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Emuārs

#tdm18 - EPALE beim Tag der Medienkompetenz

19/11/2018
EPALE Deutschland
Valoda: DE

Lesedauer ca. 4 Minuten

„Nur ein freier Umgang mit den neuen Medien ermöglicht einen zeitgemäßen Umgang mit der Demokratie“

So begrüßte am 5. November der Vizepräsident des Landtags und Medienpolitische Sprecher des Bündnis 90 / Die Grünen Oliver Keymis die Besucher*innen des siebten Tags der Medienkompetenz. Diese Worte verweisen bereits auf die Bedeutung, die Medien in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben erlangt haben. Einerseits hat die Digitalisierung unsere Kommunikation revolutioniert, andererseits werfen Phänomene wie Chemtrails, Fake News, Filterblasen und Alternative Fakten Zweifel auf, welche Fallstricke uns im Zuge der digitalen Transformation noch erwarten.

Wir können dank digitaler Angebote über alles informieren, Welten kennenlernen und erfahren sowie aktiv die Themen mitgestalten, die gesellschaftlich diskutiert werden (Stichwort: #metoo). Die digitale Transformation befähigt jeden zur direkten gesellschaftlichen Teilhabe. Es wird aber zugleich deutlich, dass Freiheit im digitalen Zeitalter weitaus mehr voraussetzt als den freien Zugang zur digitalen Welt. Die Masse an Möglichkeiten stellt uns alle vor die Aufgabe, uns in dieser neuen und bislang wenig regulierten, virtuellen Welt zurechtzufinden.

Um in dieser Hinsicht über wichtige Aspekte aufzuklären, wollte der Tag der Medienkompetenz Bildungsmaßnahmen und Projekte zur reflektierten Mediennutzung vorstellen. In 16 parallelen Foren und an insgesamt 44 Aussteller- und Mitmachständen konnten Besucher*innen sich kundig machen, ihre Fragen zum kritischen Umgang mit Medien klären und mitdiskutieren. In das Thema stieg man nach der Begrüßung durch ein kleines Quizz direkt ein.

Das kroatische WM-Team spendete seine gesamte 24 Mio. Euro Prämie?

Selbst als geübte*r Mediennutzer*innen sitzt man digital gestreuten Falschinformationen schnell auf, wenn man nicht aufpasst. Anja Backhaus (WDR) zeigte in ihrem Quiz „Fake oder Fakt“ anhand von Beispielen, dass selbst etablierte Medien so manches Mal dem Versuch erliegen, der heutigen schnelllebigen Nachrichtenberichterstattung gerecht zu werden, und Falschmeldungen nicht immer richtig identifizieren.

Eine Gesprächsrunde mit Patrick Gensinger vom ARD-faktenfinder und Giulia Silberberger vom Goldenen Aluhut thematisierte Maßnahmen, die versuchen Fake News und Verschwörungstheorien zu entlarven. Diese Aufgabe wird auch im gesellschaftlichen Kontext immer wichtiger. Wir wissen mittlerweilse, dass gezielt auf Social Media verbreitete Falschinformationen Wahlausgänge mitbestimmen und populistischen Gruppierungen, wie der amerikanischen AltRight Bewegung und der Identitären Bewegung in Deutschland, durchaus wieder zu neuer Beliebtheit verhelfen können.

Weihnachtsgeld für Flüchtlinge

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Fake News
Fake News, Filterblasen und Echokammern können auf viele Arten die Gesellschaft gefährlich beeinflussen, wie auch das Forum „Geflüchtete und Medien“ deutlich machte. Die Diskussion mit den Teilnehmenden zeigte vor allem auf, wie die dominante Flüchtlingsthematik der letzten Jahre vielerorts zu Unsicherheiten geführt hat – und zwar nicht nur bei deutschen Bürgern, sondern vor allem auch bei den Flüchtlingen selber, die sich ihrerseits zur Integration an Nachrichten aus ihrem Ankunftsland zu orientieren versuchen.

Dabei kann auf beiden Seiten ein negativ geprägtes Bild entstehen, das wiederum ein Klima der gegenseitigen Vorbehalte begünstigt und möglicherweise eine erfolgreiche Integration von Zugewanderten bremst. Um das zu verhindern, bemüht sich Falah Elias (WDR) mit Videobeiträgen auf der WDR-Plattform #Gerüchteforyou, neue Gerüchte zu entkräften – auf Arabisch und auf Deutsch und somit medial geschürte Missverständnisse aufzuklären. Als Beispiel führte er das Gerücht an, dass alle Flüchtlinge angeblich Weihnachtsgeld erhalten sollen.

Computerspiele als Ersatz für Geschichtsunterricht

Auch früher eher in der Nische verortete Medien wie Computerspiele werden immer beliebter. Die FAZ berichtete noch im Frühjahr 2018 von einem Gaming-Boom und der Digitalverband bitkom verkündet mittlerweile Gamer-Raten von über 42% (Stand 2016) in Deutschland. Da stellt sich langsam die Frage nach dem Einfluss, den solche Spiele gesellschaftlich haben können. Das Forum „History in Games – Authentizität und alternative Fakten in digitalen Spielen“ betrachtet beispielsweise den Realitätsgehalt der geschichtlich verankerten Spielwelten.

Computerspiele lassen sich besser vermarkten, je realistischer die Spielwelt ist – häufig werden dazu Spiele in geschichtliche Kontexte, wie den Zweite Weltkrieg, eingebettet. Die Vermittlung geschichtlicher Fakten bleibt in Spielen jedoch häufig auf der Strecke, da Realitätstreue in allen Spielszenarien häufig dem Erhalt des Spaßes am Spiel durch freie Spielgestaltung widerspricht. Einen guten Lösungsansatz verfolgen hier Spiele, die sich genau diesen pädagogischen Zweck der geschichtlichen Aufklärung zur Aufgabe machen, wie „Through the Darkest of Times“.

OER und die Möglichkeit der Teilhabe am politischen Geschehen

Die digitale Transformation birgt jedoch nicht nur Fallstricke, sondern vor allem eine Vielzahl an Möglichkeiten, sich aktiv am gesellschaftlichen Dialog zu beteiligen und auch Prozesse, wie die Digitalisierung selber, mitzugestalten. Social Media ist dabei bereits ein etabliertes Werkzeug. Es gibt aber auch vielfältige andere Formate, z. B. Plattformen, Blogs, Podcasts oder Webinare – man muss die Möglichkeiten nur nutzen.

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Tag der Medienkompetenz
An genau diesem Punkt setzt das das Projekt OERlabs unter Federführung von Juniorprofessorin Dr. Sandra Hofhues an, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. An der Universität zu Köln wurden Teilnehmer im Rahmen dieses Projekts unter experimentellen Bedingungen an den selbstverständlichen Umgang mit Open Educational Resources (OER) herangeführt. Am Ende steht die Erkenntnis, dass jeder offene Bildungsressourcen produzieren, dokumentieren und veröffentlichen kann. Ganz im Sinne von OER kann man das Projekt und seine Fortschritte online frei zugänglich mitverfolgen und sich die Ergebnisse zunutze machen.

Durch redaktionelle Weiterbildungsmöglichkeiten möchte auch correctiv Bürger*innen zur demokratischen Teilhabe in einer

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Reporterfabrik correctiv
digitalisierten Gesellschaft befähigen. Dies ist das Ziel der vom Verein correctiv neu gegründeten Reporterfabrik (weitere Infos auf einer entsprechend eingerichteten Homepage ab Ende Januar 2019). Durch Qualifizierung der Bürger*innen sollen sie zur Teilnahme und Mitgestaltung am Gesellschaftlichen Diskurs ermuntert werden. Das
Ziel ist die Bildung einer reflektierten medialen Öffentlichkeit, die der Desinformation entgegenwirken soll, die durch einen Überfluss an ungefilterter Information resultiert.

Ausblick

Der Tag der Medienkompetenz hat sich zum Thema Digitalisierung thematisch breit aufgestellt. Viele der Bereiche werden in Zukunft mit Sicherheit auch die Erwachsenenbildung betreffen. Wir möchten Ihnen durch Zusammenstellung der vielen interessanten Beiträge auf EPALE an dieser Stelle verschiedene Perspektiven auf die Thematik bieten. Nichtsdestotrotz sind auch Sie gefragt: Was ist Ihre Meinung zum den digitalen Themen? Welche Themen fehlen Ihnen? Teilen Sie uns Ihre Themen oder Anregungen in den Kommentaren zu diesem Beitrag mit.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Überblick:

Digitale Transformation in der Weiterbildung [Ressource]

D21-Digital-Index 2017 / 2018 [Ressource]

Digitale Handlungskompetenz - für Lernende und Lehrende [Ressource]

Zur Vertiefung:

Monitor Digitale Bildung #44 - Die Weiterbildung im digitalen Zeitalter [Ressource]

Was ist eigentlich digitale Volksbildung? [Blog]

Wer hat eine Digitalisierungsstrategie in der Erwachsenenbildung? [Blog]

Ausblick:

Digitalisierung: die Arbeitswelt von morgen [Video]

Themenwoche Digitalisierung Tag 2: Neue Konzepte in der Erwachsenenbildung     

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