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Emuārs

Universitäre Bildung in Zeiten von Corona

31/03/2020
Mona Schliebs
Valoda: DE
Document available also in: HR

Lesedauer circa fünf Minuten - Lesen, liken und kommentieren!


Das Leben auf Sparflamme mit Covid-19

Die pandemische Verbreitung des neuartigen Coronavirus hält die Welt in Atem – und das nicht nur sprichwörtlich. Anfang des Jahres konnte Deutschland die dramatischen Entwicklungen rund um Covid-19 durchaus besorgt aber noch aus sicherer Distanz beobachten. Das hat sich in den letzten Wochen drastisch geändert. Die explosionsartige Verbreitung des Coronavirus hat Europa nicht ausgelassen. Quasi über Nacht wurde auf die besorgniserregenden Entwicklungen reagiert, und zwar mit weitreichenden Konsequenzen für das soziale, kulturelle und berufliche Leben aller, so auch in Deutschland. Die Corona-Krise, so Bundeskanzlerin Merkel, sei die schwerste Krise der Nachkriegszeit[1].

Allein der Begriff Distanz hat durch die jüngsten Maßnahmen eine völlig neue Dimension bekommen. Social Distancing ist das Schlüsselkonzept im Kampf gegen die Infektionskrankheit und erarbeitet sich konkurrenzlos die Pole Position des meist gebrauchten Trendwortes 2020 - mit extrem bitterem Nachgeschmack.

   

Ein Verlorenes Jahr für die Bildung?

Was noch vor einiger Zeit völlig unvorstellbar gewesen wäre ist nun bittere Realität: Geschäfte und Restaurants haben größtenteils geschlossen, kulturelle Veranstaltungen jeglicher Art sind abgesagt, das Berufsleben beschränkt sich für viele von uns auf Kurzarbeit oder Home-Office und Schulen sowie Universitäten sind geschlossen. Was bedeutet es für den Bildungssektor, wenn Lehre nicht mehr in Präsenz möglich ist? Hinterlässt die Corona-Krise einfach ein schwarzes Loch im Bildungsverlauf derer, die ihren Bildungsweg aktuell beschreiten?

„Die Angst vor einem verlorenen Jahr für die Bildung in Deutschland ist berechtigt, wenn die Schüler zu lange zu Hause bleiben müssen“[2], sagt Pisa Chef Andreas Schleicher.

Ähnlich lässt sich das auch auf die Situation an deutschen Universitäten übertragen. Der Start des Sommersemesters ist verschoben, Präsenzveranstaltungen bis auf weiteres abgesagt und Prüfungen jeglicher Art werden ausgesetzt. So kurz vor Beginn des neuen Semesters trifft diese Maßnahme Studierende und Lehrende gleichermaßen schwer und stellt universitäre Strukturen vor ungeahnte Herausforderungen.

    

Gemeinsam lernen, trotz Social Distancing

Universitäre Lehre ohne Präsenz? In Zeiten der Digitalisierung ist diese Vorstellung für typische Frontallehre und Formate ohne viel Interaktion vielleicht noch verkraft- und vor allem gut vorstellbar. Aber wie sollen Seminare, Übungen und Tutorien digital umgesetzt werden, wo doch ihr Kern aus dem Austausch und der direkten Interaktion verschiedener Gruppen und Positionen besteht? Woher sollen Dozierende die technische Expertise nehmen und wer stellt notwendiges Equipment zur Verfügung? Was muss aus didaktischer Sicht bei der Konzepion reiner Online-Formate beachtet werden? Genau auf diese Fragen versucht das Institut für Lern-Innovation (ILI) der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) Antworten zu geben und bündelt seine gesamte Kompetenz im Bereich digitale Bildung, um der Lehre an der FAU letztlich einen Weg durch die Krise aufzuzeigen. Das ILI ist dort als Zentrum für digitale Bildung verankert und widmet sich seit Bekanntgabe der Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Krise zusammen mit anderen zentralen Einrichtungen der FAU mit aller Kraft der Koordination der umfassenden „Adhoc-Digitalisierungsmaßnahmen“ der Universität.

Unter dem Heading FAU-schnell-digital!-2020 wurde von der Universitätsleitung der FAU ein Unterstützungsprogramm ins Leben gerufen, das durch das ILI umgesetzt wird und Dozierenden schnelle und unkomplizierte Hilfe bietet. Als Sofort-Maßnahme und zentrale Anlaufstelle wurde die Website schnell digital! aufgesetzt, die fortlaufend mit didaktischen und technischen Hilfestellungen, DIY-Tutorials und zahlreichen Ressourcen befüllt wird. Unter dem Motto Hilfe zur Selbsthilfe hat sich das Institut für Lern-Innovation das Ziel gesetzt, sein Wissen über digitale Lehrszenarien, Tools und ihre Einsatzmöglichkeiten sowie die technische Umsetzung zu bündeln und Dozierende dazu zu befähigen Ihr digitales Lehrkonzept umzusetzen – kreativ, effektiv und vor allem schnell. Dozierende werden trotz der Fokussierung auf Selbsthilfemaßnahmen nicht allein gelassen und können jederzeit eine telefonische Beratung mit Expert*innen zum Thema in Anspruch nehmen, bei der die Ansprüche und Besonderheiten der einzelnen Veranstaltungen individuell betreut werden.

   

Die Krise auch als Chance verstehen

Die Corona-Krise stellt für uns alle eine enorme Herausforderung dar, die Maßnahmen sind belastend und ihre langfristigen Konsequenzen schwer absehbar. Trotzdem birgt jede Krise auch enormes Potenzial, etwas Neues und Positives entstehen zu lassen. Das zeigt sich nicht zuletzt auch an der FAU und am Institut für Lern-Innovation. Trotz Social Distancing sind alle Betroffenen so vernetzt wie nie und tauschen Ideen, Lösungen und Kompetenzen in einer täglich wachsenden Community aus. Zusammenhalt und Vernetzung sind heute so wichtig wie nie zuvor und die Situation beweist einmal mehr, was Menschen zusammen erreichen können. Hinter Corona, all den Einschränkungen und Entwicklungen steht immer noch eins: der Mensch. Und seit jeher wissen wir, dass die soziale Ebene des Lernens eine kraftvolle ist – für Studierende und Lehrende gleichermaßen.

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Bildrechte: Institut für Lern-Innovation


Über die Autorin: Mona Schliebs ist seit 2017 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Lern-Innovation tätig(link is external) und arbeitet dort im Kontext Digitalisierung in der Erwachsenenbildung. Im Rahmen ihrer Tätigkeiten ist sie unter anderem für die Koordination des Projekts CaseWORK zuständig. Frau Schliebs ist zudem seit 2019 als Botschafterin für EPALE Deutschland tätig.

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