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Die Lehrlingsausbildung: Die Trainingskompetenzen am Arbeitsplatz

17/06/2020
minn Mahira Spiteri
Lingwa: DE
Document available also in: EN FR

Dieser Beitrag wurde im Original von Ramon Mangion auf Englisch. 

Eine Ausbildung gilt al seine Form des arbeitsbasierten Lernens, die in zahlreichen Ländern große Bedeutung zugeschrieben bekommt. Lehrlingsausbildung und ähnliche Arten des arbeitsbasierten Lernens werden als ein wesentlicher Teil der Antworten der Länder auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit angesehen (CEDEFOP 2015). In der Regel beinhalten Lehrlingsprogramme eine Kombination aus schulischer und betrieblicher Ausbildung (Muehlemann & Wolter (2014, S. 3).

Viele Lernende in ganz Europa freuen sich darauf, ihre Ausbildung in verschiedenen Arbeitsumgebungen zu beginnen. Letztlich ist dies eine Gelegenheit, die bei einem Berufsbildungsanbieter erworbene Kenntnisse und Kompetenzen in die Praxis umzusetzen und gleichzeitig neue Kompetenzen zu erwerben und durch Praxiserfahrungen am Arbeitsplatz Kompetenzen aufzubauen.

Wenn ein Lehrling eine neue Erfahrung macht, durchläuft er einen ähnlichen Prozess wie ein neuer Mitarbeiter, mit dem zusätzlichen Druck, dass der Lehrling im Grunde genommen immer noch ein Student ist. Abgesehen von allen formalen Einführungsprozessen spielt der betriebliche Ausbilder daher eine wichtige Rolle, indem er den Auszubildenden dabei unterstützt, die Organisationskultur des Arbeitgebers zu verstehen und sich in diese einzufügen. Dies ist ein entscheidender Schritt für den Auszubildenden, um innerhalb einer Abteilung und der Organisation effektiv arbeiten zu können.

Nichtsdestotrotz verlangt der Lehrling für eine effektive Lehrzeit, dass die Ausbildung angemessen ist. Zum Beispiel muss der Ausbilder mit der örtlichen Gesetzgebung für arbeitsbasiertes Lernen und Lehrlingsausbildung vertraut sein. Als Beispiel möchte ich den Malta WBL & Apprenticeship Act [Arbeitbasiertes Lernen und Gesetz über das Lehrlingswesen] (2017 in Kraft getreten) betrachten. Das Gesetz enthält eine Liste von Rechten und Pflichten von Sponsoren, die Lehrlinge aufnehmen, und enthält Parameter, die für die gesamte Lehrzeit gelten.

Über die Gesetzgebung hinaus ist es auch wichtig, dass die Ausbilder entsprechend ausgerüstet sind, um ihr Wissen und ihre Erfahrung an die Auszubildenden weiterzugeben. Viele von ihnen sind Experten auf ihrem speziellen technischen Gebiet, verfügen aber möglicherweise nicht über die richtigen Kenntnisse und Fähigkeiten, um einen Lehrling auszubilden und zu führen. Letzteres wird sicherlich einen erheblichen Einfluss auf die Lernerfahrung des Auszubildenden haben. Laut Dibpoye (2018) "Wenn leitende Angestellte schlechte Fähigkeiten und negative Einstellungen haben, können die Auszubildenden von ihnen falsche oder ineffiziente Arbeitsmethoden lernen". Meiner professionellen Meinung nach muss ein Ausbilder über eine Kombination aus guten Soft Skills und Trainingsfähigkeiten verfügen. Ich führe unten einige Beispiele an. Diese Liste stellen keine vollständige Auflistung dar.

 

Beispiele Soft-Skills

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Problemlösung
  • Soziale Kompetenz
  • Arbeitsmoral
  • Zeitmanagement

Beispiele Trainingskompetenzen

  • Die Fähigkeit, verschiedene auf die Berufsbildung anwendbare Unterrichtsstrategien anzuwenden, z.B. direkter Unterricht mit physischer Anleitung, Demonstrationen usw.
  • Umgang mit der Ausbildung praktischer Fertigkeiten
  • Einzel- und Gruppenunterricht
  • Effektive Befragungs-Fähigkeiten
  • Effektive Feedback-Fähigkeiten
  • Beurteilung der motorischen Fähigkeiten
  • Selbstbewertung

 

Dies stellt eine Gelegenheit für Berufsbildungsanbieter, Arbeitgeber und andere Interessenvertreter dar, zusammenzuarbeiten, um den Lehrlingsausbildern am Arbeitsplatz solche Kompetenzen zu vermitteln. Abschließend möchte ich als Beispiel das Malta College of Arts, Science and Technology anführen. Die Hochschule sicherte sich eine Finanzierung von 7 Millionen Euro durch den Europäischen Sozialfonds zur Durchführung des Projekts mit dem Titel „Erzielung beruflicher Exzellenz durch verbessertes arbeitsbasiertes Lernen“ in Zusammenarbeit mit dem nationalen Qualifizierungsrat, dem Ministerium für Bildung und Beschäftigung und der Industrie- und Handelskammer Malta. Eine der Hauptaktivitäten dieses Projekts wird die Entwicklung und Durchführung eines Schulungsprogramms sein, das sich an Ausbilder aus der Industrie richtet und sich auf die oben hervorgehobenen Kompetenzen konzentriert. Das Ziel besteht darin, die Qualität des industriebasierten Lernens / der industriebasierten Ausbildung zu verbessern, indem es sich an jene Personen richtet, die den Auszubildenden die tägliche Betreuung und Beratung am Arbeitsplatz bieten. Diese tragen somit zum Aufbau von Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen bei, die von der Industrie benötigt werden.

 

Referenzen

  1. CEDEFOP, 2015. Apprenticeship Review : Malta. Luxembourg: Publications Office of the European Union.
  2. Robert L. Dipboye, "Employee Training and Development" In The Emerald Review of Industrial and Organizational Psychology. Online veröffentlicht: 14. Aug 2018; 581-624
  3. Wolter, S. C., Muhlemann, S. & Schweri, J., 2006. Why some Firms Train Apprenties and Many Others Do Not. German Economic Review, 7(3), pp. 249-264.

 

Biografische-Anmerkung

Ramon Mangion ist derzeit stellvertretender Direktor für Lehrlingsausbildung und arbeitsbasiertes Lernen am Malta College of Arts, Science and Technology und arbeitet an der Umsetzung des ESF 3.081-Projekts „Berufliche Exzellenz durch verbessertes arbeitsbasiertes Lernen erreichen". Ramon hat einen Abschluss in Tourismuswissenschaft, einen M.A. in Erwachsenen Aus- und Weiterbildung sowie ein postgraduales Zertifikat in Management. Er ist außerdem ECVET-Experte und EPALE-Botschafter.

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  • Marija Elena Borg's picture
    Thank you for sharing the above with us, Ramon! I definitely agree that the trainer's soft skills and training skills are crucial in determining whether an apprenticeship programme is set to be completed successfully or otherwise. 

    Based on this argument, the Malta Business Bureau in collaboration with six other partners from the Netherlands, Denmark, Romania and Spain, recently launched 'LEADER' - an Erasmus+ project targeting VET students and trainers, in their quest towards developing appropriate soft skills.  Whilst students will be chiefly targeted through the development and dissemination of an innovative serious game, trainers will benefit from an online practical resource package that will enable them to better structure their training schedules.
  • Ramon Mangion's picture
    HI Maria, great initiative. Looking forward to rad further about this project,