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Blog

„Sport hebt die Grenzen auf“

28/09/2016
di Rumen HALACHEV
Lingua: DE
Document available also in: EN PL NL

Der vorliegende Artikel ist eine Übersetzung aus dem Englischen.

Bei der Arbeit mit Erwachsenen mit geistiger Behinderung oder besonderen Bedürfnissen kann die Kommunikation sich als schwierig erweisen. Andrzej Kamliński, Leiter der Werkstatt für Beschäftigungstherapie in Polen, hat einen Weg gefunden, die Kommunikationsbarriere zu überwinden und den Sport als alternative Möglichkeit der non-formalen Bildung zu nutzen. Hier berichtet er uns von einem Grundtvig-Partnerschaftsprojekt, an dem er mit drei weiteren Organisationen aus der Türkei, Deutschland und Italien beteiligt war.

Ich bin Leiter eines Zentrums für non-formale Bildung, in dem wir hauptsächlich Erwachsene mit Lernschwierigkeiten betreuen. Daneben bin ich Vorstandsmitglied einer NRO, die sich im Bereich Bildung und Entwicklung lokaler Aktivitäten engagiert.

Sport erleichtert die Arbeit mit lernbehinderten Menschen, da er die sprachlichen Grenzen aufhebt.Derzeit besuchen 40 Menschen unsere Einrichtung, von denen jeder Einzelne unterschiedliche Bedürfnisse hat und eine ganz spezielle Herangehensweise verlangt. Unsere Ausbilder ermöglichen diesen beeinträchtigten Menschen durch individuell abgestimmte Rehabilitationsprogramme soziale und berufliche Wiedereingliederung. Diese individuellen Programme beinhalten neben einfachen Alltagsaktivitäten auch den Erwerb größerer Unabhängigkeit, mit dem Ziel, eventuell später eine berufliche Tätigkeit auszuüben (in Fällen, wo dies möglich ist).

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Die uns zur Verfügung stehenden Mittel reichen zwar für den Unterhalt unserer Einrichtung aus, nicht jedoch, um uns weiter zu entwickeln und zu verbessern. Auch gehören die Menschen, die bei uns unterrichtet werden, einer besonderen Zielgruppe an, da viele von ihnen nicht oder nur sehr schlecht sprechen können und dadurch nicht in der Lage sind, ihre eigenen Bedürfnisse zu artikulieren. Das bedeutet, dass wir permanent auf der Suche nach neuen Methoden sind, um wirksam mit behinderten und beeinträchtigten Menschen zu arbeiten. Manchmal stellt sich heraus, dass einige der von uns erdachten Lösungen bereits in einer anderen Organisation oder Einrichtung in Polen oder im Ausland verwendet werden. Aus diesem Grund war Grundtvig ein fantastisches Instrument zum Austausch von Informationen und Erfahrungen aus erster Hand für Organisationen und Partner, die auf ähnlichen Gebieten tätig sind.

Gemeinsam konnten wir feststellen, dass es unter unseren Lernenden ein großes Problem gibt, das es zu bekämpfen gilt: die hohe Adipositas-Rate und andere damit einhergehende Gesundheitsprobleme. Einer der Lösungsansätze für dieses Problem ist körperliche Aktivität.

Sport ist einer der wenigen Bereiche, in denen man auch ohne allzu viele Worte unterrichten kann – einfach, indem man vormacht, wie Übungen oder Mannschaftssportarten ausgeführt werden. Sport erleichtert die Arbeit mit lernbehinderten Menschen, da er die sprachlichen Grenzen aufhebt.

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Das wichtigste Ziel unserer Partnerschaft war es, durch sportliche Aktivitäten Lernmöglichkeiten für Erwachsene mit Lernbehinderung zu schaffen. Im Rahmen dieser Partnerschaft konnten wir unsere Erfahrungen darüber austauschen, wie die aus sportlichen Leistungen gewonnene Freude und Motivation verwendet werden kann, um auch die Qualität des Alltagslebens zu verbessern. Die durch die internationale Zusammenarbeit entwickelten Produkte wurden in die Rehabilitationsprogramme in unserer Werkstatt für Beschäftigungstherapie aufgenommen und werden weiterhin positiv im Prozess der sozialen Wiedereingliederung eingesetzt.

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Die Zusammenarbeit zwischen den teilnehmenden Organisationen hat sehr gut funktioniert. Alle Partner leisteten ihren eigenen Beitrag und hatten am Ende ein perfektes Produkt entwickelt.  Meiner Meinung nach hatte unser Kollege aus der Türkei den schwierigsten Part übernommen, da er das ganze Projekt koordinieren musste.

Dank dieses zweijährigen Projekts ist es uns gelungen, einige Lösungen zu entwickeln, die die Arbeit mit lernbehinderten Menschen optimieren, wie etwa die Karten zur Verbesserung der muttersprachlichen Fähigkeiten, das Ernährungsprogramm und das Sportprogramm. Die wichtigen pädagogischen Aspekte des Projekts, wie z. B. die Projektergebnisse und Informationen über die Aktivitäten innerhalb des Projekts, wurden auf lokaler und internationaler Ebene verbreitet. Das Projekt hat uns gezeigt, dass es nur durch die enge Zusammenarbeit zwischen Menschen mit Behinderung, deren Eltern und ihren Ausbildern möglich ist, den Kampf gegen Übergewicht aufzunehmen und dass körperliche Aktivität und gesunde Ernährung eine zentrale Rolle in diesem Kampf einnehmen.

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Es ist häufig sehr schwierig, zu erkennen, wie etwas auf Menschen mit Behinderungen wirkt. Eines jedoch ist sicher – aufgrund der finanziellen und intellektuellen Fähigkeiten der Teilnehmer wäre es ihnen niemals möglich gewesen, selbstständig ins Ausland zu reisen, behinderte Menschen aus anderen Ländern kennenzulernen und an internationalen Sportwettkämpfen teilzunehmen. All dies war nur durch Grundtvig möglich.

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Nicht nur meine Organisation, auch ich selbst habe extrem von diesem Projekt profitiert: aufgrund der Projektförderung arbeiten wir jetzt viel besser mit den lokalen Behörden zusammen; wir haben viele Freundschaften geschlossen und bleiben weiterhin in Kontakt mit unseren Partnerorganisationen, wodurch wir sowohl unsere sprachlichen als auch unsere Führungskompetenzen weiter verbessern können. Die besten Erinnerungen, die ich persönlich aus diesem Projekt mitgenommen habe, sind Dankbarkeit und Motivation für meine weitere Arbeit und das Lächeln auf den Gesichtern unserer lernbehinderten Erwachsenen und Kinder.

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  • Ritratto di Ewa Nowak-Koprowicz

    Jak słusznie zauważa pan Andrzej Kamliński - sport jest jednym z niewielu obszarów, w którym można nauczać bez użycia zbyt wielu słów – po prostu pokazując, jak wykonywać ćwiczenia i jak grać w gry zespołowe. Sport ułatwia pracę z osobami z niepełnosprawnością intelektualną i usuwa barierę językową. Dlatego też mam nadzieję, że przedstawione we wpisie spostrzeżenia i doświadczenia będą inspiracją i dobrą praktyką dla innych. Równocześnie załączam gratulacje i trzymam kciuki za dalsze działania w Dąbrowie Białostockiej.