitesdesmetiers.com/31-label.php

COCADE-Projekt : http://ec.europa.eu/programmes/erasmus-plus/projects/eplus-project-details/#project/2017-1-FR01-KA202-037403 und http://www.reseaucitesdesmetiers.com/projet-cocade.php

Entdecken Sie die Aktion Erasmus+ Partnerschaft, den Austausch über EFP-Praktiken und die Vorgehensweisen für die Einreichung eines Projekts: https://www.erasmusplus.fr/penelope/bonnes_pratiques/92/partnerschaften-lehre-und-berufsausbildung-2019

 

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