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Bamberger Forum 2018: Projekt Kompetenzen 4.0 – Weiterqualifizierung von Fachkräften im digitalen Wandel

06/12/2018
door EPALE Deutschland
Taal: DE

Lesedauer ca. 5 Minuten

Beitrag verfasst von Hanna Endreß und Eva Sonja Scheuerlein

Besonders spannend war es hier, die Interaktionen in den einzelnen Arbeitsgruppen zu analysieren. Der griffige Titel „Projekt Kompetenzen 4.0-Weiterqualifizierung von Fachkräften im digitalen Wandel" rief bei den Teilnehmenden des Bamberger Forums reges Interesse hervor, sodass viele direkt nach dem kulinarischen Markt der Möglichkeiten in die sogenannte Arbeitsgruppe 3 stürmten. 

Großes Interesse und wenig Platz

Mit viel Erwartung und emotionalem Interesse an dem Thema Digitalisierung und der damit verbundenen Herausforderungen für die Weiterqualifizierung von Fachkräften, suchten sich die Teilnehmenden einen Platz. Schnell war der überschaubare Raum gefüllt, sodass sich die Letzten auf dem Boden sitzend zufriedengeben mussten. Der großen Teilnehmendenzahl war es verschuldet, dass der Beginn des Workshops von Rascheln und Unruhe geprägt war. Dennoch erklärte die Referentin ruhig und bedacht auf einer professionellen Sachebene ihr Projekt "Kompetenzen 4.0 in der Druck- und Medienindustrie". 

Kommunikation funktioniert nur mit Klarheit

An den theoretischen Input anschließend, wurden die Zuhörenden durch ein Brainstorming rund um das Thema Digitalisierung aktiviert. Nach kurzer Zurückhaltung und dem Appell der Referentin, „Sie sind ja wegen irgendwas hergekommen“, gaben einige Teilnehmende ihre Meinung preis. Das anfangs zurückhaltende Verhalten lässt sich durch die spürbare Distanz der Teilnehmenden untereinander begründen. Niemand wusste, wer genau die Personen waren, mit denen man diskutieren sollte. Eine Vorstellungsrunde, bei der unter anderem deutlich wird, wer beispielsweise aus der Praxis kommt oder wer hingegen in der Forschung tätig ist, wäre sinnvoll gewesen, hätte jedoch höchstwahrscheinlich den zeitlichen Rahmen gesprengt. 

Im Zuge des Brainstormings sammelte die Referentin die Gedanken der Teilnehmenden ohne Kommentar und jegliche Bewertung auf einer Flipchart. Hierdurch wurde ein Austausch zwischen den Teilnehmenden über die individuellen Vorstellungen von „Digitalisierung" erschwert. Nach einem weiteren Monolog der Dozentin über die Durchführungsphasen des Projekts wurde nach Verständnisfragen, Ideen oder Rückmeldungen der Teilnehmenden gefragt. Anmerkungen aus dem Publikum blieben jedoch verhalten. Dafür zeigte die Referentin Verständnis, indem sie den Teilnehmenden Raum gab ihre Gedanken und Eindrücke zu sortieren. 

Einige Bedürfnisse können erfüllt werden andere nicht

Einzelne Fragen kamen dann nach und nach auf. Diese wurden entgegengenommen und kurz beantwortet. Anmerkungen hingegen wurden von der Referentin notiert und teilweise unkommentiert zurückgelassen. Die Referentin machte sich vermutlich in eigenem Interesse Notizen zu den Antworten. Dabei konnte man an den nonverbalen Reaktionen der Teilnehmenden erkennen, dass ihr Bedürfnis nach Erkenntnisgewinn nicht ganz erfüllt wurde.

An dieser Stelle soll an eine Grundannahme der gewaltfreien Kommunikation erinnert werden: „Jede Handlung und jedes Verhalten dient dem Versuch ein Bedürfnis zu erfüllen". So wurde erkennbar, dass die vielen offenen Fragen, die seitens der Expertin an das Plenum gestellt wurden, als Bedürfnisoffenbarung ihrerseits verstanden werden konnten. Es kam das Gefühl auf, dass sich diese von den Teilnehmenden Anregungen und Ideen für das Weiterkommen ihres Projekts erhoffte. Das wiederum gab den Interessierten die Möglichkeit sich aktiv mit ihren Meinungen und Ideen ins Geschehen einzubringen und in den Austausch zu gehen. Es entstand eine rege Diskussion zwischen einzelnen Teilnehmenden. Persönliche Erfahrungen wurden ausgetauscht und die Anwesenden fingen an aufeinander einzugehen. Auch die Referentin stieg neben ihrer moderierenden Tätigkeit mit in die Diskussion ein. Abgesehen von den inhaltlichen Beiträgen war bis zum Ende kein Unterschied - bezogen auf die Kommunikation - von Praktikern und Wissenschaftlern zu erkennen. 

Kommunikation braucht Raum

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Bamberger Forum : Arbeitsgruppe 3
Auffällig war, dass im vorderen Bereich des Raumes die eben beschriebene Diskussion anlief, während die Teilnehmenden im hinteren Bereich lediglich versuchten der Diskussion zu folgen. Dies hing bei den Meisten nicht mit fehlendem Wissen oder Interesse zusammen, sondern lässt sich auf den ungünstigen Raum und die Stuhlanordnung zurückführen, was ein Geflüster zweier Teilnehmenden bestätigt: „Die Akustik ist nicht so toll hier drin". Auf folgendem Foto ist die Raumanordnung sehr gut zu erkennen. Die Stühle stehen teilweise Rücken an Rücken aneinander und lassen die Stimmen kaum bis an den hinteren Teil des Raumes gelangen. Ein Stuhlkreis beispielsweise, hätte die Kommunikation zwischen der Referentin zu den Teilnehmenden und den Teilnehmenden untereinander erleichtert.

Insgesamt kann reflektiert werden, dass eine große Gruppe mit vielen Erwartungen in die Arbeitsgruppe 3 stürmte, was wieder einmal mehr beweist, dass das Thema Digitalisierung und die damit verbundene notwendige Kompetenzentwicklung mehr denn je im Fokus stehen. Der ungünstige Raum hinsichtlich Größe und Akustik kombiniert mit dem sehr komplexen Thema stellten schwierige Voraussetzungen für eine gelungene Kommunikation dar. Die Bedürfnisabstimmung und -erfüllung bei einer unerwartet hohen Anzahl von Teilnehmenden zählte als weitere Herausforderung für die Referentin. Trotzdem konnten die Teilnehmenden mit Antworten, vielen Fragen und vor allem Denkanstößen rund um die Digitalisierung aus der Arbeitsgruppe herausgehen. Es wurde deutlich, dass Kommunikation Bestandteil einer jeden Arbeitsgruppe ist, der alles übergreift und beeinflusst. 

So lässt sich mit den Worten von Bret Morrison abschließen:

„Von allen Lebenskompetenzen, die uns zur Verfügung stehen, ist Kommunikation wohl die mächtigste." 

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