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Blog

Stoppt sexualisierte Gewalt! Erasmus-Projekt gestartet

17/01/2020
minn Michael Sommer
Lingwa: DE
Document available also in: EN PL

Lesedauer circa drei Minuten - Lesen, liken und kommentieren!


Stopp!

Angela Errore, Ombudsfrau für Kinderschutz in Palermo, führt den Teilnehmenden des Projekt-Auftaktmeetings in der sizilianischen Stadt gleich vor Augen, mit welch erschütterndem Thema sie es zu tun haben: Direkt hier, in dem Stadtteil des gastgebenden Partners, wurde vor 20 Jahren einer der größten Missbrauchsskandale in Italien aufgedeckt: 120 Familien haben systematisch ihre Kinder sexuell missbraucht, gefilmt und die Videos verbreitet. Die Filme kursieren immer noch, die Täterinnen und Täter leben weiterhin hier vor Ort. Und die Opfer? Die sind selber meist zu Täter geworden.

Lernplattform nach dem Gamification-Prinzip

Für die acht Partner konnte der Auftakt ihres Projektes kaum nachdrücklicher sein. Sie haben sich vorgenommen, eine Lernplattform nach dem Gamification-Prinzip zu entwickeln, die vor allem diejeingen ansprechen soll, die als Laien mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Wichtiger Bestandteil des Projekts mit dem Namen „STOPP! Prävention gegen sexuellen Missbrauch von Kindern: Neue Methoden, Inhalte und Ansätze im europäischen Kontext“ sind die Grafiken: Die Lernplattform soll durch künstlerisch hochwertige, z. T. animierte Illustrationen gestaltet werden. In einem Auswahlverfahren wird derzeit nach geeigneten Künstlern gesucht.

Laien sollen von Präventionsarbeit erreicht werden

Die Initiative für das Projekt ging von Dr. Michael Sommer aus, Mitarbeiter der Akademie Klausenhof und Redakteur der Zeitschrift Erwachsenenbildung. „Sexualisierte Gewalt kann es überall geben: Im Zeltlager, bei einem Schulausflug, im Konfirmationsunterricht der Kirche. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass nicht nur Fachkräfte, sondern auch Laien von Prävention erreicht werden“.

Neben der katholischen Akademie Klausenhof, die die Koordination bei dem von der EU im Rahmen des Programms Erasmus+ geförderten Projekts hat, nehmen noch je eine katholische Dachorganisation aus Rumänien (Pro Educatione) und Ungarn (KIFE) an dem Projekt teil.  

Material für Schulungen und Konferenzen

Auf der Lernplattform werden sechs unterschiedliche Bereiche aufgegriffen: Neben Grundinformationen zur sexualisierten Gewalt sind dies die Aspekte „Opfer“, „Täter „, „Institutionen“, „Interventionen und akute Reaktionen“ sowie „Stärkung von Kindern“. Mit anschaulichen und praxisnahen Beispielen, Aufgaben, Statements, Videos, Hintergrundinformationen etc. sollen die Nutzer für das Thema sensibilisiert werden und Handlungsmöglichkeiten erhalten, sich in entsprechenden Situation richtig zu verhalten. Außerdem soll die Lernplattform in entsprechenden Schulungen eingesetzt werden können. Trainer erhalten hier außerdem zusätzliches Material, wie etwa geeignete Module oder Handouts für die Workshops. Wenn alles nach rund zwei Jahren Entwicklungszeit fertig ist, sollen in allen beteiligen Ländern Konferenzen zum Thema Kindesmissbrauch im europäischen Kontext stattfinden.

Erstes, europaweites Projekt zu diesem Thema

Stopp-Partner

Das Projekt ist das erste, umfassende zu diesem Thema auf europäischer Ebene in der Erwachsenenbildung. Eine wichtige Rolle darin übernimmt die polnische Empowering Children Foundation, die sich mit rund hundert Mitarbeitenden landesweit für Prävention gegen sexualisierte Gewalt einsetzt. Die Programmierung der Lernplattform übernimmt Die Berater aus Österreich. Hinzu kommen noch die spanische Organisation Magenta, die sich landesweit im Bereich der Gewaltprävention gegen Frauen engagiert, die griechische Erwachsenenbildungs-Einrichtung Active Citizens Partnership  sowie CESIE, Gastgeber des Auftaktmeetings in Palermo − eine Erwachsenenbildungs- und Projektorganisation, die sich vor allem im Bereich Arbeitslosigkeit, Gewaltprävention, Migration und Kinderschutz einen Namen gemacht hat.

Bildnachweise: "STOPP" © etherm, photocase | Gruppenbild © Akademie Klausenhof


Über den Autor: Dr. Michael Sommer ist Diplom-Journalist und war fünf Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter für Journalistik und Pädagogik. Seit 1993 ist er für die Akademie Klausenhof und die Katholische Erwachsenenbildung Deutschland (KEB) als Journalist, Pressereferent, verantw. Redakteur der Zeitschrift „Erwachsenenbildung“, in der medienpädagogischen Bildungsarbeit und in europäischen Projekten tätig. Er ist des Weiteren EPALE Botschafter.


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