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Blog

Überall und jederzeit Lernen – Die E-Learning-Plattform EULE für Lehrende der Erwachsenen- und Weiterbildung

17/04/2019
létrehozta Annika Clorius-...
Nyelv: DE

Lesedauer ca. 4,5 Minuten – Lesen, Liken, Kommentieren.

Um im alltäglichen Stress die eigene berufliche Weiterentwicklung individuell zu gestalteten und (neuen) Anforderungen im Job gerecht zu werden, bieten digitale Lernformate eine ideale Möglichkeit zeit- und ortsungebunden zu lernen. Das entstehende Online-Lernangebot EULE ist ein Beispiel, den Kompetenzerwerb von Lehrenden in der Erwachsenen- und Weiterbildung webbasiert zu unterstützen. Wie sehen digitale Lernangebote von heute aus? Werden sie irgendwann zu unseren lebenslangen persönlichen Lern-Begleitern?

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Lernen auf dem Sofa

Kompetenzen immer und überall weiterentwickeln

Das Thema digitalisierte Bildung ist in bildungswissenschaftlichen Diskursen und der öffentlichen Bildungspraxis weiterhin enorm präsent. Tiefgreifende technologische Entwicklungen, die anhaltende Entgrenzung von sogenannten klassischen analogen Lernräumen zu virtuellen Lernumgebungen und veränderte Lernerfahrungen jedes Einzelnen geben Anlass dazu.

In unserer derzeitigen Lebenswelt schaffen digitale Technologien eine neue Unmittelbarkeit. Informationen erhalten wir sofort per Mausklick. Sich digital zu vernetzen, sein Wissen überall und jederzeit weiterzuentwickeln oder weiterzugeben, ist problemlos möglich. Solche Technologien können den (Arbeits-) Alltag erleichtern, wenn es z. B. darum geht, geschwind die vorgeschlagene Lerneinheit auf der E-Learning-Plattform zu absolvieren.

Die Vielzahl an Optionen (in-) formell zu lernen, sei es über YouTube-Videos, TEDx-Vorträge oder Massive Open Online Courses (MOOCs), ermöglicht es uns in unserem Alltag flexibel, interessengeleitet und zeitsparend unsere Kompetenzen weiterzuentwickeln.

Digitale Lernpfade beschreiten

„Nach dem ich die E-Mail von der Leiterin der Vollzugsanstalt las und mein E-Postfach wieder schloss, überkam mich ein unsicheres Gefühl. Obwohl ich als Künstler schon viele Workshops, Vorträge und Seminare an Universitäten und Schulen zu meinem Thema „Street Art“ gegeben habe, schien mir dieser Auftrag eine besondere Herausforderung zu werden. Mein Auftragsangebot war es, für junge straffällige Erwachsene einen Workshop zu gestalten, der sie einerseits künstlerisch inspirieren und andererseits zum eigenen kreativen Schaffen motivieren sollte. Als Nicht-Pädagoge fehlte mir jedoch ein konkreter Anhaltspunkt, schnell an hilfreiches und geprüftes Wissen zu gelangen und meine eher autodidaktisch erworbene Lehrkompetenz auf professionellen Lern-Pfaden weiterzuentwickeln. Wie gehe ich angemessen mit den evtl. demotivierten Teilnehmenden um? Wie kann ich meinen Workshop mit den wenigen im Gefängnis zulässigen Materialien interessant gestalten?“

Marc, 32, Künstler in Wien

Marc, Künstler aus Wien, ist ein Beispiel für die etwa 530.000 Lehrenden, die in ganz unterschiedlichen Kontexten der Erwachsenen- und Weiterbildung tätig sind und keine explizit erwachsenenpädagogische Aus-oder Weiterbildung vorweisen. Für sie und alle Interessierten entsteht eine webbasierte Lernumgebung, die den Wissensstand der Nutzenden berücksichtigt und Fragen zu praxisnahen erwachsenenpädagogischen Situationen aufgreift. Kursleiter/innen, Trainer/innen, Dozent/innen oder Lernbegleiter/innen können den Lernbereich kostenlos nutzen. Die entwickelten Lerninhalte beruhen auf international gültigen Qualitätsstandards für pädagogisches Personal. Basierend auf empirisch begründeten Lehrtheorien greifen sie Konzepte zu lerntheoretischen Kompetenzerwerbsprozessen auf. Die Lernangebote enthalten didaktisch aufbereite Lernobjekte, die aus Aufgaben und sogenannte Assessments (Tests) bestehen. Diese wiederum werden auf unterschiedlichen Lernniveaus (niedrig-mittel-hoch) angeboten und multimedial, z. B. in Form von Videos, Podcasts, animierten Bildern, Infografiken etc., aufbereitet. Den Nutzenden bieten sich drei Wege auf diese Inhalte zuzugreifen:

  1. über eine „freie Suche“,
  2. aus einem konkreten „situativen Bedarf“ heraus oder
  3. um gezielt erwachsenenpädagogische „Kompetenzen“ (weiter-) zuentwickeln.

In naher Zukunft wird das vom BMBF geförderte Projekt EULE das Informations- und Vernetzungsportal wb-web erweitern.

„Dieses umfangreiche Angebot an spezifischen Lerninhalten, speziell für Lehrende in allen Kontexten der Erwachsenen- und Weiterbildung, sowie die Möglichkeit auf unterschiedlichen Niveaus zu lernen, würde mir eine gute Option bieten, mich auf konkrete Lehr-Lernsituationen einzustellen, und diese selbstbewusster und kompetenter anzugehen.“

Marc, 32, Künstler in Wien

Ein lebenslanger persönlicher Lern-Begleiter

Wie frei bewegen wir uns eigentlich auf dynamisch angelegten Plattformen, die als „lernende Systeme“ konzipiert sind? Wenn Algorithmen unsere Verhaltensweisen und Kommunikationsmuster berechnen, dadurch unsere Lerninteressen gezielt steuern und basierend auf den hierbei gewonnen Daten Lerninhalte vorschlagen – könnten wir nicht einer bewusst angesetzten Steuerung zum Opfer fallen? Und wie werden wir zukünftig mit Themen in Berührung kommen, auf die wir heute zufällig stoßen? Themen, die nicht einer Systematisierung von Daten folgen. Eine physische Bildungseinrichtung oder Bibliothek bleibt somit weiterhin, neben der Funktion dort zu lernen oder zu lesen, ein sozialer Ort des zwischenmenschlichen Austauschs, auch über die eigenen Themen hinaus.

Fragen nach den Schattenseiten digitaler Technik sind im Kontext digitalisierter Bildung auch in Zukunft zu diskutieren.

Heutige digitale Lernformate wie der zukünftige Lernbereich auf wb-web bieten die Chance, uns ungehindert, ganz nach unseren Interessen und (beruflichen) Anliegen weiterzubilden.

Auch die auf dem (inter-) nationalen Markt verfügbaren Lernplattformen (z. B. edX, Course oder Udacity) stellen eine Fülle an unterschiedlichen Lernangeboten zur Verfügung, dir wir am Arbeitsplatz oder am späten Abend auf der Couch abrufen können, sodass Lernen Platz im stressigen Alltag finden kann.

Dass digitale Lernangebote irgendwann zu unseren lebenslangen, persönlichen Lernbegleitern werden, liegt vermutlich nicht in weiter Ferne. Schaut man sich die verschiedenen Home-Assistenten (z. B. Alexa oder Siri) an, die uns unsere Interessen voraussagen können, unseren Kühlschrank smart füllen oder einen Handwerker bestellen, weil die Spülmaschine einen Defekt bekommen wird – ist es höchst wahrscheinlich, dass uns schon bald ein persönlicher Lern-Begleiter auf allen Stationen unser Lernbiografie zur Seite stehen wird.


Zur Autorin: Annika Clorius-Lehmann ist wissenschafltiche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung e.V.


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