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Emuārs

5 Prinzipien guter Alphabetisierungsarbeit für Erwachsene

23/09/2015
Katrin Handler
Valoda: DE
Document available also in: EN ET NL

 

1. Alphabetisierungsarbeit für Erwachsene basiert auf der Philosophie der Erwachsenenbildung, bei der es um persönliche Entwicklung und soziales Handeln geht.

Da Literalität in der heutigen Gesellschaft ein komplexes Thema ist, muss Alphabetisierungsarbeit für Erwachsene es den Lernenden ermöglichen, ihre Literalität und Rechenfähigkeit mit der Realität ihres täglichen Lebens und den Erfahrungen ihrer Vergangenheit in Verbindung zu bringen. Aus diesem Grund ist die persönliche Entwicklung ein wichtiger Teil des Lernprozesses. Des Weiteren könnte das Erlernen des Lesens und Schreibens Einzelpersonen wie Gruppen dazu bringen, einen Zusammenhang zwischen ihren eigenen Erfahrungen und größeren sozialen Problemen zu erkennen.

2. Literalität zu erlernen ist ein aktiver und ausdrucksvoller Prozess für Erwachsene. Lernende haben das Recht, ihre Bedürfnisse und Interessen zu erforschen, ihre eigenen Ziele zu setzen und zu entscheiden wie, wo und wann sie lernen möchten.

Erwachsene erlernen Literalität am besten, wenn sie aktiv in den Prozess involviert sind und ermutigt werden, ihre Ideen zu äußern und auf ihre eigenen Erfahrungen zurückzugreifen. Lernenden sollte es auch ermöglicht werden, die Methoden und Lernmaterialien zu finden, die ihnen am effektivsten beim Lernen helfen, und eine aktive Rolle zu übernehmen, wenn es darum geht, ihre Ziele zu definieren und das Lernprogramm zu gestalten. Dies wirkt sich auf vieles aus, wie die Ausbildung der Lehrenden, den Unterricht, die Lernansätze, die Auswahl der Lernmaterialien, die Verwendung von Technologien, und die Bewertung der Leistungen. Einige Lernende profitieren von der großen und flexiblen Auswahl an Optionen, wie Blended Learning, Fernunterricht oder zusätzlicher technischer Betreuung.

3. Alphabetisierungsarbeit für Erwachsene respektiert verschiedene Glaubenssysteme, Kulturen und Lebensweisen. Vertrauen und Diskretion sind die ethischen Stützen jedes Aspekts dieser Arbeit.

Hierbei geht es um das zentrale Thema des Respekts gegenüber Verschiedenheit und Vielfalt. Erwachsene, die wieder zu Lernenden werden, sind verschiedenster sozialer und kultureller Herkunft. Die Lehrenden und Organisationen im Bereich der Alphabetisierungsarbeit müssen unterschiedliche Glaubenssysteme, Sprachen, Kulturen und Lebensweisen voll und ganz respektieren. Diese Vielfalt sollte als positiv gewertet werden, da sie allen Teilnehmer/innen einer Lerngruppe oder eines Bildungsprogramms weitere Chancen bietet, Neues zu lernen.

Diskretion und Respekt müssen von Anfang an gegeben sein, um zu gewährleisten, dass sich die Lernenden wohl fühlen. Diese Ausgangssituation ermöglicht es ihnen, das Vertrauen aufzubauen, das nötig ist, um eine vielversprechende Lernatmosphäre zu schaffen.

4. Das Wissen und Können der Lernenden ist wesentlich für eine gute Organisation der Alphabetisierungsarbeit für Erwachsene. Lernende sollten die Möglichkeit haben, sich in jeden Aspekt des Programms einzubringen.

Lernende haben Erfahrungen und Kenntnisse, die für die erfolgreiche Planung, Entwicklung und Bewertung des Angebots von Alphabetisierungsarbeit für Erwachsene von zentraler Bedeutung sind. Ihre Ansichten und ihr Einvernehmen müssen in Betracht gezogen werden, wenn das Programm organisiert wird, vor allem im Bezug auf Werbung, Kursangebot, Betreuung, Lernmaterial und soziale Aktivitäten. Lernende sollten dazu ermutigt werden, sich in die Organisation zu integrieren, indem sie beispielsweise Teil des Vorstands werden. Allerdings gibt es natürlich Lernende, die nur zwecks der Ausbildung am Programm teilnehmen, und auch diese Entscheidung sollte respektiert werden.

5. Erwachsene lernen am leichtesten, wenn sie sich selbst dazu entschieden haben und wenn die Lernatmosphäre unterstützend, entspannt und freundlich ist.

Erwachsene die sich entscheiden, an ihrer Literalität zu arbeiten, haben bereits einen wichtigen und oft schwierigen Schritt getan. Lernende tendieren eher dazu, regelmäßig teilzunehmen und weiter zu lernen, wenn sie merken, dass ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt des Programms stehen, und dass guter Unterricht und gutes Lernmaterial wichtige Voraussetzungen für ein bestmögliches Lernumfeld darstellen. Im Idealfall sollte das Erlernen der Literalität für Erwachsene nicht mit Sozialleistungen oder einer Arbeitsstelle verbunden sein. Lernende, die sich in Lehrwerkstätten, am Arbeitsplatz oder im Gefängnis befinden, sollten das Recht haben, selbst zu entscheiden, ob sie an ihrer Literalität arbeiten wollen oder nicht.


 

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  • Lietotāja Christa NIEUWBOER attēls

    Beste Gaby, vanuit ons onderzoek kan ik deze beginselen helemaal onderschrijven. Heel goed dat je zo focust op plezier, veiligheid en participatie. Ik zou voor zeer laag opgeleiden willen toevoegen dat het niet altijd direct gaat om het leren van de taal. Zo is alfabetisering bij ons niet het eerste doel, maar: sociale interactie, zelfvertrouwen opbouwen, succeservaringen opdoen, leren leren, benoemen wat je zou willen kunnen - en dát leidt pas tot het daadwerkelijke leren van taal, in eerste instantie mondeling. De methode die we hebben ontwikkeld gaat dan ook uit van een stap vóór alfabetisering: ontmoeting in de eigen taal, een veilige (niet te diverse) groep en met een rolmodel als begeleider (bijv. een Marokkaanse groep wordt begeleid door een Marokkaanse hbo-opgeleide sociaal werker). Deelnemers geven bijvoorbeeld aan dat zij vijf jaar vast zijn gelopen in alfabetiseringscursussen en dat zij door de Themis-benadering eindelijk zijn gaan genieten van het leren, omdat het lukte. De begeleidster moet dan wel goed getraind zijn om het leerproces uit te dagen. Evt. meer via: www.themis-participatie.nl Ik ben ook erg benieuwd in hoeverre (in NL) je principes onderschreven en uitgevoerd worden?