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Emuārs

Deutsch für Flüchtlinge: Am besten von Anfang an (Projekte der Münchner Volkshochschule im Flüchtlingsbereich).

05/04/2016
Bunye Ngene
Valoda: DE

Es ist eine große Herausforderung, die zahlreichen Flüchtlinge, die im letzten Jahr nach München gekommen sind, mit Deutsch- und Integrationskursen zu versorgen. Die Münchner Volkshochschule (MVHS) ist die größte Anbieterin von Deutschkursen in der Region.

Der Anspruch lautet: „Deutsch von Anfang an“. Das ist auch für die MVHS angesichts der vielen Wartenden nicht aus dem Stand umzusetzen. Die vorhandenen räumlichen und personellen Kapazitäten reichen nicht aus. Es mangelt derzeit vor allem an fachlich versierten Lehrkräften für Deutsch, insbesondere für Alphabetisierungskurse. Die MVHS plant daher, Lehrkräfte speziell für den Deutschunterricht für Geflüchtete selbst zu qualifizieren. Mit den vorhandenen Ressourcen, die nach und nach wachsen müssen, führt sie bereits Projekte und Kurse zum Deutschlernen für geflüchtete Neuankömmlinge durch.

Das bayerische Arbeitsministerium finanziert Kurse zur „Sprachlichen Erstorientierung von Asylbewerbern in Bayern“. In aktuell vier Kursen mit 300 Unterrichtsstunden und für jeweils 20 Personen werden landeskundliches Wissen und einfache Deutschkenntnisse vermittelt. Grundlage dafür sind Module zum Beispiel über den Alltag in Deutschland, Arbeit, Einkaufen, Sitten und Gebräuche und andere, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) extra für diesen Kurstyp entwickelt hat.  

Die MVHS hat in einer einjährigen Kooperation mit der Stelle für Interkulturelle Arbeit der Landeshauptstadt München das Modellprojekt „ Komm rein!“ in der Erstaufnahmeeinrichtung Mc-Graw-Kaserne durchgeführt. Eine Herausforderung für den Deutschunterricht auf A1-Niveau mit interkulturellen Kompetenzen war die starke Fluktuation in der Erstaufnahmeeinrichtung. Deshalb musste „Komm rein!“ viel Neues erproben. Ergebnis ist unter anderem ein Leitfaden für den DAZ-Unterricht an einer Erstaufnahmeeinrichtung, der in Kürze veröffentlicht wird und ein Lehrwerk, das unter dem Titel „Komm rein!“ im Langenscheidt-Verlag erscheint. Das Projekt wird angesichts des großen Erfolgs in Eigenregie der MVHS fortgesetzt und an einer weiteren Erstaufnahmeeinrichtung (Am Moosfeld) implementiert.
Dazu: Deutschunterricht in Flüchtlingsunterkünften - das Projekt "Komm rein" der VHS München

Bereits seit 2015 leitet das Integrations- und Beratungszentrum Sprache und Beruf im Sozialreferat der MVHS Menschen mit unterschiedlichem Sprachniveau und sehr heterogenen Bildungsvoraussetzungen das bestehende Deutsch-und Integrationskursprogramm zu. Bewährt hat sich dabei, dass in den Kursen nach Lernvoraussetzungen und Lernprogression unterschieden wird und so die unterschiedlichen Bedürfnisse und die Heterogenität der Teilnehmenden berücksichtigt werden können. Dennoch reicht das sehr umfangreiche Angebot gerade mit Blick auf die Integrationskurse nicht aus, um die Nachfrage zu befriedigen.

Noch im Frühjahr 2016 startet die MVHS in Kooperation mit dem Amt für Wohnen und Migration und der Asylsozialberatung der Johanniter Deutschkurse in der städtischen Überbrückungsunterkunft Hellabrunner Str. Auch hier warten unterschiedliche Lernergruppen auf das Angebot.

Seit Oktober 2015 kooperiert die MVHS mit dem Referat für Bildung und Sport. Pädagogische Fachkräfte unterrichten in acht Vorklassen zum Berufsintegrationsjahr an drei städtischen Berufsschulen junge Flüchtlinge in Deutsch. Die Fachkräfte der Münchner Volkshochschule arbeiten hier eng mit Berufsschullehrerinnen und -lehrern zusammen.

München hat zwar eine Infrastruktur für die Integration von Geflüchteten in der Stadt, aber die muss ausgebaut und ergänzt werden. Oberbürgermeister Dieter Reiter hat das als städtische Aufgabe definiert. „Wo, wenn nicht hier in München werden wir diese Herausforderung bewältigen?“ – Das ist die Haltung der meisten Akteure.

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