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Blog

5 Gründe, warum wir eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Lernen in der Zivilgesellschaft und dem Lernen am Arbeitsplatz brauchen

21/07/2016
di Eva ALOS MELCHOR
Lingua: DE
Document available also in: EN FR PL ES IT ET HU NL

 

Andrew McCoshan gibt einen Überblick über einen vor kurzem veröffentlichten Bericht über Kosten und Nutzen unterschiedlicher Formen von Erwachsenenbildung. Seiner Meinung nach ergeben sich daraus einige wichtige Fragen zu der Rolle der Zivilgesellschaft beim Lernen am Arbeitsplatz.

Erwachsenenbildung – ob formal, nicht-formal oder informell – findet in der Regel am Arbeitsplatz statt. Soviel zumindest wissen wir. Aber darüber hinaus müssen wir, wenn wir ehrlich sind, zugeben: Unser Wissen über dieses Thema ist nur lückenhaft. Ein vor kurzem veröffentlichter Bericht des  Institute for Employment Studies, der von der Regierung des Vereinigten Königreichs in Auftrag gegeben worden war, konnte einige der Lücken schließen. Was jedoch interessant ist: Wenn man zwischen den Zeilen liest, kann der Bericht einige überaus interessante Ideen über die Rolle des dritten Sektors liefern:

1. Arbeitgeber investieren in erheblichem Maße in die Erwachsenenbildung in England, aber die Höhe der Investitionen unterscheidet sich häufig: Am höchsten sind die direkten Weiterbildungskosten, d.h., die Honorare für externe Anbieter von Weiterbildungsmaßnahmen und die Kosten für die Leitung von Weiterbildungszentren mit  5 Milliarden £ (etwa 6 Milliarden Euro) jährlich. Die staatlichen Ausgaben für die Verbesserung der Kompetenzen der Erwachsenen liegen dagegen  unter 3 Milliarden £ (etwa 3,6 Milliarden Euro). Bei den Ausgaben der Arbeitgeber pro Arbeitnehmer gibt es erhebliche regionale Schwankungen  – zwischen 300 £ und 500 £  (etwa 350-585 Euro). Unterschiede gibt es auch zwischen den einzelnen Sektoren. Besonders hoch sind die Ausgaben der Arbeitgeber zum Beispiel im Dienstleistungssektor, vor allem im Pflege- und Freizeitbereich. Arbeitgeber tendieren auch dazu,  wissenschaftliche und gleichrangige nichttechnische Berufe bei ihren Entscheidungen vorzuziehen.  

2. Was auffällt, ist, dass Weiterbildungsmaßnahmen, die von Arbeitgebern, vom Staat und der Zivilgesellschaft finanziert werden, sich ergänzen:
 

  • Ein großer Teil der von Arbeitgebern finanzierten Weiterbildung ist unternehmensspezifisch, entweder als Einarbeitungsmaßnahme oder um die Anforderungen des Gesetzgebers zu erfüllen, zum Beispiel Erste-Hilfe-Kurse, Gesundheits- und Sicherheitstraining.
  • Staatliche Weiterbildungsmaßnahmen zielen häufig dagegen darauf ab, vor allem Maßnahmen für Geringqualifizierte zu finanzieren, die diesen Arbeitnehmern die Möglichkeit zu einer Qualifizierung bieten und vom Markt nicht angeboten werden.
  • Die Zivilgesellschaft (oder „Gemeinschaftslernen“ in der Sprache des Berichts) spielt also eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die Bedürfnisse von gering qualifizierten Erwachsenen außerhalb von formalen Programmen zu berücksichtigen – Lernen, das diesen Menschen helfen kann, Selbstachtung zu erwerben, Zielstrebigkeit zu lernen und auch  so elementare Dinge wie den Umgang mit Geld zu lernen; diese Art des Lernens ist besonders gut geeignet für Frauen und für Personen, die nicht über eine Ausgangsqualifikation verfügen.
     

Sollte vielleicht mehr getan werden, um Arbeitgebern und der Zivilgesellschaft zu helfen, sich gegenseitig beim Lernen am Arbeitsplatz besser zu ergänzen?   

 

3. Lernen in der Gemeinschaft könnte sicherlich das Lernen am Arbeitsplatz besser ergänzen, wenn es von der Politik stärker gefördert würde. Aus dem Bericht geht hervor, dass es in England mehr als 2000 Wohlfahrtsverbände und Freiwilligenorganisationen gibt, die alle irgendeine Form der Weiterbildung anbieten. Aber wir wissen einfach nicht genug über das, was sie im Einzelnen tun und noch weniger über die möglichen Vorteile am Arbeitsplatz. Der Bericht macht auch deutlich, dass  Forschung über Lernen am Arbeitsplatz und über Ausbildung sich in der Regel auf die wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Vorteile konzentriert; Forschung über Lernen in der Gemeinschaft konzentriert sich dagegen auf die Auswirkungen des Lernens auf Kinder und Familien. Die Auswirkungen auf   den Arbeitsmarkt spielen in diesem Bereich keine große Rolle.

4. Was wir ebenfalls wissen, ist, dass  Lernen in der Zivilgesellschaft nicht nur positive Auswirkungen auf Kinder und Familien hat, sondern auch einen Beitrag zur Rückkehr der betreffenden Personen in den Arbeitsmarkt leistet. Also etwa zu höheren Löhnen, zur Beförderung und zu neuer Verantwortung am Arbeitsplatz. Dem Bericht zufolge sind diese Vorteile allenfalls „gering bis bescheiden“. Allerdings leistet diese Art des Lernens einen Beitrag zu größerer Zielstrebigkeit und zum Aufbau von Selbstvertrauen.  Solche Dinge können wichtige Voraussetzungen für mehr formales Lernen am Arbeitsplatz sein.

5. Wir müssen stärker auf potenzielle Synergien zwischen Arbeitgebern, der Zivilgesellschaft und der staatlichen Förderung achten.  Die Frage ist: Könnte die Zivilgesellschaft nicht Lernenden dabei helfen, ihre Grundkompetenzen weiterzuentwickeln und so helfen, gezielt eine Grundlage für berufsbezogenes Lernen zu schaffen, anstatt indirekt und unabsichtlich, wie dies häufig der Fall ist?  Diese Art des Lernens könnte von besonderem Wert für Hilfsarbeitskräfte sein, einem Bereich, in dem die Investitionen der Arbeitgeber in die Weiterbildung in der Regel sehr gering sind. Für Arbeitslose gibt es solche Maßnahmen bereits, auch wenn diese  nicht unbedingt systematisch sind:  Aber die geringqualifizierten Arbeitskräfte sind die Verlierer im Bereich der Erwachsenenbildung.

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Andrew McCoshan ist seit über 20 Jahren im Bereich Bildung und Ausbildung tätig. In den letzten 10 Jahren hat er sich auf Bewertungen und Studien zur Strategieentwicklung für die EU konzentriert, und zuvor war er Berater im Vereinigten Königreich. Gegenwärtig ist Andrew freiberuflicher Berater, außerordentlicher Professor an der UK Higher Education Academy, ECVET-Experte für das Vereinigte Königreich und Mitglied der UK Education & Employers Taskforce Research Group.

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  • Ritratto di Nik Lippens

    Hi

    I'm a teacher in second chance education for adults and have developped a project that links adult learning with civil society. The pilot of this project started january 2016 and as of september we are deploying the project further in Flanders (Belgium) with the help of several Belgian institutions. The project is called 'Goed bezig!' (more info in dutch on www.facebook.com/jebentgoedbezig). We are also working together with Give a day (www.giveaday.be). They are developping an online platform to bring volunteers and civil organisations together. They will be tweeking their platform to bring adult learning and civil society together through volunteer (and workplace) learning. My students needs to do research on civil organisations and hand out a quality label, stating that what they are doing is a real asset to society. As a reward my students (under my guidence) organise an event, fundraising or help out as a volunteer at the organisation. Our pilot program is very promissing for our students and the organisations! And is also very rewarding for me as a teacher and coach (and also for the school)! In the near future we hope to work together with other European countries to introduce our project! Don't hesitate to contact me if you would like more information or if you would like to participate: nik.lippens@gmail.com! Kind regards! Nik.

  • Ritratto di Maria Jedlińska

    Generalnie, pracodawcom organizującym szkolenia zależy na podnoszeniu „kompetencji twardych” swoich pracowników , czyli rozwijaniu konkretnych umiejętności i wiedzy potrzebnych do wykonywania danej pracy. Mniejszą wagę przywiązuje się do tych „miękkich”, mających związek z psychiką i umiejętnościami społecznymi (sprawne zarządzanie sobą i swoją pracą, zdolność do motywowania samego siebie, zorganizowanie zajęć, zarządzanie czasem, komunikacja miedzyludzka), które są podstawą każdej pracy .

    Tę „lukę edukacyjną” w większości zapełniają organizacje pozarządowe. Często pracownik na własna rękę szuka takich szkoleń.

    Dobrze byłoby więc tworzyć takie strategie edukacyjne, które w sposób kompleksowy łączyłyby oba elementy. Obawiam się jednak, że nie będzie to łatwe. Powodem braku zmiany obecnej sytuacji są z jednej strony ograniczenia finansowe, z drugiej - brak świadomości konieczności wprowadzenia takich zmian.  

  • Ritratto di Simon BROEK

    Nice to see that training funded and provided by employers, government and civil society is complementary. I am not sure this is the case in other European countries.

    I like the idea that instead of seeying adult learning taking place in different silos, a more overarching perspective in taken answering the question: where do adults learn? This also, when there is no overarching policy framework in place.

    Searching for synergies is essential in this! Thanks Andrew for raising this issue.