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EPALE - Piattaforma elettronica per l'apprendimento degli adulti in Europa

Blog

Green Public Events und F.O.O.D: Sich in Vielfalt wiederfinden

30/06/2020
di EPALE Österreich
Lingua: DE
Document available also in: EN

Die folgenden beiden Beiträge waren Teil eines Ideen- und Networking-Pools auf der EPALE Online-Konferenz 2020

Green Public Events

Maris Mägi, Tartu Nature House

Jede Veranstaltung welcher Art auch immer verbraucht Ressourcen, verursacht Emissionen und erzeugt verschiedene Arten von Abfall. Im Zeitraum 2017 bis 2018 war Tartu Nature House ein führender Partner im Projekt „Green Public Events“, das das estnisch-lettischen Interreg- Programm finanziert wurde. Ziel dieses Projekts war es, aktive Erwachsene und Jugendliche, die an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen, durch die Organisation interaktiver Aktivitäten bei diesen Veranstaltungen, an denen die Organisatoren und Dienstleister beteiligt sind, zu sensibilisieren und zu zeigen, dass es auch eine andere Möglichkeiten gibt, öffentliche Veranstaltungen zu organisieren. 

Die Sensibilisierungskampagne hatte das Ziel, bei den Teilnehmern öffentlicher Veranstaltungen eine Verhaltensänderung herbeizuführen, um die Zusammenkünfte grüner und umweltfreundlicher zu machen. Zu diesem Zweck wurden grüne Richtlinien entwickelt, die den Organisatoren der öffentlichen Veranstaltungen in beiden Ländern übermittelt wurden. Die Richtlinien in estnischer, lettischer und englischer Sprache können hier heruntergeladen werden: https://estlat.eu/en/estlat-results/green-public-events.html(externer Link)

Die Fragen, die sich stellen, sind für alle Veranstaltungen grundsätzlich die gleichen. Es ist wichtig, die Schlüsselprobleme zu identifizieren, die unter verschiedenen Umständen berücksichtigt werden müssen. Dabei geht es darum, die Probleme zu priorisieren und jene Elemente zu identifizieren, die kontrolliert und beeinflusst werden können und sollen. Denken Sie daran: Sie brauchen nicht alle Probleme auf einmal zu lösen! Werfen wir nun einen genauen Blick auf verschiedene Aspekte:

Veranstaltungsort und Unterbringung der Teilnehmer

Wenn Sie eine Veranstaltung planen, wird oft als erstes entschieden, wo sie stattfinden soll. Der Veranstaltungsort hat auf jeden Fall Auswirkungen auf die angestrebte Nachhaltigkeit Ihrer Veranstaltung. Es gibt immer einige wichtige Aspekte, die man im Auge behalten muss und zu denen man sich selbst oder dem Dienstleistungsanbieter Fragen stellen sollte. Der ideale Veranstaltungsort für das Seminar ist zentral gelegen und mit verschiedenen Verkehrsmitteln leicht erreichbar. Wenn es um die Unterbringung der Teilnehmer geht, sollten Sie nach Green-Key-Beherberbungsbetrieben Ausschau halten.

Abfallmanagement

Wenn der Veranstaltungsort über ein Abfallmanagementsystem verfügt, ist das großartig. Wenn das nicht der Fall ist, haben Sie möglicherweise nicht viele Optionen. Je nach Art der Veranstaltung sollten Sie das Abfallmanagement immer im Blick haben. Zunächst sollten Sie Ihre eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Freiwillige darin schulen, wie man Abfall sortiert und wie man Besucher/innen oder Teilnehmer/innen der Veranstaltung zu diesem Thema aufklärt. Die Abfallbehälter müssen zum richtigen Zeitpunkt geleert werden und es müssen genügend Ersatzbehälter vorhanden sein. Informieren Sie sich darüber, was mit dem Abfall geschieht, nachdem Sie ihn dem Entsorgungsunternehmen übergeben haben. Wenn Sie Veranstaltungen im Freien organisieren, sollten Sie beachten, dass bei solchen Veranstaltungen immer eine bestimmte Art von Abfall anfällt. Sanitäranlagen wie Toiletten, Waschbecken und Duschmöglichkeiten müssen organisiert werden müssen, wenn keine entsprechende Infrastruktur vorhanden ist.


Schilder für verschiedene Abfallarten © Tartu Nature House

Im Zuge des Projekts haben wir Schilder für verschiedene Arten von Abfall entworfen, welche ausgedruckt werden können. Diese sind in drei Sprachen verfügbar und können heruntergeladen, ausgedruckt und zur Kennzeichnung von Behältern verwendet werden: https://www.tartuloodusmaja.ee/oppe-ja-infomaterjalid/(externer Link)

Transport

Bei internationalen Seminaren werden die Teilnehmer/innen und Referent/innen vermutlich mit dem Flugzeug anreisen. Wenn Ihr Budget Referent/innenhonorare und Transportkosten vorsieht, können Sie anbieten, stattdessen eine Fahrkarte für die Bahn oder die Fähre zu bezahlen. Natürlich können Sie den Veranstaltungsort auch so wählen, dass die Reisedistanzen der Teilnehmenden möglichst kurz sind. Wenn Sie ein Festival oder eine ähnliche Veranstaltung mit vielen Teilnehmern organisieren, ist es sinnvoll, die Bildung von Fahrgemeinschaften anzuregen. Bei der Organisation einer Veranstaltung sollte zunächst immer ein virtuelles Treffen als die grünste und nachhaltigste Option in Betracht gezogen werden. Videokonferenzen funktionieren am besten für kleinere Gruppen.

Catering

Wenn Sie für Ihre Veranstaltung einen Catering-Service beauftragen, müssen Sie Ihre Wünsche und Erwartungen frühzeitig formulieren. Um umweltfreundliche Optionen zur Verfügung zu haben, müssen Sie bestimmte Entscheidungen treffen. Zunächst kann es länger dauern als erwartet, lokale Lebensmittel zu bestellen und Obst und Gemüse der Saison zu finden. Beachten Sie, dass die Zusammenstellung bestimmter Menüs und die Suche nach den richtigen Zutaten zeitaufwendig sein können. Wenn Sie eine Veranstaltung mit vielen verschiedenen Catering-Anbietern (z. B. eine Lebensmittelmesse oder ein Festival) planen, achten Sie darauf, eine Richtlinie festzulegen, die für alle Catering-Anbieter gilt.

Bei jeder Veranstaltung sollte Trinkwasser zur Verfügung gestellt werden, vorzugsweise kostenlos. Nach Möglichkeit sollte dazu Wasser aus dem örtlichen Leitungsnetz genutzt werden. Bei Veranstaltungen im Freien ohne örtliche Wasserversorgung kann das Trinkwasser in großen Behältern geliefert werden. In diesem Fall sollten die Besucher/innen vor der Veranstaltung informiert und gebeten werden, wiederverwendbare Wasserflaschen mitzubringen.

Einkauf

Einkauf und verwendete Materialien können einen großen Einfluss auf die Nachhaltigkeit Ihrer Veranstaltung haben. Bei einer Veranstaltung werden in der Regel viele Materialien verwendet, z. B. für Dekoration, Schreibpapier und Stifte, Werbeartikel und so weiter. Während des gesamten Lebenszyklus der Veranstaltung werden Kaufentscheidungen getroffen. Wenn es die richtigen sind, können sie die Konsumauswirkungen stark reduzieren.

Sie können Nachhaltigkeit sicherstellen, indem Sie auf die Recyclingfähigkeit und Wiederverwendbarkeit achten, organische und fair gehandelte Produkte bevorzugen, vor Ort einkaufen und das Wohlergehen der Arbeiter/innen sicherstellen. Darüber hinaus sollte immer in Frage stellen, ob wirklich alle diese Dinge nötig sind – vielleicht kann man auch auf einige verzichten.

Kommunikation

Wenn Sie bestimmte „grüne“ Schritte umsetzen, dann lassen Sie das die Teilnehmer/innen und die Öffentlichkeit wissen. Reservieren Sie auf Ihrer Website einen bestimmten Bereich für Ihre grünen Initiativen. Wenn Sie Ihre Veranstaltung über Facebook organisieren, posten Sie Aufrufe zur Bildung von Fahrgemeinschaften, werben Sie für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und informieren Sie die Teilnehmer über das Abfallsystem, das Sie nutzen werden. Bringen Sie am Veranstaltungsort hilfreiche und informative Schilder an.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die umweltfreundlichste Veranstaltung eine nicht durchgeführte Veranstaltung ist. Aber in der realen Welt wollen und müssen wir kommunizieren, feiern und mit anderen Menschen in Beziehung treten. Deshalb müssen wir sicherstellen, dass wir „das Paradies, in dem wir leben, wertschätzen“.

Auf die Frage „Welches Thema hat bei Ihrer letzten Veranstaltung vermutlich die größte Umweltbelastung verursacht?“ nannten die Teilnehmer/innen des Ideen- und Networkingpools der österreichischen EPALE Konferenz 2020 „Abfallmanagement“ und „Teilnehmer/innentransport“ als wichtigste umweltbelastende Faktoren.

Gedanken und Ideen der Teilnehmer/innen zu grünen Veranstaltungen beim Ideen- und Networkingpool der österreichischen EPALE Online-Konferenz am 17. Juni 2020 © Mentimeter.com

Erasmus+: F.O.O.D - Sich in Vielfalt wiederfinden

Katariina Kurina, Tartu Nature House, Estland

Nahrung ist etwas, das uns alle verbindet. Trotz aller kultureller Unterschiede kann gutes Essen Menschen aus allen Teilen der Welt ein Lächeln ins Gesicht zaubern.  Wir alle essen gern und müssen essen. Essgewohnheiten und -vorlieben können sehr verschieden sein, aber sie sollten uns zusammenbringen und nicht trennen.

Es ist sehr wichtig, die Jugend zu lehren, andere Kulturen zu akzeptieren und zu schätzen. Junge Menschen sind die Zukunft der Welt. Ihre Erziehung bietet uns die Chance, Toleranz weltweit zu verbessern. Welches andere Thema könnte dies auf eine universellere, spannendere und appetitlichere Art und Weise ermöglichen als Nahrung? Und welchen besseren Weg könnte es geben, junge Menschen in diesem Sinn zu erziehen, als ein Erasmus+-Jugendaustausch?

Wie hat alles angefangen?

Vor etwa vier Jahren diskutierte eine Hobbyklasse der Tartu Nature School die globalen Lebensmittelabfälle und ihre Auswirkungen auf die Umwelt. Die Schülerinnen und Schüler begannen sich eigenständig zu informieren und stiegen intensiv in das Thema ein. Da sie bereits an internationalen Jugendaustauschprogrammen teilgenommen hatten, beschlossen sie, selbst ein solches Projekt zu organisieren.  Sie nannten es F.O.O.D. Dieses Akronym sollte sowohl das Hauptthema als auch das zweite Ziel, „sich in Vielfalt wiederfinden“, veranschaulichen.

Worum ging es bei F.O.O.D?

Das Projekt wendete sich an die Jugend Estlands und Italiens. Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren hatten eine wunderbare Zeit, in der sie über das Sammeln, den Anbau und die Auswahl von Lebensmitteln lernten. Sie kochten auch gemeinsam und lernten, die Natur zu respektierten und kulturelle Unterschiede zu akzeptierten. Gleichzeitig wurden im Zuge der Projektentwicklung mehrere Schlüsselkompetenzen formuliert. In den zehn Projekttagen näherten sich Jugendliche aus Estland und Italien dem Essen aus vielen verschiedenen Perspektiven an. Dabei stand nicht im Vordergrund, das perfekte Essen zu kreieren, sondern Neues voneinander zu lernen.

In dem Workshop im Rahmen der österreichischen EPALE-Konferenz 2020 untersuchten wir, welche Methoden verwendet wurden, mit welchen Problemen die Organisator/innen konfrontiert waren und wie die Probleme gelöst wurden. Außerdem diskutierten wir verschiedene Punkte und Ideen, die bei der Organisation von Projekten, Ausbildungskursen oder Konferenzen auftreten können.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Italien und Estland beim gemeinsamen Orientierungslauf © Jürgen Öövel

Fisch räuchern © Jürgen Öövel

Die Autorinnen:

Maris Mägi  ist Inhaberin eines Master-Abschlusses in Umwelttechnologie und seit neun Jahren /(seit 2011) im Tartu Nature House im Bereich der Umweltbildung. In dieser Zeit organisierte sie eine Reihe von nationalen und internationalen Projekten, Ausstellungen, öffentlichen Veranstaltungen und Jugendlagern. Seit Herbst 2019 ist sie als Ausbildungsexpertin im Tartu Nature House und im nationalen Netzwerk der Öko-Schulen tätig. Maris hat sich zum Ziel gesetzt, die Umweltauswirkungen der Schulungskurse zu verringern und den Teilnehmern einen nachhaltigen Lebensstil näherzubringen.

Katariina Kurina ist ehemalige Schülerin des Tartu Nature House. Als Schülerin war sie eine der Organisatorinnen des F.O.O.D.-Projekts. Nach ihrem Schulabschluss begann Katariina ein Biologiestudium an der Universität Tartu und unterrichtete selbstständig eine Hobbyklasse. Für die Zukunft plant sie, ihre Unterrichtstätigkeit an der Schule um ein Umweltschutzelement zu erweitern. Katariina, die bereits an mehreren internationalen Konferenzen teilgenommen hatte, leitete nun erstmals eine Veranstaltung als Moderatorin.

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