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Blog

Teilhabe am Arbeitsleben

09/06/2017
minn Frank Jischke
Lingwa: DE
Teilhabe am Arbeitsleben – Auftrag der Werkstatt

Die Caritas Werkstätten in Mayen sind eine Einrichtung der St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe GmbH (www.st-raphael-cab.de). Vereinfacht dargestellt hat sie als Werkstatt für Menschen mit Behinderung den Auftrag, Personen, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung aktuell dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen, eine Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Hierzu zählen neben der Bereitstellung von verschiedenen Arbeitsbereichen innerhalb der Werkstatt auch die Qualifizierung und die Berufliche Bildung sowie die Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt.

Der Start in die Werkstatt

In der Regel startet der Mensch mit Behinderung in der Werkstatt als Teilnehmer im Berufsbildungsbereich. Diese ein- oder zweijährige Maßnahme beginnt mit einem bis zu dreimonatigen Eingangsverfahren. In dieser Zeit stehen die Ermittlung der individuellen Fähigkeiten, Kompetenzen sowie der beruflichen Interessen des Teilnehmers im Fokus.

An das Eingangsverfahren schließt sich eine 12- bis 24-monatige Orientierungs- und Vertiefungsphase an, in der der Teilnehmer verschiedene Arbeitsbereiche der Werkstatt und des ersten Arbeitsmarktes kennenlernen kann. Auch in dieser Phase stehen die individuellen Interessen und Wünsche des Teilnehmers im Vordergrund und bestimmen den Verlauf der Maßnahme maßgeblich mit. Absolviert der Teilnehmer diese Zeit beispielsweise in einem regionalen Unternehmen auf dem ersten Arbeitsmarkt, erlangt er einen sogenannten Ausgelagerten Berufsbildungsplatz.

Nach Beendigung der Orientierungs- und Vertiefungsphase wechselt der Teilnehmer in den Arbeitsbereich und wird Beschäftigter der Werkstatt. Der Arbeitsbereich kann sich sowohl intern in der Werkstatt als auch extern auf dem ersten Arbeitsmarkt (Ausgelagerter Arbeitsplatz), mit dem Anstreben eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses („Budget für Arbeit“), befinden.

Für beide Möglichkeiten gilt die Prämisse, dass die Arbeit anspruchsvoll, interessant und an die individuellen Bedürfnisse des Beschäftigten angelehnt sein soll. Wichtig ist es hierbei, die Interessen sowie die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Beschäftigten mit einzubeziehen. Idealerweise geschieht dies durch Qualifizierung für anspruchsvolle Tätigkeiten und Arbeitsplätze. Eine solche anspruchsvolle Tätigkeit wird beispielsweise in dem Arbeitsbereich Mailing der Caritas Werkstätten in Mayen angeboten.

Moderner Dienstleister: die Mailing in Mayen

Als Dienstleister kann die Mailing in Mayen die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) zu ihren Kunden zählen. Die NA beim BIBB bietet auf ihrem Onlineportal unter www.na-bibb.de die Möglichkeit an, zahlreiche Broschüren und Informationsmaterialien zu bestellen. Mit der Einlagerung, der Konfektionierung und dem Versand dieser Publikationen hat sie die Mailing in Mayen beauftragt.

Was sich wie eine einfache Tätigkeit anhört („kurz mal drei Hefte zusammentragen, Umschlag zukleben und an den Besteller verschicken“), ist jedoch komplex und beinhaltet viele kleinteilige Arbeitsschritte, die komplett von fünf Werkstattbeschäftigten erledigt werden.

Wie vielschichtig und herausfordernd diese Aufgabe für die Beschäftigten ist, legen allein schon die Zahlen offen. So werden pro Jahr rund 105.000 einzelne Artikel zusammengetragen und an etwa 3.400 Adressen verschickt. Insgesamt umfasst der Artikelstamm der NA beim BIBB über 170 verschiedene Publikationen, die sich wiederum in Größe und Gewicht unterscheiden.

Für die Bewältigung dieser Aufgabe ist ein hohes Maß an logistischem und technischem Verständnis nötig. Um dieses zu erlangen, müssen die Beschäftigten mitunter umfassend qualifiziert werden. Es gilt hier der Grundsatz, die Arbeit an den Menschen anzupassen, damit diese für ihn machbar wird.

Neben der Datenpflege und dem Umgang mit digitalen Medien bringt der Auftrag noch weitere Aufgaben für die Beschäftigten mit sich. Hierunter fallen unter anderem das Bedienen von Druckern, die Auswahl der angemessenen Versandmethoden (Brief, Paket usw.) oder das Ermitteln der Versandkosten, die wiederum dem Besteller in Rechnung gestellt werden. Der Auftrag der NA beim BIBB bietet somit den Beschäftigten die Möglichkeit, umfassend Qualifikationen zu erlangen, die gegebenenfalls eine Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt unterstützen bzw. auf diesem gefordert werden.

Neben dem Umsatz, den die Mailing in Mayen erwirtschaftet, entsteht durch diesen Auftrag eine Win-win-Situation für alle Beteiligten: Der Kunde bekommt adäquat eine gleichbleibend hohe Qualität, die Werkstatt bietet eine anspruchsvolle und interessante Arbeit an und die Beschäftigten erlangen eine Qualifikation die sie der Teilhabe an der Arbeitswelt einen Schritt näher bringt.

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Herr Christian Doll bei der Konfektionierung einer Bestellung
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