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Produktdatenbank Alphabetisierung und Grundbildung – das Medienportal zur AlphaDekade

Lehr-/Lernmaterialien für die Grundbildung zu suchen, ist zeitaufwändig und rechercheintensiv. Ein Portal zu Bildungsmaterialien der AlphaDekade soll hier Abhilfe schaffen und das Material zusammenführen, klassifizieren und qualitativ bewerten. Wie weit das Projekt gediehen ist, erläutert Projektleiter Jann Müller. 

Lesedauer circa 4,5 Minuten – lesen, liken und kommentieren.


Obwohl das Problem in seiner Größenordnung seit längerem bekannt ist, kann man die Zahl schwerlich übergehen: 6,2 Millionen Menschen können in Deutschland nicht richtig lesen und schreiben.[i] Bund und Länder der Bundesrepublik Deutschland beschlossen daher ein umfassendes Förderprogramm und verkündeten anlässlich des Weltalphabetisierungstags am 8. September 2015 die Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung, kurz: AlphaDekade (2016–2026). Mit dem Programm sollen mehr Grundbildungsangebote entstehen und mehr Menschen sollen motiviert werden, die Angebote anzunehmen. Auch die „Produktdatenbank Alphabetisierung und Grundbildung“ (PAG), die derzeit am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE) entsteht, zählt zu den Projekten der AlphaDekade. Über ein Internetportal wird die PAG Lehr- und Lernmaterialien, Unterrichtskonzepte, Fachartikel u. v. m. erschließen, was in öffentlich geförderten Projekten für die Alphabetisierung und Grundbildung entwickelt wurde. Eine Fachredaktion prüft, ob die Materialien bestimmte Qualitätsstandards erfüllen und gewährleistet, dass Inhalte, die rechtlich oder inhaltlich zweifelhaft sind, nicht in die PAG gelangen.

Wortwolke PAG II

Die Digitalisierung erleichtert die Suche und Auswahl von Lehr- und Lernmaterial – die Lehrenden entscheiden

Die PAG soll ein Meilenstein für die praktische Arbeit in der Alphabetisierung und Grundbildung sein. Die Frage, ob ein starker Fokus auf innovative Technik den Betroffenen geringer Literalität überhaupt hilft, wäre zulässig – sofern es hier hieße „Technik vor Pädagogik“. Dem ist allerdings nicht so; ein wichtiges Projektziel besteht darin, die Vorteile der digitalen Transformation nutzbar machen. Mit der Digitalisierung entstehen die technischen Voraussetzungen, um gute Materialien effektiv zu erschließen, verbreiten und bei Bedarf fast unbegrenzt zu vervielfältigen. Wir können den Aufwand verringern, den Lehrkräfte benötigen, um geeignete Unterrichtsmaterialien und Lehrkonzepte zu finden und ihnen so mehr Zeit für ihre originären Aufgaben verschaffen. Über Auswahl und die Art der Nutzung, wie etwa Unterrichtsmaterialien didaktisch eingesetzt werden sollen, entscheiden die Nutzer*innen der PAG, mithin gilt „Pädagogik vor Technik“.

Digitales Lehr- und Lernmaterial hat weitere generelle Vorteile. So lässt es sich leichter an einen Verwendungskontext anpassen und kann ergänzt und von Dritten weiterentwickelt werden – sofern die Urheber*innen den Nutzer*innen diese Rechte einräumen. Entsprechende Materialien werden Open Educational Ressources (OER) genannt; sie haben eine Lizenzierung, die z. B. auch die Bearbeitung durch Nutzer*innen ermöglicht. Als OER lizenzierte Materialen werden zunächst nur einen kleinen, aber hoffentlich wachsenden Teil der PAG-Inhalte ausmachen.

 

Unter der Oberfläche herrscht eine große Vielfalt

Nutzerfreundliche Internet-Suchportale sind übersichtlich und leicht zu bedienen. Damit Anfragen auf Tastendruck eine gut sortierte Trefferliste ausgeben, die sich zudem nach speziellen Merkmalen weiter verfeinern lässt, ist allerdings einiges an Vorarbeit nötig. Volltexte nach einem bestimmten Inhalt zu durchsuchen, ist zwar kein Problem, bei anderen Materialien stoßen Computer aber noch immer an Grenzen: Welche Inhalte Fotos, Videos, Tonaufnahmen etc. haben, können sie ohne weiteres nicht interpretieren. Die Medien der PAG sind so vielfältig wie die Handlungsfelder der AlphaDekade: Neben Lehr- und Lernmaterialien umfassen sie Informationsmedien, etwa Aufklärungsfilme zu Problemen geringer Literalität, Forschungstexte zu speziellen Themen, Materialien für die Professionalisierung von Lehrenden sowie Konzepte für die Planung von Grundbildungsangeboten, die sich an Unternehmen, kommunale Verwaltungen und Bildungsinstitutionen richten. Das PAG-Portal soll all dies erkennen und Suchenden nützlich präsentieren können.

 

Im Vorfeld ist viel menschliche Arbeit nötig

Ehe das Portal in Betrieb gehen kann, müssen die Materialien anhand spezieller Merkmale beschrieben werden, so dass die Suchfunktion möglichst nur das zutage fördert, was die Nutzenden wünschen und benötigen. In der Bibliothek des DIE, wo das PAG-Projekt angesiedelt ist, wird hieran zurzeit gearbeitet. Bibliothekar*innen haben große Erfahrung darin, Medien zu erschließen, sie durchsuchbar und für jedermann zugänglich zu machen. Ein nicht unerheblicher Teil der Arbeit auf dem Weg dorthin fällt an, bevor das Portal online geht. Zu bedenken ist etwa, dass Suchende in den meisten Fällen mit einer allgemeinen Internetrecherche beginnen. Es ist also wichtig, dass die Materialien nicht nur im Portal, sondern auch in externen Suchanfragen gut auffindbar sind. Zunächst hat das Projektteam die hierzu nötigen technischen und inhaltlichen Standards definiert.

Der nächste Schritt wird darin bestehen, ein Testportal aufzusetzen und erste Nutzerfeedbacks auszuwerten. Bis zur fertigen Produktdatenbank liegt somit noch einiges an Strecke vor uns. Das Ziel behalten wir dabei fest im Blick, denn auch wir möchten einen Beitrag leisten, damit Grundbildung für alle Menschen in Deutschland zu dem wird, was sie sein sollte: eine Selbstverständlichkeit.

 

[i] Zu den Betroffenen zählen auch Menschen, die zwar Buchstaben, Wörter und einzelne Sätze lesen und schreiben können, längere zusammenhängende Texte aber oft nicht verstehen. Erwerbstätige, Männer und deutsche Muttersprachler sind jeweils in der Mehrheit, so die wichtigsten Befunde der zweiten LEO-Studie von 2018. Grotlüschen, Anke; Buddeberg, Klaus (Hg.) (2020): LEO 2018. Leben mit geringer Literalität. Bielefeld, wbv Media

 


Über den Autor

Jann Müller ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am DIE und leitet das Projekt „Produktdatenbank Alphabetisierung und Grundbildung“, das von 2019 bis 2022 in der Bibliothek des DIE durchgeführt wird.

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