chevron-down chevron-left chevron-right chevron-up home circle comment double-caret-left double-caret-right like like2 twitter epale-arrow-up text-bubble cloud stop caret-down caret-up caret-left caret-right file-text

EPALE - e-Platforma za obrazovanje odraslih u Europi

Blog

„Gamification“ und weitere Strategien zur Entwicklung von Finanzkompetenz bei erwachsenen Lernenden

23/09/2020
po EPALE Deutschland
Jezik: DE
Document available also in: EN FR LV

Lesedauer ca. 5 Minuten - Lesen, Liken, Kommentieren!

Der ursprüngliche Blogbeitrag wurde in englischer Sprache von Altheo Valentini verfasst. Übersetzung von EPALE Deutschland.


Gamification and other strategies to develop financial literacy in adult learners

Für viele junge Erwachsene stellt die vollständige finanzielle Unabhängigkeit einen der entscheidenden Schritte auf dem Weg zum Erwachsensein dar. Doch ein monatliches Gehalt oder die Bezahlung für die Erbringung einer Dienstleistung – für die Gemeinschaft oder eine private Einrichtung – bedeutet nicht unbedingt, dass man über sämtliche Kompetenzen verfügt, um autark zu sein und finanzielle Sicherheit zu genießen.

Über die verschiedenen Schulprogramme und -fächer hinaus, die jungen Menschen weltweit beim Erwerb von Rechenkenntnissen und später von Finanzkompetenz helfen, sind nicht formale und informelle Bildung wichtig, um das Verstehen und effektive Anwenden von verschiedenen Finanzkompetenzen wie dem persönlichem Finanzmanagement, der Haushaltsplanung und dem Anlegen von Geld zu verbessern. Wer schon einmal Monopoly gespielt oder von seinen Eltern regelmäßig Taschengeld bekommen hat, hat auf informelle Weise etwas Wesentliches gelernt, nämlich das Wertschätzen und Investieren von Geld.

Trotz der zahlreichen Formen von Finanzerziehung bestätigen die Ergebnisse der Internationalen OECD/INFE-Erhebung zur finanziellen Bildung von Erwachsenen (2020) (OECD 2020), „dass die Finanzkompetenz in den teilnehmenden Volkswirtschaften gering ist. Die Befragten erzielten im Durchschnitt nur 12,7 Punkte bzw. knapp 61 % aller möglichen Punkte bei der Finanzkompetenz. Der Durchschnittswert aller teilnehmenden OECD-Mitgliedsländer liegt mit 13,0 Punkten (62 % aller möglichen Punkte) nur geringfügig höher.“ Beim „Finanzwissen“ (einem der drei untersuchten Aspekte neben „finanziellem Verhalten“ und „finanzieller Einstellung“) zeigte sich, dass „(...) lediglich 26 % aller befragten Erwachsenen Fragen zu einfachen Zinsen und Zinseszinsen – wichtigen Konzepten, die den grundlegenden Umgang mit Geld und die Bildung von Spareinlagen betreffen – richtig beantworteten.“ Dieses Resultat ist besonders relevant, wenn man es mit den Ergebnissen einer weiteren umfangreichen weltweiten Erhebung zur Finanzkompetenz vergleicht, die im Jahr 2014 von Standard & Poor's Ratings Services und dem Global Financial Literacy Excellence Centre durchgeführt wurde. Nur 33 % der Erwachsenen weltweit sind dieser zufolge in Finanzfragen kompetent. Dies entspricht einem Rückgang von 6 Prozentpunkten, einem für jedes Jahr seit der Veröffentlichung der ersten (33 %) bzw. letzten (26 %) Erhebung. Eine solche Abnahme kann den jüngsten wiederkehrenden Finanzkrisen zugeschrieben werden und veranschaulicht somit, dass die zunehmende Komplexität des Finanzsystems und die Unfähigkeit der Kunden, mit dieser immer größeren Komplexität zurechtzukommen, das gut funktionierende Finanzsystem weiterhin infrage stellen (Zakaria and Sabri, 2013).

Daher werden hier angesichts der Relevanz dieser Thematik und unter besonderem Hinweis auf gefährdete Gruppen einige der effektivsten Strategien und maßgeblichsten Ressourcen für die Entwicklung von Finanzkompetenz bei erwachsenen Lernenden dargestellt.

Spielbasiertes Lernen

Brettspiele, Rollenspiele und digitale Spiele in 2D oder 3D haben sich als wirksame Möglichkeiten erwiesen, um Finanzkompetenzen herauszubilden und gleichzeitig Spaß zu haben. Mit Konzepten aus dem Bereich des spielbasierten Lernens lassen sich interaktiv Probleme lösen, Lerninhalte vermitteln und die grundlegenden Anforderungen des Lernens erfüllen, ohne dass Spaß und Motivation zu kurz kommen. Ein gutes Beispiel dafür ist Euroinvestment, ein über zwei Jahre laufendes Erasmus+-Projekt (2018–2020), bei dem mithilfe eines interaktiven Online-Spiels die Finanzkompetenzen von geringqualifizierten Erwachsenen verbessert werden sollen. Euroinvestment besteht aus 15 Mini-Spielen zum Thema Finanzmanagement, die folgende Bereiche abdecken: Planung & Management, Geld & Transaktionen und Risiko & Kredit. Beim Spielen dieser Mini-Spiele erhöhen die Spieler*innen ihre Finanzkompetenz und lernen, Ausgaben und Einnahmen besser zu verwalten. Außerdem können sie dadurch fundiertere Entscheidungen bezüglich des Sparens und Leihens von Geld treffen, sorgen eher für ihren Ruhestand vor und legen ihr Geld vielfältiger an. Zum Spielen hier klicken!

Partizipativer Ansatz

Eine der Grundannahmen von Knowles‘ Andragogik ist, dass „die Lernenden bereit sind, das zu lernen, was sie wissen oder können müssen, um im Alltag zurechtzukommen“. Erwachsene in Maßnahmen des Gemeindeunterrichts oder in Sensibilisierungskampagnen einzubinden, auf den Erfahrungen von Vorbildern aufzubauen oder mithilfe eines partizipativen Ansatzes Bildungswege zu erschaffen – all das sind hervorragende Strategien, um bei der finanziellen Bildung gute Ergebnisse zu erzielen. Dies ist beim EDU-FIN-Projekt der Fall, das im Zeitraum 2014–-2016 lief und bei dem ein Lehrplan zur finanziellen Bildung aufgestellt wurde, der auf den Beiträgen gefährdeter junger Erwachsener basierte. Hier haben alle Partner mithilfe einer kommunikativen Methode junge Erwachsene, die gefährdet waren, finanziell ausgeschlossen zu werden, zur monatlichen Teilnahme an einer zweistündigen Sitzung aufgefordert. Dabei wurden, ausgehend von tatsächlichen Begebenheiten, die im Lehrplan genannten wesentlichen Kompetenzen ermittelt und in Lernergebnisse umgewandelt. Darüber hinaus konnten dank des konstruktiven Dialogs innerhalb einer Gruppe, die einander vertraut, eindeutige Profile erstellt und finanzielle Probleme aufgezeigt werden. Anhand dessen wurde das Lernmaterial konzipiert.

Verfügbarkeit von Ressourcen

Zu guter Letzt ist es entscheidend, sowohl den Pädagog*innen als auch den erwachsenen Lernenden kostenlos Ressourcen zur Verfügung zu stellen, als auch die für ihre Erstellung unternommenen Bemühungen zu maximieren und benutzerfreundliche Tools und Verfahren anzubieten, mit denen komplexere Finanzfragen geklärt werden können. Auch wenn eine Internetrecherche in der Muttersprache definitiv befriedigendere Ergebnisse liefern wird, finden sich in der nachfolgenden Liste aktuelle Berichte und Online-Portale zu bewährten Verfahren im Bereich Finanzkompetenz:

  • OECD Education GPS ist das Bildungsportal der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Es bietet Zugang zu einer Auswahl von Bildungsindikatoren, Darstellungsoptionen (einschließlich der Möglichkeit zum Filtern der Ergebnisse für den Bereich Erwachsenenbildung) und politische Analysen.
  • Financial education in a digital age“, eine Veröffentlichung von Insurance Europe, dem europäischen Dachverband der Erst- und Rückversicherer, aus dem Jahr 2017, beschreibt die vielfältigen Initiativen der europäischen Versicherungsbranche zur Erhöhung der Finanzkompetenz und des Finanzverständnisses der Bevölkerung.
  • Financial Education for all“, ebenfalls 2017 veröffentlicht (zweite Ausgabe), vom Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss. Dieser Bericht enthält eine ausführliche Aufstellung der Strategien und bewährten Verfahren im Bereich finanzielle Bildung innerhalb der Europäischen Union.
  • In den USA bietet das Global Financial Literacy Excellence Centre auf seiner Website einen sehr nützlichen Education-Bereich. Das Institute for Financial Literacy von MoneySense und Singapore Polytechnic Enterprise hat ferner eine interessante Liste von Finanzrechnern (Useful Financial Calculators) zusammengestellt. Diese können kostenlos heruntergeladen und für Bildungszwecke oder privat genutzt werden.

Lesen Sie außerdem:

Wieviel Game braucht Education?

Wie man KI und Digitalisierung online lernt

Europäische Zusammenarbeit- in den Bildungsprogrammen

Share on Facebook Share on Twitter Epale SoundCloud Share on LinkedIn Share on email
  • Slika korisnika Elīna Bērziņa
    Vairākkārt esmu novērojusi, ka cilvēki, īpaši no trūcīgajām ģimenēm, neprot apieties ar naudu - neizvērtē prioritātes, visu naudu iztērē uzreiz, neveic iekrājumus. Uzskatu, ka spēļu izmantošana, lai iegūtu šīs zināšanas, varētu uzlabot daudzu ģimeņu dzīvi. Šī metode noteikti būtu jāpopularizē. 
  • Slika korisnika Betija Zoltnere
    Es pilnībā piekrītu tam, ka spēlēs balstīta mācīšanās palīdz labāk izprast būtību, kā arī labāk to atcerēties, toties ir svarīgi savas zināšanas attīstīt arī praktiski - ikdienas situācijās, it īpaši lietas, kas saistītas ar finansēm,  jo tā ir lielākā sastāvdaļa no ikviena cilvēka dzīves un ir nepieciešams apzināties savas iespējas un iespējamos variantus dažādās situācijās. Apzināties kā, kur un ar ko labāk apmaksāt rēķinus, kā sekot līdzi savām finansēm un kā ietaupīt un iekrāt liekus finansiālos līdzekļus. 
  • Slika korisnika Laura Dīriņa
    Jau dažus gadus mājās spēlējam Monopolu, kurā naudas vietā ir bankas kartes un bankomāts. Ir ļoti labi, ka šī populārā spēle mainās līdzi laika pārmaiņām. Ciemiņi bieži sākumā ir neizpratnē un nesaprot, kā saskaitīt savu naudu un izsekot līdzi saviem izdevumiem un ienākumiem. Bet reālajā dzīvē tieši tāpat mums nauda ir bankas kartēs un jāprot izsekot tās plūsmai. Tas, ka skaidru naudu aizvien vairāk aizstāj bezskaidra nauda ir jauninājums, kuru gudri izmantot ir ļoti svarīgi.
  • Slika korisnika Ieva Cekule
    Tā ir laba ideja! Spēles palīdz iedziļināties tematos daudz labāk kā vienkārša teorija un mutiska pastāstīšana. Tā ļauj praktiski darboties un labāk izprast situāciju. Finanšu pratība arī ir viena no lietām, ko cilvēkiem vajadzētu apgūt, lai nākotnē nerastos apšaubāmas vai bēdīgas situācijas, šis būtu labs veids, kā to padarīt daudz interesantāku.