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Wie lassen sich die Kompetenzen arbeitsloser Erwachsener verbessern?

13/08/2015
po Martina NI CHEA...
Jezik: DE
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/en/file/upskillingunemployedresizedjpgUpskilling Unemployed

Upskilling Unemployed

Gering qualifizierte Erwachsene werden häufiger arbeitslos, sie haben in der Regel weniger Chancen, an Ausbildungsmaßnahmen teilzunehmen, und sind in der Gruppe der Langzeitarbeitslosen überrepräsentiert.

Aus den Daten von Eurostat geht hervor, dass die Arbeitslosenquoten in der EU-27 von 2008 bis 2013 etwas zurückgegangen sind. Dieser Trend lässt sich auch bei älteren Arbeitnehmern, Frauen und in gewissem Maße auch bei Jugendlichen feststellen. Für gering qualifizierte Menschen sind die Arbeitslosenquoten dagegen weiter gestiegen. Sie liegen inzwischen bei fast 20 %.

2011 gab es in der EU rund 25 Millionen arbeitslose Erwachsene im Alter von 25 bis 64. Davon waren rund 10 Millionen gering qualifiziert, 11 Millionen verfügten über eine mittlere Qualifikation und rund 4 Millionen über eine hohe Qualifikation. Darüber hinaus sind gering qualifizierte Arbeitslose in der Gruppe der Langzeitarbeitslosen überrepräsentiert, viele von ihnen arbeiten in rückläufigen Berufen und Sektoren.

Vor diesem Hintergrund hat die GD Beschäftigung, Soziales und Integration das Europäische Beschäftigungsobservatorium beauftragt, die Lage mit besonderer Berücksichtigung der Lernchancen zu untersuchen, die für diese Gruppe angeboten werden. Das Beschäftigungsobservatorium hat folgende Empfehlungen vorgelegt:

 

  • Festhalten an einer beständigen nationalen Politik zur Unterstützung von Weiterbildung, mit einer zuverlässigen Finanzierung
  • Was die Governance anbelangt, so sind eine bessere Zusammenarbeit und Koordinierung auf Politikebene  überaus wichtig, da nationale politische Maßnahmen nach wie vor fragmentiert sind und es keine ausreichende Koordinierung zwischen den Ministerien und nationalen Einrichtungen gibt, die für die Beschäftigungspolitik und Aus- bzw. Weiterbildung zuständig sind. Hier könnten die nationalen Koordinatoren für Erwachsenenbildung eine Rolle spielen, als Teil der Umsetzung der Europäischen Agenda für Erwachsenenbildung.
  • Mit individuellen Maßnahmen lassen sich in der Regel die besten Resultate erzielen. Daher sollten solche individuellen Ansätze und die Selbstauswahl bevorzugt werden. Gegebenenfalls sollten auch Maßnahmen zur Vorbereitung der Selbstständigkeit einbezogen werden.
  • Bei Weiterbildungsmaßnahmen für Arbeitslose sollten betriebliche Angebote bestmöglich genutzt werden.
  • Außerdem sollte bei den Ausbildungsmaßnahmen der Schwerpunkt auf Berufe gelegt werden, bei denen ein Arbeitskräftemangel besteht, vor allem für die Personen, die am weitesten vom Arbeitsmarkt entfernt sind und am meisten von praktischen berufsbezogenen Kompetenzen profitieren können.
  • Wichtig sind auch Prognosen zum Qualifikationsbedarf, um die Wirksamkeit der Ausbildung zu verbessern.
  • Die Validierung von nicht formalem und informellem Lernen und die Zertifizierung von Lernergebnissen sind sehr wichtig für gering qualifizierte Erwachsene, denn Lernen findet häufig außerhalb der formalen Bildung statt.
  • Bisher wurden Ausbildungsmaßnahmen nur selten nach strengen Kriterien bewertet, also etwa in Längsschnittstudien, die über einen vernünftigen Zeitraum laufen, oder in Analysen der Nettowirkungen, für unterschiedliche Arten von Maßnahmen und für die unterschiedlichen Gruppen, an die sich häufig dieselbe Maßnahme richtet.
  • Der Überwachung und Bewertung der Auswirkungen der Maßnahmen auf unterschiedliche Zielgruppen sollte ebenfalls mehr Bedeutung beigemessen werden. Ebenfalls notwendig sind eine systematischere Überwachung und Bewertung der Auswirkungen der Maßnahmen auf die Beschäftigung und die Einkommen unterschiedlicher Zielgruppen (gering qualifizierte, Langzeitarbeitslose, ältere Arbeitnehmer usw.), um Art, Inhalt und Format der Ausbildungsprogramme anpassen und die Wirksamkeit der Ausbildung verbessern zu können.

Am 25. Juni 2015 fand in Brüssel ein Seminar statt, auf dem die Ergebnisse der EEPO-Untersuchung vorgestellt wurden. An dem Seminar nahmen Interessenvertreter aus unterschiedlichen Bereichen der Beschäftigung und Bildung und von Anbietern von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teil. Diese betonten, dass:

  • die Mitwirkung der Arbeitgeber wichtig ist – die erfolgreichsten Systeme bestehen aus institutioneller Ausbildung kombiniert mit praktischer Ausbildung.
  • Das Angebot von individueller Schulung ist eine wichtige Voraussetzung für eine wirksame Ausbildung, vor allem, wenn die Betreffenden ihren Ausbildungsgang selbst wählen können.
  • Forschungsarbeiten auf der Grundlage von Trends auf dem Arbeitsmarkt und der Arbeitsplatzentwicklung machen deutlich, dass die Nachfrage nach mehr Qualität und einem höheren Kompetenzniveau heute sehr viel höher ist als in der Vergangenheit. Inzwischen nimmt sogar die Nachfrage nach sogenannten „gering qualifizierten“ Arbeitnehmern zu.
  • Unter den Arbeitslosen gibt es Gruppen, für die wegen ihrer großen Entfernung vom Arbeitsmarkt das Risiko der Langzeitarbeitslosigkeit und der Erwerbslosigkeit besonders hoch ist. Für diese Personen ist der Weg zurück in die Beschäftigung eine besondere Herausforderung.

Ist das auch Ihre Meinung? Teilen Sie uns mit, ob Ihr Land in dieser Richtung aktiv ist oder möglicherweise sogar bessere Maßnahmen anbietet, und schicken Sie uns Ihren Kommentar im untenstehenden Feld.

 

Martina Ni Cheallaigh arbeitet bei der Europäischen Kommission in der GD Beschäftigung, Soziales und Integration, und zwar im Referat Berufliche und Erwachsenenbildung. Seit 2011 ist sie zuständig für die Durchführung der Europäischen Agenda für Erwachsenenbildung. Sie verfügt über umfassende Erfahrung auf europäischer Ebene, vor allem in den Bereichen Berufliche Bildung und Lebenslanges Lernen.

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