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Emuārs

COVID-19: Psychische Gesundheit und Wohlbefinden aller Lernenden

11/05/2020
David LOPEZ
Valoda: DE
Document available also in: FR EN IT HU

 

 

 

 

 

 

 

[Übersetzung (Französich - Deutsch) : EPALE Frankreich]

Die Gesundheitskrise, die wir durchleben und deren Auswirkungen darin bestehen, dass die Hälfte der Menschheit in bisher unbekannten Stress- und Überlebenssituationen auf ihr Zuhause beschränkt ist, ist eine der wichtigsten in der heutigen Welt. Sie ist wahrscheinlich weniger stark als Kriegssituationen, Hungersnöte, soziale oder politische Krisen, die Menschen zur Flucht zwingen, oder Terrorismus. Diese Krise, in erster Linie eine Krise der öffentlichen Gesundheit, hat jedoch äußerst wichtige Auswirkungen auf die politischen Systeme aller Länder und damit auch auf die Bildungssysteme, die alle Altersstufen betreffen.

Nachdem europäische Plattform für lebenslanges Lernen  nach Brüssel eine Position veröffentlicht hat, habe ich deren Direktorin Frau Brikena XHOMAQI gebeten, zu erklären, was mit dem Titel „Mental health and wellbeing of all learners come first “ gemeint ist. Sie erklärte sich bereit, drei Fragen zu beantworten. 

 

  1. Wie schafft COVID-19 ein Problem der psychischen Gesundheit für Lernende?

Die Entscheidungen, die wir im Kampf gegen COVID-19 treffen, und insbesondere die Ausgangsbeschränkungen, haben tiefgreifende psychologische Folgen für uns alle: Angst, Depression, Angst um uns selbst und unsere Lieben, Inaktivität, Stress.

Lehr- und Lernaktivitäten sind zu Stressfaktoren geworden. Und es ist merkwürdig, dass die Sicherheit der psychischen Gesundheit von Lernenden, Lehrern und Ausbildern in den Notfallprogrammen der verschiedenen Länder kein Thema ist. Wie macht sich dieser Stress bemerkbar? Die Lernmethoden unterliegen neuen Arbeitsformen, einer neuen Bewertung der Fähigkeiten, Unsicherheiten über mangelnde Ausstattung und offensichtlich neuen Fähigkeiten, die es umzusetzen gilt.

Pädagogen im weitesten Sinne müssen die „Last“ der Bildungs- und Ausbildungssysteme auf ihren Schultern tragen. Dies gilt für die formalen Bildungssysteme (Schulen, Hochschulen, Universitäten), aber auch für den gesamten Bereich der Erwachsenenbildung. Pädagogen fehlt es in „feindlichen“ und sich ständig verändernden Ökosystemen an adäquaten Werkzeugen und Ressourcen.

Zu lange wurde die soziale Rolle von Lehrern, Erziehern und Ausbildern ignoriert. In der Erwachsenenbildung wurde diese soziale Rolle etwas stärker anerkannt, jedoch ohne institutionelle Anerkennung. Die heutige Dringlichkeit zeigt, dass die Länder mehr in die Ausbildung investieren müssen, damit die Fähigkeiten, d.h. alle Kompetenzen, die Pädagogen benötigen, um integrative und innovative Lernumgebungen zu schaffen, erworben werden können.

 

  1. Ist die Digitaltechnik eine einzigartige Lösung für Bildungssysteme?

Es liegt auf der Hand, dass heute - und seit etwa zehn Jahren - in der Europäischen Union wie auch in den verschiedenen Ländern digitale Kompetenzen im Mittelpunkt stehen. Zu behaupten, dass Bildung mit einem Bildschirm beginnt und endet, bedeutet, alle sozialen Aspekte des Lernens zu leugnen.

Allgemeine Fähigkeiten, emotionale Intelligenz und Kreativität sind ebenso von Bedeutung. In Ausbildungsprozessen gibt es eine Reihe von Kompetenzen, die vermittelt werden müssen. Es ist sinnlos, die Dinge nur schwarz-weiß zu denken.

Wir dürfen digitale Werkzeuge nicht als eine einfache Anpassung der bisherigen Inhalte betrachten, die jetzt durch Entfallen des Pädagogen online übertragen werden sollen. Es müssen neue Formen der Bildung erfunden werden, die den Platz des Lernenden, des Lehrenden, die Autonomie und Freiheit des Lernens, den Platz der Peer-Gruppe, kurz gesagt, neue Lernumgebungen neu definieren. Dies erfordert jedoch Ressourcen und Investitionen, die die Staaten nicht in vollem Umfang freigegeben haben.

Seit letztem Monat klopft eine dystopische Zukunft an unsere Tür, und die Bildungs- und Ausbildungssysteme der europäischen Staaten waren auf solche Herausforderungen nicht vorbereitet.

 

  1. Wie sehen Sie die Zukunft des Lernens in allen Lebensphasen?

In diesem Zusammenhang glaube ich, dass es notwendig sein könnte, die sehr reiche Erfahrung der E-Learning-Anbieter, die es im formalen, nicht formalen und informellen Sektor gibt, zu sammeln und zusammenzuführen. Dann wird es notwendig sein, mit allen Beteiligten zusammen an Gestaltung und Bereitstellung einer qualitativ hochwertigen, inklusiven Schul- und Ausbildung zu arbeiten.

Wir sind der Meinung, dass, so wie wirtschaftliche Rezessionen große Ungleichheiten verursachen, eine der greifbarsten Folgen der COVID19-Epidemie darin besteht, eine Kluft zwischen den Lernenden zu schaffen oder zu riskieren.

In Europa, der reichsten Region der Welt, wird Tausenden von Lernenden gesagt, dass sie Online-Kurse absolvieren sollen. Aber viele von ihnen können es sich nicht leisten: schlechte Internetverbindungen, keine Ausrüstung oder die Geräte werden von mehreren Personen genutzt. Außerdem erfordert Online-Lernen eine stärkere Motivation als Präsenz-Lernen, und einige häusliche Umgebungen begünstigen eine solche geistige Verfügbarkeit nicht.

Und dann müssen wir auch an all die potenziell Ausgeschlossenen denken, an Migranten, an Menschen mit Behinderung.

Ein Aufruf für den universellen Zugang zu Bildung während der Pandemie wurde von 28 Abgeordneten aus 13 Ländern aus verschiedenen politischen Gruppierungen gemacht. Wir unterstützen diesen Aufruf als Plattform für lebenslanges Lernen. Es ist ein Schreiben an die Europäische Union, um Ausgrenzung in einem E-Learning-Kontext zu vermeiden.

Mehr als je zuvor muss sich die Zivilgesellschaft mobilisieren, um die heutige Krise zu nutzen, um Situationen des universellen Zugangs zu Bildung in allen Lebensphasen zu schaffen. Alle Akteure, einschließlich der Lernenden und unabhängig von deren Alter, müssen im Mittelpunkt künftiger Diskussionen stehen, um auf diese soziale Eingliederung hinzuarbeiten, die notwendig ist, um die unmittelbare Gesundheitskrise zu überwinden. Lernen und Ausbildung sind Waffen, um Ausgrenzung zu überwinden. In den letzten Jahren hatten die Staaten dies vergessen, wie sie auch die Bedeutung solidarischer und nicht an wirtschaftliche Interessen gebundener Gesundheitsdienste „in Zeiten des Corona-Virus vergessen“ hatten. Wir hoffen, dass die Zukunft anders, inlusiver und innovativer sein wird. 

Weiterführende Information: 

https://aegee.blogactiv.eu/2020/03/31/refugees-and-covid-19/

https://eaea.org/2020/03/31/digital-learning-as-a-challenge-and-opportun...

http://evbb.eu/news/2020/04/07/resolution-on-the-health-and-economic-sit...

http://isca-web.org/english/news/physicaldistancingisnowahumandutybutphy...

 

David LOPEZ, Koordinator Education Populaire EPALE France

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Tiek rādīts 1. - 1. no 1
  • Lietotāja Tatjana Jaskeviča attēls
    Thank you for the given information on such topical question. There is no doubt that the current situation influences not only physical but also mental health. As a student I absolutely agree that new forms of courses and education in general should be created. Besides, students' and teachers' roles need to be reconsidered too because the distance learning right now exerts considerable pressure on students and educators. I agree that the problem with exclusion of different groups of people is a major problem now. The environment in which a person lives plays a significant role in his/her life. I think that the government of each EU country should analyze the situation in the education field and consider what need to be changed.

    Personally, the distance learning takes a lot of time because some courses are not adapted correctly. I spend approximately 15 hours a day in front of a computer in order to do all home assignments that were assigned. It feels like I am reaching the point of burnout.