chevron-down chevron-left chevron-right chevron-up home circle comment double-caret-left double-caret-right like like2 twitter epale-arrow-up text-bubble cloud stop caret-down caret-up caret-left caret-right file-text

EPALE

Eiropas Pieaugušo izglītības e-platforma

 
 

Emuārs

Lebenslanges Lernen im Haus der Europäischen Geschichte

19/02/2016
Alan Kirwan
Valoda: DE
Document available also in: EN

von Alan Kirwan                                            Dies ist eine Übersetzung aus dem Englischen

/lv/file/houseofeuropeanhistorysmalljpghouse_of_european_history_small.jpg

Photo House of European History

Photo credits: Atelier d'architecture Chaix & Morel et associés © Eddie Young / AACMA-JSWD

 

Ein transnationaler Blick auf die europäische Geschichte

Ende 2016 eröffnet ein neues Museum in Brüssel, Belgien. Es ist in vielerlei Hinsicht kein Museum wie jedes andere. Über sechs Stockwerke hinweg erzählt es eine vielschichtige Geschichte und gibt den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, die wichtigsten historischen Ereignisse zu erforschen, die in den letzten Jahrhunderten die Geschichte des europäischen Kontinents geprägt haben – und dies bis heute tun. Das Haus der Europäischen Geschichte, ein Projekt des Europäischen Parlaments, vermeidet nationale Narrative und bietet explizit einen übergreifenden transnationalen Zugang zu wegweisenden politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Phänomenen.

 

Das Museum als Lernumgebung

Obwohl es in Brüssel angesiedelt ist, will das Museum eine Vielzahl von Zielgruppen innerhalb und außerhalb Europas ansprechen. Die Präsenz- und Onlineangebote des Museums kann man sich als Schallwellen vorstellen, die vom Museumsstandort im Brüsseler Parc Leopold ausgehen und sich auf Lernende in ganz Europa erstrecken. Die ambitionierten Bildungsziele des Museums spiegeln sich im Konzept für eine Lernstrategie wider: 

Lernen steht im Haus der Europäischen Geschichte im Mittelpunkt. Dies wird sich auch in öffentlichen Aktivitäten zeigen, wie in Dauer-, Sonder- und Wanderausstellungen oder im Veranstaltungsprogram. Innovative Programme zu den Hauptthemen des Museums sollen das Lernen offen und für alle zugänglich gestalten. Trotz seines Standorts in Brüssel zielt das Haus der Europäischen Geschichte darauf ab, ein breiteres Publikum in Europa und der Welt zu erreichen.

 

Verschiedene Lernwege – in 24 Sprachen

Eine der Hauptzielgruppen sind erwachsene Lernende. Angesichts der Vielfalt und der verschiedenen Bedarfe von erwachsenen Lernenden hat das Bildungsteam des Hauses der Europäischen Geschichte die Methode der „mehrschichtigen Interpretation“ angewandt. So können diejenigen, die das Museum selbst besuchen oder seine Online-Ressourcen nutzen, je nach Wissensstand und Interesse auf Informationen zugreifen.

Beispielsweise stehen den Museumsbesucherinnen und -besuchern in Brüssel aktuelle Multimedia-Tablets zur Verfügung, die sie in 24 Sprachen durch die Ausstellungen und Inhalte führen. Dabei haben die Nutzerinnen und Nutzer nicht nur die Möglichkeit, die Sammlungen über einen Audio- oder einen Textzugang zu entdecken, sondern die Informationen selbst sind auch so angeordnet, dass sie „oberflächliches“ und „vertieftes“ Lernen ermöglichen. Die Informationen werden weiterhin durch visuelle Elemente wie Videos, Fotos, Grafiken und Karten ergänzt. Im Ausstellungsraum selbst werden die Lernenden viele audio-visuelle Stationen und interaktive Touchscreens in 24 Sprachen vorfinden.

Für Lernende, die während ihres Besuchs kein Tablet nutzen möchten, stellt das Museum kurze Einführungsbroschüren bereit, die – ergänzend zu den ausführlicheren Ausstellungskatalogen - zusammenfassend einen Überblick über die Hauptthemen und Narrative liefern. Eine Publikationsreihe zu den vorgestellten Themen, die sich an ein akademisches und ein breiteres Publikum richtet, ist für die Monate nach der offiziellen Eröffnung des Hauses der Europäischen Geschichte geplant.

Das Museum berücksichtigt auch, dass Erwachsene Museen oft als Teil von intergenerationellen  Gruppen, wie zum Beispiel Familien, besuchen. Vor diesem Hintergrund hat das Haus der Europäischen Geschichte kreative und ansprechende „Entdeckungsräume“ und einen „Familienpfad“ entworfen, die zum Dialog zwischen Jung und Alt auf allen Ebenen des Museums anregen.

 

Ein Dialograum für alle

Erwachsenen Lernenden wird ein jährliches Veranstaltungsprogramm geboten, das Führungen, Gastvorträge, Konferenzen und Workshops, Kurse und Praxisangebote umfasst. Viele dieser Veranstaltungen werden online stattfinden und virtuell mit anderen Museen, kulturellen Einrichtungen und Partnerinstitutionen in Europa und der Welt verlinkt sein. Ebenso berücksichtigt das Haus der Europäischen Geschichte sein lokales Umfeld sowie die Tatsache, dass es Teil eines Systems von Kultureinrichtungen und Museen in Brüssel und Belgien ist. Daher wird es im Bereich der Erwachsenenbildung eng mit ortsansässigen Museen und kulturellen Organisationen zusammenarbeiten. Das Haus der Europäischen Geschichte wird sich dabei mit lokalen Anbietern von Erwachsenenbildung vernetzen und durch den Zugang zum Museum und seinen Sammlungen gehaltvolle Lernmöglichkeiten bieten, so dass das Museum zu einer echten Lernressource und zu einem Dialograum für alle wird.

 

Dr. Alan Kirwan ist Bildungskoordinator im Haus der Europäischen Geschichte, einem Projekt des Europäischen Parlaments.

Share on Facebook Share on Twitter Epale SoundCloud Share on LinkedIn