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Emuārs

Die Wichtigkeit des Ehrenamtes in der Erwachsenenbildung - Wie eine Reise mit ERASMUS+ die Zukunft gestalten kann

18/06/2020
Anke DREESBACH
Valoda: DE

Lesezeit ca. 3 Minuten - Lesen, Liken, Kommentieren!


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Wir sitzen zu dritt vor einem leeren A1 Blatt Papier. „Was macht die Volkshochschule Krempe e.V. aus? Was sind die Chancen und Risiken für die Zukunft?“ steht auf dem beiliegenden Aufgabenblatt, natürlich auf Englisch. Weil ich zu diesen Fragen zunächst nichts als Leere in meinem Kopf verspüre, schaue ich auf, um in Ruhe zu grübeln.

Workshop auf Teneriffa

„Mama, kannst du mitspielen?“ höre ich im Hintergrund meine dreijährige Tochter fragen. Sie ist mitgereist nach Teneriffa zu einer einwöchigen Fortbildung mit dem Thema „Teamwork and social skills for motivated staff“. Eine mitgereiste Kinderbetreuung macht es möglich, dass ich an diesem geförderten ERASMUS+ Projekt der Volkshochschule Krempe e.V. überhaupt teilnehmen kann. Gerade lernen wir in unserer Arbeitsgruppe die „SWOT-Methode“ als Technik der strategischen Planung am Beispiel unserer VHS kennen und probieren sie aus.

Zurück in der Runde: Wo waren wir? Äh ja, Zukunft der VHS…genau! Wieder sehe ich mich um, weil mir eine Antwort noch immer nicht bewusst ist. Wir sitzen auf der Wiese einer ökologisch arbeitenden Plantage, die etwas höher liegt. Ich kann hinter vielen Palmen das türkiesblaue Meer sehen. Es sind 18 Grad und die Sonne wärmt meinen Rücken. Ich atme durch. Und dann wird es mir klar: Das, was wir hier gerade erleben und machen, das ist es! Ich sitze an einem fernen Ort, mit mir bisher nicht bekannten Kollegen unserer VHS der verschiedenen Altersgruppen und aus den verschiedenen Spezialgebieten, sogar von einigen eigenen Kindern begleitet. Wir sprechen in Gruppen über die Chancen und Risiken der zukünftigen Bildungsarbeit der VHS in Krempe. All das erscheint mir in diesem Moment, wie ein Blick in die Zukunft. Im normalen Alltag hätten wir dazu bestimmt keine Zeit gefunden.

„Wir müssen uns bei der Gestaltung unseres Bildungsangebotes Gedanken darüber machen, wie unser Alltag und der unserer Zielgruppe heutzutage aussieht.“ beginne ich. „Die Zeiten haben sich geändert. Wir ziehen der Arbeit hinterher, wir Mütter arbeiten, die Väter kommen spät nach Hause und die Verwandtschaft wohnt oft nicht in unmittelbarer Nähe. Junge Leute verlassen nach der Schule unsere Dörfer. Wenn wir wollen, dass uns Dozenten und Ehrenamtliche weiter unterstützen, müssen lang gelebte Traditionen ein neues Gewand bekommen und die Bildungsangebote anders durchdacht werden.“ Dem stimmt mir eine junge Kollegin zu. Auch sie ist mit Kind gereist. „Ich könnte mein Ehrenamt in der musikalischen Erziehung zurzeit gar nicht weiterführen, wenn ich meinen Lütten nicht mitnehmen dürfte in den Unterricht.“ Toleranz und Flexibilität sind also gefragt.

Alina Selk-Hansen

Aber im weiteren Austausch wird uns auch schnell klar, dass dies längst nicht alles ist. Die Digitalisierung muss kommen, um das vorhandene Programm an verschiedenen Orten durchführen zu können und es dort an die Leute zu bringen. Wir diskutieren konstruktiv weiter und tauchen gemeinsam ab in eine Blase von Zukunftsvisionen. In mir macht sich ein Gefühl von Motivation und Vorfreude breit. Am liebsten würde ich gleich morgen mit der Umsetzung der Ideen beginnen. Doch dann unterbricht uns Anca Duda, unsere spanische Dozentin mit der Bitte, unsere Ergebnisse den anderen Gruppen zu präsentieren.

Ich lausche und nehme meine Tochter auf den Arm, um ihr einen Kuss zu geben. Sie strahlt mich an. Und mir wird klar, dass das, was wir hier gerade erleben, ein ganz wichtiges und einzigartiges Angebot für uns Mitarbeiter der Kremper VHS ist. Und mir wird einmal mehr bewusst, wie wichtig es ist, für unsere Gesellschaft im Ehrenamt tätig zu sein. Nicht nur für mich selbst, sondern auch für die Impulse, die wir der zukünftigen Erwachsenenbildung bei uns auf dem Land geben.

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Über die Autorin:  
Alina Selk-Hansen, Sport- und Fitnesskauffrau, arbeitet seit 2018 nebenberuflich als Dozentin für Rückengymnastik bei der Volkshochschule Krempe e.V. und unterstützt diese als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Digitalisierung und bei den Ferienprogrammen.

Alle Fotos: Privat


Lesen Sie auch die anderen Beiträge der Themenwoche: Ehrenamt in der Erwachsenenbildung!  

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Tiek rādīts 1. - 2. no 2
  • Lietotāja Marlene Röder attēls
    Der Beitrag beschreibt schön, wie wichtig es manchmal ist die gewohnte Umgebung zu verlassen, um Dinge klarer sehen zu können. Außerdem bekommt man beim Lesen Lust darauf zu verreisen…
  • Lietotāja Anke DREESBACH attēls
    Es verdient immer wieder Respekt, wenn ehrenamtlich tätige Menschen wie Frau Hansen an einer Fortbildung im Ausland teilnehmen, um die Arbeit und die Qualität der Angebote in der Einrichtung, in der sie tätig ist mit neuem Wissen und Ideen zu unterstützen.