chevron-down chevron-left chevron-right chevron-up home circle comment double-caret-left double-caret-right like like2 twitter epale-arrow-up text-bubble cloud stop caret-down caret-up caret-left caret-right file-text

EPALE - A felnőttkori tanulás elektronikus európai platformja

Blog

Ausbildung in Portugal und Vorstellung des Projekts „Aufwertung von Humankapitals“ - (Luis Alcoforado)

13/02/2020
létrehozta Thierry Ardouin
Nyelv: DE
Document available also in: FR EN

[Übersetzung (Französich - Deutsch) : EPALE Frankreich]

 

Interview mit Frau Stéphanie Gasse

 

Stéphanie GASSE ist Dozentin und Forscherin am Laboratoire CIRNEF der Universität Rouen-Normandie (Frankreich). Sie arbeitet zu Forschungsprojekten zur Erwachsenenbildung innerhalb eines vergleichenden Ansatzes. Sie stellt hier die Hauptpunkte einer Seminartagung mit Professor Luis Alcoforado vor.

 

 

Luis ALCOFORADO besitzt einen Doktortitel in Erziehungswissenschaften im Spezialgebiet Weiterbildung und Erwachsenenbildung. Er ist Professor an der Fakultät für Psychologie und Erziehungswissenschaften der Universität Coimbra (Portugal) und Koordinator des Master-Studiengangs Erwachsenenbildung und Gemeinschaftsintervention. Seine Forschungstätigkeit erfolgt innerhalb des Zentrums für Interdisziplinäre Studien des 20. Jahrhunderts (CEISXX). 

 

Im Rahmen des Austauschprogramms Erasmus+ Personalmobilität 2019-2021 zwischen der Universität Rouen - Normandie (Frankreich) und der Universität Coimbra (Portugal) sprach Luis ALCOFORADO auf dem Abschlussseminar des Masterstudiengangs Erziehungswissenschaften, „Ingenieur- und Ausbildungsberatung“ an der Universität Rouen im Juni 2019 über den Stand und die Herausforderungen in der Erwachsenenbildung in Portugal.

Er blickte dabei auf die Fortschritte zurück, die Portugal seit seinem EU-Beitritt 1986 gemacht hat, und hob die starken Investitionen in die Berufsausbildung und den Übergang junger Menschen auf den Arbeitsmarkt, die Weiterbildung von Arbeitnehmern und den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit hervor. 

Zur Erinnerung: Im Jahr 2001 hatten in Portugal mehr als 62 % der 25- bis 64-Jährigen nur 6 Jahre oder weniger Schulbildung. Diese Situation hatte Einfluss auf die Wachstumsperspektiven des Landes und auf seine Positionierung im internationalen Wettbewerb. 

Die Ausdehnung der Schulpflicht bis zum 18. Lebensjahr, eine Mindestqualifikationsschwelle, die auf das 12. Schuljahr festgelegt wurde, hat den Eintritt in den Arbeitsmarkt mit einem anerkannten Niveau an Berufsausbildung ermöglicht. Die berufliche Erstausbildung sieht eine doppelte Zertifizierung sowohl in der schulischen als auch in der beruflichen Bildung vor, und der Wechsel zwischen verschiedenen Ausbildungswegen wurde erleichtert. 

Um die Anerkennung, Validierung und Zertifizierung von Kompetenzen zu verbessern, stellt Luis ALCOFORADO als Vorzeigeprogramm „Das operationelle Programm Humankapital“ (OP CH) vor, das von der Europäischen Kommission am 12. Dezember 2014 genehmigt und am 29. November 2018 umgesetzt wurde und zu einem „intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wachstum“ für den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt beitragen soll. Das Thema „Humankapital“ ist für Portugal von zentraler Bedeutung, da die Rendite dieser Investitionen dazu beitragen wird, die strukturellen Ungleichgewichte zu korrigieren, die zwischen dem Land und den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) bestehen, sowohl in Bezug auf die sozialen Ungleichheiten als auch in Bezug auf die Indikatoren für Produktivität, Bildung und wettbewerbsfähige Spezialisierung der Wirtschaft. Investitionen in Humankapital sind der nachhaltigste Motor für Entwicklung und Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Konvergenz.

 

Im Hinblick auf die Erreichung der Ziele der Strategie Europa 2020 basiert dieses Programm auf fünf Hauptzielen:

 

Luis Alcoforado, Universidade de Coimbra, 2019

 

In Portugal liegt die berufliche Weiterbildung in der Verantwortung des Arbeitsministeriums, ausgeübt durcj das Institut für Beschäftigung und Berufsausbildung (IEFP) und das nationale Qualifikationssystem (SNQ). Öffentliche Mittel werden es unter bestimmten Bedingungen vergeben, aber die Betriebe sind die Hauptfinanzierer. 

 

Die Generaldirektion für Arbeit (DGERT) ist für die Durchführung des POCH-Programms, die Unterstützung bei Gestaltung der Beschäftigungs- und Berufsbildungspolitik, die Koordinierung des Systems der Berufsregulierung und die Anerkennung der Berufsqualifikationen zuständig. Drei Einheiten sind mit der Durchführung beauftragt: 

  • öffentliche Arbeits- und Berufsbildungsdienste
  • öffentliche und private Schulen, 
  • Dienstleister. 

 

Das Programm hat einen Weiterbildungszweig, der sich weitgehend an Arbeitssuchende, junge Menschen und Geringstqualifizierte richtet.

 

Nach Angaben des CEDEFOP hat ein Drittel der Beschäftigten in den letzten Jahren eine Ausbildung erhalten, und es bestehen weiterhin Unterschiede zwischen kleinen und großen Betrieben (12 % in den kleinsten im Gegensatz zu fast 60 % in den größten Betrieben). Die Beteiligung der Arbeitnehmer an der Berufsausbildung liegt leicht über dem europäischen Durchschnitt, aber die Zahl der Erwachsenen, die an Weiterbildungsprogrammen (lebenslanges Lernen) teilnehmen, ist nach wie vor niedrig, und die Zahl der weiterbildenden Unternehmen ist gerade durchschnittlich, wobei die Ausgaben der Arbeitgeber niedriger sind als anderswo. 

 

Referenzen, Information und Follow-up: 

https://cohesiondata.ec.europa.eu/countries/PT

https://www.poch.portugal2020.pt/pt-pt/Paginas/default.aspx

https://www.cedefop.europa.eu

 

Share on Facebook Share on Twitter Epale SoundCloud Share on LinkedIn