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VPL Biennale in Berlin 2019

29/07/2019
po Mona Pielorz
Jezik: DE

Lesedauer circa vier Minuten - Lesen, liken und kommentieren!


Nach 2014 in Rotterdam (Niederlande) und 2017 in Aarhus (Dänemark) fand nun die dritte VPL Biennale vom 7. bis 8. Mai in Berlin statt, dieses Jahr unter der Schirmherrschaft der Bertelsmann Stiftung.

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Logo VPL Biennale (© Bertelsmann Stiftung / Thomas Kunsch)


VPL Biennale – Erfahrungsaustausch zu Validierungsprozessen

VPL steht für „Validation of Prior Learning“ und ist im internationalen Kontext zu den Begrifflichkeiten „Recognition of non-formal and informal learning“ (RNFIL), „Recognition of Prior Learning“ (RPL) oder auch „Prior Learning Assessment and Recognition“ (PLAR) als eine Beschreibungsform des Validierungs- und Anerkennungsthemas von nicht-formal und informell erworbenen Kompetenzen einzuordnen. Die VPL Biennale ist ein Ort, um Erfahrungen, Informationen, Wissen, Ideen und Visionen zu Validierungsprozessen auszutauschen und diese als festen Bestandteil des Lebenslangen Lernens zu integrieren. Die VPL Biennale präsentiert best-practice-Beispiele, zeigt aber auch Schwierigkeiten und mögliche Lösungen auf, die Wissenschaftler, Praktiker und Politiker bei ihren Bemühungen um die Etablierung von Validierungsprozessen unterstützen sollen.

Ziel der diesjährigen VPL Biennale war die Ergänzung und Überarbeitung einer Deklaration, die das internationale Komitee der VPL Biennale, bestehend aus Heidi Bolton (SAQA), Antra Carlsen (NVL), Ruud Duvekot (EC-VPL), Bodil Husted (NVR – VIA University College), Anni Karttunen (Globedu), Martin Noack (Bertelsmann Stiftung), Raúl Valdes Cotera (UIL), Lieve van den Brande (EU-Commission) und Ernesto Villalba-Garcia (CEDEFOP) zuvor erstellt hatten.

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VPL Deklaration (© Bertelsmann Stiftung / Thomas Kunsch)

Inhalte der Deklaration

Die sechs Paragraphen der Deklaration beschreiben Notwendigkeiten für ein erfolgreiches Validierungsverfahren. Doch welche Inhalte stehen hinter den verschiedenen Paragraphen?  

  • Organisatorische Maßnahmen: Die Einbindung aller Stakeholder, die Klärung der Verantwortungsbereiche unter den Stakeholdern und ein großes Maß an Kooperationswillen bilden die Basis für ein funktionierendes Validierungssystem. Absolut notwendig ist dabei die Zusammenarbeit und Kommunikation der Stakeholder untereinander, die auch sektorübergreifend stattfinden sollte.

  • Finanzierung: Es sollte immer vermittelt werden, dass die Validierung von non-formal und informell erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen Geld kostet; was aus Gründen der Anerkennung des Prozesses auch sinnvoll ist. Im Rahmen des Validierungsprozesses gilt allerdings zu ermitteln, wer wie viel zahlt und was er dafür bekommt und diese Informationen weit zu verbreiten. Gleichzeitig sollte vermittelt werden, welche öffentlichen Finanzierungsmöglichkeiten es gibt.

  • Verfahren und Instrumente: Die Verfahren sollten klar strukturiert sein und Instrumente beinhalten, die die Lernergebnisse sichtbar machen und gegebenenfalls auch bewerten können. Um einen qualitativ hochwertigen Validierungsprozess zu gewährleisten, gehören der Aufbau von Schulungen für Gutachter sowie die Entwicklung von Kriterien und Mechanismen zur Qualitätssicherung zu den wichtigen Aufgaben der Stakeholder.

  • Unterstützungsstrukturen: Beratung sollte für alle Kandidaten des Validierungsprozess möglichst kostengünstig zugänglich sein. Beratung kann dabei in unterschiedlichen Formen angeboten werden, zum Beispiel in Form eines direkten Kontakts zu einem Beratenden oder aber durch Online-Tools, informierende Websites oder Broschüren.

  • Post-Validierungspfade: Die Anerkennung der Ergebnisse eines Validierungsprozesses, zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt oder bei Bildungsanbietern, drückt den Wert des Validierungsprozesses aus. Ziel ist es, den Einstieg bzw. Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern oder aber auch Zugang zu Bildungseinrichtungen und Qualifizierungen zu bekommen, der vorher nicht möglich war.

  • Rechtliche Grundlagen: Ohne einen gesetzlichen Rahmen, der sowohl die Zugangsmöglichkeiten, den zu erbringenden Leistungsumfang und die Qualität koordiniert und überwacht, ist ein funktionierendes Validierungsverfahren nicht dauerhaft umsetzbar. Zudem gewinnen die Ergebnisse der Validierungsprozesse durch einen rechtlichen Rahmen auch an gesellschaftlicher Anerkennung.

(Quelle: https://vplbiennale.org/)

Um die Paragraphen der Deklaration erfolgreich umsetzen zu können, bedarf es nicht nur einer erfolgreichen Zusammenarbeit aller Stakeholder, sondern auch einer gelungenen Dissemination der Informationen. Erfolgt keine Weitergabe von Informationen zu den Prozessen, Instrumente, Kosten und den Möglichkeiten nach einem erfolgreichen Abschluss eines Validierungs- bzw. Anerkennungsprozesses, wird auch die Akzeptanz der Ergebnisse gering bleiben. Insbesondere, wenn das Ergebnis einer schon anerkannten Qualifizierung entspricht. Hier bedarf es einem großen Willen sämtlicher Stakeholder, die Anerkennung aller erworbenen Kompetenzen, in Bezug auf eine Qualifizierung, auch in eine gesellschaftliche Anerkennung zu überführen.

Überarbeitung der Deklaration

Die sechs Paragraphen der Deklaration wurden auf sechs Arbeitsgruppen aufgeteilt und in diesen inhaltlich diskutiert und bearbeitet. Die Inhalte der Paragraphen wurden durch Vorträge eingeführt, um anschließend die themenzugehörigen Paragraphen der Deklaration weiter zu bearbeiten. Zum Abschluss jeder Arbeitsgruppe fand eine Abstimmung unter den Teilnehmenden statt, die sich aus der Vielzahl der bearbeiteten Unterpunkte jeweils für fünf Punkte entscheiden mussten. Die Arbeitsgruppen zu den sechs verschiedenen Paragraphen kamen je vier Mal zusammen, jedes Mal mit anderen Einführungsvorträgen internationaler Experten.

Parallel zu den Arbeitsgruppen fand ein Forum statt, das mit Vorträgen zum Thema aus der Wissenschaft gefüllt wurde.

Die so entstandene Deklaration wurde zum Abschluss der Konferenz zur Abstimmung gestellt und mit großer Mehrheit (92%) von den Teilnehmenden angenommen. Die vollständige Berlin Deklaration finden Sie hier.

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Preisverleihung VPL Biennale (© Bertelsmann Stiftung / Thomas Kunsch)


Am 7. Mai fand im Rahmen der Abendveranstaltung zudem die Verleihung des VPL Prize für ausgezeichnete Projekte zum Thema Validierung und Anerkennung von Kompetenzen statt. Die Gewinnerprojekte finden Sie unter diesem Link.

Die nächste VPL Biennale wird vom 12. bis 14. Mai 2021 in Kapstadt, Südafrika stattfinden.

Für allgemeine Informationen besuchen Sie die Webseite der VPL Biennale


Über die Autorin: Mona Pielorz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V.


Im Rahmen der 3.VPL Biennale organisierte EPALE einen Themenschwerpunkt zur Anerkennung von nicht-formal und informell erworbenen Kompetenzen in Europa!

Lesen Sie hierzu auch:

Abgleich oder Weiterentwicklung von Train-the-Trainer-Fortbildungen mit dem GRETA-Kompetenzmodell

Im aktuellen Magazin erwachsenenbildung.at über Validierung und Anerkennung von Kompetenzen analysiert und vergleicht Mona Pielorz gemeinsam mit Patrick Werquin unterschiedliche Validierungsverfahren in Frankreich und Deutschland.
Beide Artikel sind hier zu finden:
https://erwachsenenbildung.at/magazin/artikel.php?aid=13189
https://erwachsenenbildung.at/magazin/artikel.php?aid=13190

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