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Die Umsetzung der Selbstevaluation anhand des EQAVET-Referenzrahmens in Berufsbildungsinstitutionen

27/05/2020
KATALIN MOLNÁR-...
Valoda: DE
Document available also in: HU EN

Ein Merkmal von EQAVET, das einen Mehrwert gewährleistet, ist, dass es zur systematischen Umsetzung von Selbstevaluation anregt und dadurch die kontinuierliche Verbesserung und Entwicklung der Qualität der Berufsausbildung fördert. Gleichzeitig können der Referenzrahmen selbst und die einen Teil von ihm darstellenden Deskriptoren und Indikatoren als Referenzinstrument zur Qualitätsbewertung angewendet werden. Die Experten des innerhalb des organisatorischen Rahmens des Nationalen Amtes für Berufs- und Erwachsenenbildung tätigen nationalen EQAVET-Referenzpunktes für Qualitätssicherung in der Berufsbildung (EQAVET NRP) haben eine Methodik für eine Selbstevaluation anhand des EQAVET-Referenzrahmens in den Berufsbildungsinstitutionen, die wir in unserem heutigen Blog vorstellen wollen, erarbeitet.

Die im EQAVET-Referenzrahmen festgelegten gemeinsamen Grundanforderungen an die Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung in der Berufsbildung sind diejenigen Kriterien, an denen die Wirksamkeit und Effizienz jedes beliebigen Systems, Prozesses, Praktik und Verfahrens gemessen werden können. Auf diese Weise bedeutet die anhand des EQAVET-Referenzrahmens erfolgende Selbstevaluation im Hinblick auf die Deskriptoren die Erhebung zu und Untersuchung der Frage, inwieweit der Qualitätssicherungsansatz, das -system und die -tätigkeit der Berufsbildungsinstitution die EQAVET-Anforderungen erfüllen.

Der Methodik zufolge sollte eine anhand des EQAVET-Referenzrahmens erfolgende Selbstevaluation aufgrund des folgenden Prozesses (Zwischenziele, Schritte) realisiert werden:

Der Umsetzung der Selbstevaluation muss eine gründliche Vorbereitung und genaue Planung vorausgehen. In der Vorbereitungsphase muss das Erzieher-/Lehrerkollegium über das Ziel, das erwartete Ergebnis und die Aufgaben der Selbstevaluation informiert werden; es muss ein Selbstevaluationsteam innerhalb der Einrichtung zusammengestellt werden, welches die Selbstevaluation leitet und managt. Außerdem müssen die an der Selbstevaluation beteiligten Mitarbeiter auf die Verwendung der Instrumente und der Methodik der Selbstevaluation vorbereitet werden, in deren Rahmen sie gemeinsam die Deskriptoren und einschlägigen Indikatoren des EQAVET-Referenzrahmens interpretieren; außerdem muss mit Unterstützung der Leitung ein detaillierter Arbeitsplan zur Selbstevaluation erstellt werden.

Im Realisierungsprozess der Selbstevaluation sondiert die Einrichtung unter Berücksichtigung der 23 Deskriptoren des EQAVET-Referenzrahmens, die sich auf Institutionen beziehen, als Anforderungssystem sachlich die gängige Praxis im jeweiligen Bereich, um später anhand der Analyse und Bewertung die Stärken zu formulieren und die Probleme und Bereiche mit Entwicklungsbedarf zu identifizieren.

  • Im ersten Schritt der Selbstevaluation müssen alle Informationen, Daten und Fakten zusammengetragen werden, anhand derer man gemeinsam auf der Grundlage des Konsensprinzips eine mit den Deskriptoren konforme Institutionstätigkeit und die in deren Rahmen erreichten Ergebnisse beschreiben kann. Festgelegt werden muss auch, von wem und von wo innerhalb der Einrichtung die erforderlichen und adäquaten Informationen eingeholt werden können und welche Dokumente durchgesehen werden müssen. Das eigentliche Ziel besteht darin, dass das von den Berufsbildungsinstitutionen geschaffene und verwendete System in jeder Hinsicht die in den Deskriptoren des EQAVET-Referenzrahmens formulierten Erwartungen erfüllt. Deshalb ist es wichtig, dass auf alle Deskriptoren im Zuge der Tätigkeit der Institution Antworten gefunden werden.

Die Beschreibung der Arbeitsweise einer Institution ist dann angemessen, wenn diese auf Fakten basiert, also bei der Vorstellung der Praxis auf folgende Fragen eingeht: Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum? Außerdem sollte sie sich auf den jeweiligen Deskriptor beziehen und keine Prinzipien, Ziele und Absichten formulieren, sondern eine konkrete Praxis, die auf realen Informationen und in der Praxis angewandten Tätigkeiten beruht.

  • Die Berufsbildungsinstitutionen müssen im Rahmen der Selbstevaluation, die anhand der EQAVET-Deskriptoren durchgeführt wird, auch überblicken, welche Indikatoren ihnen bezüglich der Effizienz und Wirksamkeit bei der Realisierung der untersuchten Deskriptoren (Prozess, Verfahren, Tätigkeit usw.) Informationen und Daten liefern. Deshalb ordnen die Institutionen im zweiten Schritt der den einzelnen Deskriptoren gemäß beschriebenen Praxis diejenigen EQAVET- und anderen in der Einrichtung verwendeten Indikatoren zu, die dabei helfen, die jeweilige Praxis zu bewerten.
  • Bei der Bewertung der im Zuge der Selbstevaluation vorgestellten institutionellen Praxis wird – im dritten Schritt – untersucht, ob die Einrichtungen die in den Deskriptoren formulierten Erwartungen erfüllen und wie die Ergebnisse bei den zum jeweiligen Bereich gehörenden Indikatoren aussehen. Die Erfüllung der einzelnen Deskriptoren muss in Prozent angegeben werden, wobei vier Bewertungskategorien anzuwenden sind. Schließlich muss die jeweilige Feststellung auch in Textform detailliert begründet werden. Anhand dieser Analyse und Bewertung müssen im Hinblick auf die Konformität mit dem EQAVET-Referenzrahmen die Stärken und Schwächen, sowie die Bereiche mit Entwicklungsbedarf bei der Einrichtung festgelegt werden. Als Stärke können diejenigen Praktiken gewertet werden, die mindestens 80 % der Erwartungen des Deskriptors erfüllen, wenn dies auch durch Ergebnisse und Indikatoren belegt werden kann. Sollten beliebige (teilweise oder umfassende) Defizite bei der Praxis und Regulierung des sich an den Deskriptor anschließenden Bereichs auftreten, wird dieser zu einem Bereich mit Entwicklungsbedarf werden.
  • Im vierten Schritt werden Probleme und Defizite, die in der institutionellen Praxis hinsichtlich der Konformität mit dem EQAVET-Referenzrahmen aufgedeckt worden sind, im Rahmen der Struktur der Deskriptoren aufgelistet. Aus dieser Liste wird ersichtlich, welche Entwicklungen erforderlich sind, wo ein Eingreifen notwendig ist und in welchen Bereichen im Weiteren eine geregelte Arbeitsweise erstellt werden muss, damit die institutionelle Praxis die in den EQAVET-Deskriptoren formulierten fachausbildungsspezifischen Erwartungen erfüllt.

Nach der Sondierung und Auflistung der Probleme und Defizite stellt die Realisierung der anhand der Selbstevaluation festgelegten, erforderlichen Entwicklungen (Nachverfolgungsphase) einen festen Bestandteil des Prozesses dar. Die weiteren Schritte in der Qualitätsverbesserung – wie die Analyse der Problemursachen, die Priorisierung der Problemliste unter Miteinbeziehung der Führungskräfte und Mitarbeiter, die Bestimmung der Entwicklungsziele, die Erstellung von Maßnahmenplänen und deren Umsetzung, die Bewertung der Effizienz der Entwicklungstätigkeit – müssen der Logik und den Schritten des EQAVET-Qualitätssicherungszyklus entsprechend in die institutionelle Praxis integriert werden.

Die Berufsbildungsinstitution kann ihre Selbstevaluation, die gemäß dem EQAVET-Referenzrahmen unter Anwendung der oben detailliert beschriebenen Methodik erstellt wurde, zur Entwicklung ihres Qualitätssicherungs- und Qualitätsmanagementsystems verwenden, dessen Ziel darin besteht, die in den Deskriptoren formulierten Praktiken zu entwickeln und anzuwenden.

Bei der Durchführung der Selbstevaluation hilft der Selbstevaluationsbogen. Einen Musterbogen finden Sie im Anhang.

Die detaillierte Beschreibung der so erarbeiteten und von 15 ungarischen Berufsbildungsinstitutionen in der Praxis erprobten Selbstevaluationsmethodik finden Sie zusammen mit den guten Praktiken der Institutionen in unserer Fachpublikation mit dem Titel Praktischer Leitfaden für Berufsbildungsinstitutionen zur Umsetzung der Selbstevaluation anhand des EQAVET+-Referenzrahmens, die auf der Webseite des EQAVET NRP (www.eqavet.nive.hu) verfügbar is.

 

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