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Blog

Nachhaltigkeit erleben, um nachhaltig zu leben

02/03/2020
minn Nicolas BOSCH
Lingwa: DE

Lesedauer circa 6 Minuten - Lesen, liken und kommentieren!


Deutsches Dorf_Blogbeitrag Erasmus + Projekt MAREA auf EPALE

Bildnachweis: Pixabay | Thomas Wolter

Lerninhalte erlebbar machen und Bildungsformate in ländliche Regionen bringen, die beiden Faktoren miteinander zu verbinden, ist das große Ziel des Projektes MAREA. MAREA ist die Abkürzung für „Multifunctional Agriculture: Rural Education for Action“. Der Name beinhaltet das Ziel des Projektes, nämlich ländliche Tätigkeiten und das Wissen, welches in den ländlichen Regionen schlummert, zu nutzen, um aktiv den eigenen Lebensstil anzupassen. Eine der großen Herausforderungen unserer heutigen Zeit ist der ressourcenintensive Lebensstil der Weltbevölkerung. Wenn es darum geht Ressourcen zu schonen taucht immer wieder das Schlagwort Nachhaltigkeit auf.

Wir müssen nachhaltiger wirtschaften, wir müssen nachhaltiger konsumieren, wir müssen nachhaltiger leben. Doch was bedeutet Nachhaltigkeit und vor allem wie sieht Nachhaltigkeit in der Praxis aus? Was kann ich dazu beitragen, dass unsere Welt nachhaltiger wird? Das sind nur einige der Fragen, die uns im Bezug auf dieses Thema beschäftigen und die aufzeigen, dass bei vielen Menschen eine Bereitschaft besteht, sich dem Thema Nachhaltigkeit zu widmen und sich damit auseinanderzusetzen. Diese Bereitschaft wollen wir aufgreifen und den Lerninteressierten sowohl Inhalte vermitteln als auch Tools an die Hand geben, mit denen sie ihre Lebensweise nachhaltiger gestalten können. Viel Wissen über Nachhaltigkeit steckt unserer Auffassung nach im ländlichen Raum.


Wissensgrube ruraler Raum

Das Projekt MAREA richtet sich deshalb an zwei Zielgruppen. Es bringt die Bereitschaft intrinsisch motivierter Menschen, die mehr über Nachhaltigkeit erfahren wollen, mit den Potentialen der ländlichen Regionen zusammen. Die meisten Bildungseinrichtungen sind im urbanen Raum angesiedelt, MAREA dagegen bringt die Idee der Volkshochschule in Form der „RuralAcademy“ aufs Land und bildet die Akteur*innen des ländlichen Raums aus, Wissensvermittler*innen in ihrem spezifischen Gebiet zu werden. Die ausgewählten Personen sind alle Experten in gewissen Bereichen. Im Rahmen von MAREA werden diese Personen befähigt ihr Wissen in Form von Bildungsformaten an Interessierte weiterzugeben.

Zunächst gilt es die zukünftigen Lehrenden der entwickelten Bildungsangebote thematisch und auf vermittelnder Ebene zu schulen. Ein im Projekt entwickeltes Curriculum definiert den Rahmen der Bildungsformate und in innerhalb des Projektes durchgeführten Trainings werden die Personen in der Wissensvermittlung geschult. Um ein qualitativ hochwertiges Curriculum zu erarbeiten, wird dieses während des Projektes stetig weiterentwickelt, erweitert und überprüft. Zur Überprüfung dienen vor allem drei Multiplikatorenveranstaltungen, an denen Inhalte des Curriculums angeboten werden, um gemeinsam mit Stakeholdern und Vertreter*innen der Zielgruppen die Inhalte zu evaluieren.

Innerhalb von drei Trainings werden Akteur*innen des ländlichen Raums in der Thematik, der fachlichen Vermittlung und den strukturellen Voraussetzungen geschult. Ist die Qualität gesichert werden praktische Bildungsangebote für Lerninteressierte im ländlichen Raum angeboten. Die Wissensvermittlung zum Thema Nachhaltigkeit selbst findet anhand der jeweiligen Schwerpunkte der Experten statt. Die lerninteressierten Personen können diese Bildungsformate in Form von Eco-Tourismusangeboten wahrnehmen und dabei die für sie interessanten Themen auswählen. Dadurch wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern dieses Wissen wird durch den Praxisbezug und der eigenen Teilhabe erlebbar gemacht.


Ziele der gemeinsamen Agrarpolitik

Das Projekt MAREA ist ein von der europäischen Union im Förderprogramm Erasmus+ gefördertes Projekt. Es trägt daher neben der Stärkung der Akteur*innen des ländlichen Raums zum Erreichen der Ziele, die innerhalb der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2020 definiert wurden, bei. Die Ziele der GAP werden innerhalb des Projektes durch Stärkung der Akteur*innen ländlicher Gebiete und durch das innovative Bildungsformat "RuralAcademy" aufgegriffen und angegangen. Das Projekt MAREA deckt dabei verschiedene Themengebiete ab. Gesundheit, Ernährung und effiziente Bodenbewirtschaftung sind beispielsweise Teil der Bildungsinhalte, da viele Lernorte sozio-ökologische Landwirtschaft betreiben. So trägt das Projekt dazu bei, dass auch auf struktureller Ebene der Wechsel zu sozio-ökologischer Landwirtschaft lukrativer wird.

Genau dort setzt das Projekt an: Die ländlichen Strukturen auf nachhaltigem Wege zu stärken und dieses Wissen innerhalb der Bildungsinhalte zu verbreiten und an eine große Vielzahl an Menschen weiterzugeben. Durch die Kopplung mit dem Eco-Tourismus und der Vermittlung der Bildungsinhalte als zweites Standbein führt das Projekt bei den Vermittler*innen zudem zu einer Sicherung lebensfähiger Betriebseinkommen. Das zentrale Element des Projektes ist deshalb das innovative Bildungsformat der "RuralAcademy". Die Volkshochschule wird quasi in die ländlichen Regionen getragen, wobei die Akteur*innen des ländlichen Raum dabei selbst als Bildende fungieren und ihr Wissen und ihre Erfahrungen an Interessierte weitergeben. Durch die Verknüpfung mit touristischen Angeboten entsteht dadurch eine angenehme und einzigartige Lernatmosphäre.

Darüber hinaus werden die Akteur*innen des ländlichen Raums gestärkt und ermutigt, innovative und nachhaltige Formate anzuwenden, um Elemente davon als Bildungsinhalte vermitteln zu können. Viele Menschen trägt es auch aufgrund mangelnder Bildungsangebote auf dem Land in die urbanen Regionen. Mit Hilfe des Projektes MAREA werden nun die Potentiale des ländlichen Raums und deren Akteur*innen genutzt, Lerninteressierte auf das Land zu locken. Im Fokus des Projektes und damit als zentrales Output steht daher die Entwicklung eines Curriculums mit dem Überthema "nachhaltig leben und handeln". Das Bildungsangebot innerhalb des Curriculums ist vielfältig und bezieht sich vor allem auf folgende Themengebiete: Sozio-ökologische Landwirtschaft, bewahren von traditionellem Wissen in Landwirtschaft und Handarbeit und Verknüpfung urbaner und ländlicher Strukturen.


Startschuss für ein nachhaltiges Europa

Das Projekt dient dabei als Starthilfe für den Aufbau von Lernorten im Rahmen der „RuralAcademy.“ Innerhalb der Projektlaufzeit von 32 Monaten werden in den durchführenden Partnerländern Belgien, Deutschland, Italien, Kroatien und Norwegen modellhafte Lernorte implementiert und ein qualitativ hochwertiges Curriculum erarbeitet. Auf dieser Grundlage sollen zunächst in den Partnerländern und dann darüber hinaus weitere Lernorte Teil der „RuralAcademy“ werden, um zum Einen möglichst vielen Lerninteressierten die Möglichkeit und den Zugang zu den Bildungsinhalten zu gewährleisten und um zum Anderen das Portfolio der Inhalte zu erweitern.

   

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EPALE Nutzer Nick Bosch_Starkmacher e.V.

Über den Autor: Nicolas Bosch studiert interkulturelle Bildung im Masterstudiengang. Seit 2016 arbeitet er an verschiedenen Projekten bei der NGO Starkmacher e.V.. Dort lag sein Schwerpunkt zunächst auf der Arbeit mit Flüchtlingen. Im Laufe der Jahre hat er sich aber auch in anderen Themenfeldern wie Nachhaltigkeit, multifunktionale Landwirtschaft und Sportprogramme spezialisiert. Seit 2019 ist er für die Koordination von EU-Projekten zuständig und zudem zweiter Vorsitzender des Starkmacher e.V.

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Qed jintwerew 1 - 1 minn 1
  • Sibilla Drews's picture
    Sehr spannend, die Idee einer "RuralAcademy", bei der die Akteur*innen des ländlichen Raums Wissensvermittler*innen in ihren spezifischen gebieten werden.