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Berufsausbildung ist bei europäischen Erwachsenen unbeliebt: fünf ernüchternde Erkenntnisse aus der jüngsten Meinungsumfrage des Cedefop

01/02/2018
po Andrew McCoshan
Jezik: DE
Document available also in: EN RO PL HU HR FR ES IT LV

/lt/file/epale-vet-cedefop-surveyEPALE VET Cedefop Survey

EPALE VET Cedefop Survey

Andrew McCoshan, thematischer Koordinator bei EPALE, vertritt die Ansicht, dass die Meinungsumfrage des Cedefop zur beruflichen Bildung (VET) einen Aufruf zum Handeln in Europa auslösen sollte.

Es wird oft gesagt, dass die Berufsbildung ein schlechtes Image hat. Tatsächlich beschäftigt sich die Politik der EU und der Mitgliedstaaten seit geraumer Zeit mit dieser Herausforderung. Wir müssen daher die aktuelle Meinungsumfrage des Cedefop berücksichtigen, da sie das verlässlichste und aktuellste Bild der öffentlichen Einstellung zur Berufsbildung darstellt, in das die Ansichten von nicht weniger als 35.000 europäischen Erwachsenen einfließen. Leider ergibt sich daraus, dass wir bei der Korrektur negativer Wahrnehmungen der Berufsbildung noch einen weiten Weg vor uns haben.

 

1. Im Vergleich zur Allgemeinbildung hat die Berufsbildung ein schlechtes Image.

Die Kennzahlen der Umfrage bestätigen unseren Verdacht: Drei Viertel der Befragten sind der Meinung, dass die Allgemeinbildung ein positiveres Image hat als die Berufsbildung. Darüber hinaus sind 63 % der Befragten der Meinung, dass es einfacher ist, einen Berufsausbildungsabschluss zu erlangen als einen allgemeinen Bildungsabschluss. Das bedeutet nicht, dass die Berufsbildung wertlos ist: 86 % der Befragten sind sich einig, dass Menschen in der Berufsbildung die von den Arbeitgebern benötigten Fähigkeiten erlernen, 67 % finden nach dem Erwerb eines Berufsbildungsabschlusses schnell einen Arbeitsplatz, und 60 % sind der Meinung, dass die Berufsbildung zu gut bezahlten oder hoch angesehenen Arbeitsplätzen verhilft.

 

2. Berufsbildung steht nicht immer ganz oben bei den Empfehlungen der Menschen

Nur 60 % der Personen, die eine Berufsausbildung absolviert haben, und 26 % der Absolventen der Allgemeinbildung werden die Berufsausbildung wahrscheinlich weiterempfehlen. In einigen Ländern ist der Anteil aller Befragten, die eine Berufsausbildung empfehlen, sehr gering: In Dänemark, Schweden und Irland liegt er bei nur etwa einem Fünftel. Und es gibt auch Missverständnisse, mit denen man sich auseinandersetzen muss: 70 % glauben, dass es sich bei der Berufsbildung um Handarbeit handelt, trotz der enormen Veränderungen in der Art der Arbeit, die bereits stattgefunden haben.

 

3. Keine Ermutigung zur Berufsausbildung

In 19 von 28 EU-Mitgliedstaaten gaben mindestens 20 % der Befragten an, dass ihnen (meist von einem Familienmitglied) geraten wurde, keine Berufsausbildung zu absolvieren. In einigen Ländern übersteigt der Prozentsatz 40 % (Kroatien, Italien, Rumänien, Ungarn). Nur in den Niederlanden sind es weniger als 10 %.

 

4. Informationsdefizit ist nach wie vor ein Hindernis

Es wurden große Anstrengungen unternommen, um die Notwendigkeit qualitativ hochwertiger Informationen und Beratung für alle in Europa zu fördern. Die Umfrage zeigt jedoch, dass es noch viel zu tun gibt: 26 % der Erwachsenen, die eine Berufsausbildung absolviert haben, und 50 % der Personen, die eine allgemeine Ausbildung absolviert haben, gaben an, dass ihnen keine Informationen über die Berufsausbildung zur Verfügung gestellt wurden, als sie sich für den weiteren Bildungsweg entscheiden mussten.

 

5. Die Berufsbildung ist unbeliebt bei Menschen ohne oder mit geringen Qualifikationen

24 % der Personen, welche die Sekundarstufe II nicht abgeschlossen haben, hatten noch nicht einmal von der Berufsbildung gehört, weitere 21 % hatten zwar davon gehört, wussten aber nicht wirklich, worum es sich handelt. Angesichts der Tatsache, dass viele Länder versuchen, die Berufsbildung als einen effektiven Weg für Menschen zu entwickeln, die mit der allgemeinen Bildung Probleme haben, sind diese Zahlen äußerst besorgniserregend.

 

Die Schlussfolgerungen sind klar und eindeutig

Das Cedefop muss zu dieser Umfrage beglückwünscht werden. Zugleich sollten die Umfrageergebnisse allen an der Berufsbildungspolitik beteiligten Akteuren, egal in welcher Funktion, Schauer über den Rücken jagen.

Es ist jetzt ganz klar, dass ein beträchtlicher Anteil der Erwachsenen negative Wahrnehmungen und/oder Missverständnisse in Bezug auf die Berufsbildung hat und diese wahrscheinlich an junge Menschen weitergeben wird. Wir können angemessener Weise davon ausgehen, dass dies auch dazu führt, dass sie selbst nicht an der Berufsbildung teilnehmen wollen.

Dies erfordert dringende Maßnahmen. Die Botschaft ist klar: Entweder haben wir noch nicht genug getan, um die Berufsbildung in den Köpfen der Erwachsenen zu fördern, oder das, was wir getan haben, war nicht sehr effektiv.

Wir brauchen eine umfassende und konzertierte Förderung des Wertes von Aus- und Weiterbildung für Erwachsene sowie eine qualitativ hochwertige Beratung und Begleitung. Natürlich brauchen wir auch mehr und qualitativ hochwertigere berufliche Weiterbildung, um diese Förderung glaubwürdig zu machen. Es wird nicht einfach werden, aber wir brauchen es dringend – Auffassungen werden schnell übernommen und müssen sich ändern.


Andrew McCoshan ist seit über 30 Jahren im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung tätig. Seit mehr als 15 Jahren führt er Studien und Bewertungen für die EU durch, zuvor war er als Berater im Vereinigten Königreich tätig. Andrew McCoshan ist derzeit unabhängiger Forscher und Berater, ECVET-Experte für das Vereinigte Königreich und Senior Research Associate am Educational Disadvantage Centre der Dublin City University in Irland.

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  • Slika korisnika Karina Tambovska
    Profesionāla izglītība, manuprāt, ir labs un ļoti reāls veids kā nākotnē atrast stabilo darbu. Protams, daudz ir atkarīgs no paša cilvēka. Bezdarbinieku skaits ir gan starp augstskolas beidzējiem gan starp cilvēkiem, kuri pabeidza profesionālu izglītību. Pēc manas pieredzes, cilvēki, kas pabeidza profesionālu izglītību strādā tieši iegūtā profesijā, bet pēc augstskolas - strādā kāda citā profesijā, pat nesaistīta ar iegūto izglītību. Varbūt problēma ir saistīta ar mūsdienu cilvēka domāšanas veidu. Beidzot skolu ( it īpaši devīto klasi) jauns cilvēks vēl nav gatavs pieņemt lēmumu par nākotnes profesiju, tāpēc turpina mācīties skolā vai izvēlas augstskolu, kas, kā liekas, dod plašāku diapazonu karjeras izvēlei. Bieži profesionālu izglītību pēc devītās klases izvēlas tie jaunie cilvēki, kuriem, dažādu apstākļu dēļ ir ātrāk jāpelna naudas. Var būt tāpēc rodas doma, ka pēc profesionālas izglītības saņemšanās būs jāstrādā ar rokām, bet tas arī skar mūsu sabiedrības problēmu, jo visi cenšas kļūt par līderiem un vadītājiem. Tāpēc manuprāt cilvēki kas beidz profesionālu izglītību ir vairāk ieguvusi nekā zaudējusi. Tik un tā, pēc profesionālas izglītības var turpināt mācībās augstskolā ja būs tāda nepieciešamība.
  • Slika korisnika Rolands Marcinkevics
    Sabiedrībā valda uzskats, ka vienīgā vērtīgā izglītība tiek iegūta augstskolās. Tomēr, ja pavērojam augstskolu beidzējus starp bezdarbniekiem, to ir liels skaits. Iespējams profesionālās izglītības attīstību varētu veicināt izmaiņas augstskolu vidē, ja augstskolas uzņemtu studentus pēc profesionālās izglītībasm kuriem jau ir zināmas profesionālās iemaņas un prasmes, jo daudzi skolēni pēc vispārējās izglītības, uzsākot studijas kādā no profesijām ir kā baltas lapas. Kā prasības studijām Lauksaimniecības Universitātē varētu pabeigta profesionālā izglītība atbilstošajā nozarē.
  • Slika korisnika Katrin Lowitz
    Das Ergebnis der Befragung wundert mich überhaupt nicht. Für meine Plattform www.beyond-eve.com habe ich seit 1 Jahr recherchiert über Angebote derzeit ausgerichtet eher auf Frauen. 

    Es gibt gigantische Möglichkeiten, diese sind aber kaum zu finden, da sie nicht bei Google auf der Seite 1 erscheinen. Bildungseinrichtungen, Projekte und Programme haben keine Möglichkeit den Google Algorithmus zu schlagen, hierfür braucht es ein großes Marketing Budget. Um etwas zu finden, muss man als Suchender unendlich Geduld mitbringen, bis ein passendes Angebot auftaucht. Das wollen wir mit unserer Plattform beheben. Schnell Angebote finden. 

    Wir sind Ende Oktober 2017 gestartet, zuerst auf Deutsch, aber im März wollen wir Englisch anbieten und dann die weiteren europäischen Sprachen.