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EPALE - ríomhArdán d’Fhoghlaim Aosach san Eoraip

Blag

Dritte Orte, Fabriques de territoires und digitale Fabriken: Initiativen und Entwicklung

09/03/2020
ag André Chauvet
Teanga: DE
Document available also in: FR EN

[Übersetzung (Französisch - Deutsch) : EPALE Frankreich]

Wachsendes Interesse

Die Aufmerksamkeit für die Entwicklung von Dritten Orten und ihre Auswirkungen, sowohl in Bezug auf die regionale Entwicklung als auch auf die Diversifizierung von Arbeits- und Ausbildungsmodellen, ist nicht neu. 2018 ergab die von der Fondation Travailler Autrement durchgeführte Studie zu Dritten Orten fast 1800 Drittorte in Frankreich, 46 % davon außerhalb der Ballungsgebiete. Das Entstehen dieser Drittorte ist tatsächlich Teil einer grundlegenden Bewegung, welche die gesamten ländlichen Gebiete betrifft und Ursprung einer neuen wirtschaftlichen und sozialen Dynamik ist: neue Arbeitsweisen (Telearbeit, Freelancer), Entwicklung von Beschäftigungsmöglichkeiten in der Umgebung, die kurze Wege begünstigen. Diese Drittorte sind Schlüsselakteure der digitalen und ökologischen Transition in den Gebieten. Sie sind zu Dienstleistungsplattformen geworden, die zur Lebendigkeit aller Gebiete beitragen: ländliche Gebiete, Vororte, vorrangige Stadtviertel.

Die Welt der Ausbildung interessiert sich seit einigen Jahren dafür. Das thematische EPALE-Treffen im Oktober 2019 war dem Thema „Dritte Orte für die Ausbildung“ gewidmet und bewies die Vitalität der Initiativen und ihre Auswirkungen sowohl auf die Mobilisierung der Öffentlichkeit und der Akteure als auch auf die Gestaltung und das Experimentieren mit neuen Lernmethoden nach dem Für-alle-Prinzip.

Aufruf zur Interessenbekundung

Angesichts dieser Entwicklung veröffentlichte die französische Regierung im Juli 2019 einen Aufruf zur Interessenbekundung (AMI), um die Entwicklung einer Dynamik der Dritten Orte in den Gebieten zu fördern. Bis 2022 beabsichtigt sie mit 45 Millionen Euro 300 bestehende oder geplante so genannte Fabriques de territoire (Betriebe in den Regionen) identifizieren, von denen 150 in den vorrangigen städtischen Stadtvierteln (QPV) und 150 in ländlichen Gebieten angesiedelt sein sollen.

Der Staat wird also die Fabriques de territoire über drei Jahre mit 75.000 bis 150.000 Euro fördern, während diese Einrichtungen ein finanzielles Gleichgewicht anstreben.  Die vom Staat vorgeschlagene Finanzierung berücksichtigt das Angebot an Dienstleistungen und den Standort. Die Liste der ersten 80 im Rahmen dieses AMI ausgewählten Betriebe, die alle in vorrangigen Stadtvierteln eingesetzt wurden, wurde bereits veröffentlicht. Dazu gehören:

48 Betrieben in Gebieten, die von staatlicher Unterstützung profitieren. Eine solche Fabrique de territoire wird somit eine bündelnde Rolle spielen, die sich auf die Schaffung von Aktivitäten, die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren und die lokale Entwicklung konzentriert und dem gesamten Ökosystem, welches das Gebiet belebt, zugute kommt. Eine Fabrique de territoire ist daher ein Drittort, der einem Netzwerk vorsteht und für die umliegenden Projektträger die Rolle eines Ressourcenplatzes hat; ein Ort der Ausbildung und des Lernens durch „gemeinsames Arbeiten“; ein Ort der digitalen Integration für Bevölkerungsgruppen, die weit vom Internet und seinen neuen Möglichkeiten entfernt sind. Diese Orte erhalten eine staatliche Subvention von bis zu 50 000 EUR pro Jahr über drei Jahre hinweg.

32 digitale Fabriken werden Einwohnern und Fachleuten des Gebiets zahlreiche Aktivitäten rund um die digitale Technologie zur Verfügung stellen.  Sie werden zusätzlich zu der Starthilfe von bis zu 50 000 EUR pro Jahr über drei Jahre durch einen finanziellen Zuschuss von 100 000 EUR pro Drittort unterstützt.

Der AMI ist zudem bis 2021 offen, die nächsten beiden Phasen enden am 30. März bzw. 20. Juni 2020. Projektträger können ihre Anträge beim Programm «Nouveaux lieux, Nouveaux liens» der Agence nationale de cohésion des territoires (ANCT) www.societenumerique.gouv.fr/tierslieux (externer Link) einreichen. Sie werden von France tiers-lieux, dem nationalen Verband zur Unterstützung von Projektträger betreut.

Die Frage der Entwicklung und der Unterstützung für Akteure

Ziel ist es, diese Betriebe in Gebieten zu entwickeln, in denen keine solche Angebote gibt. Wie man sieht, geht es um Quantität und Qualität. Es geht darum, lokale Initiativen und Akteure vor Ort zu unterstützen, anstatt Modelle vorzuschreiben, die von oben kopiert werden müssen. In einer Zeit großer demographischer, digitaler, ökologischer und produktiver Veränderungen hat die Regierung beschlossen, diese öffentlichen und privaten Initiativen durch eine neue Interventionsmethode zu unterstützen: ohne Vorschriften, ohne den Versuch einer Standardisierung, sondern durch Begleitung, Beschleunigung und „Ausstattung“ aller Akteure.

Perspektiven

Wie Denis Cristol in dem Interview, das er uns für Epale gab, betonte, müssen wir auf die Orte achten, die das Lernen fördern. Und daher ist die Entwicklung von Kompetenzen durch eine Reflexion über die Gestaltung multimodaler, offener und flexibler Drittorte bedingt, wo die Zusammenarbeit, das gemeinsame Arbeiten der Schlüssel zur Mobilisierung der Öffentlichkeit und der Akteure des Gebiets sind. Und wo das Gemeinwohl immer präsent ist. Dies wirft eindeutig Fragen zur Ausbildungstechnik auf. Soziale Gerechtigkeit hat zweifellos ihren Preis: die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit kollektiv gleichzeitig auf die zu vermittelnden Inhalte, auf die zu konstruierenden pädagogischen Szenarien und auf die unterstützenden Lernorre zu lenken, die notwendigerweise kooperativ und hybrid sein müssen. Und in den Gebieten verwurzelt. Großer Einsatz und eine anregende Herausforderung!

Fabriques de territoire und digitale Fabriken

https://www.cohesion-territoires.gouv.fr/80-fabriques-de-territoire-et-fabriques-numeriques-de-territoire-laureates

Gemeinsam handeln, um besser zusammenzuleben. Studie zu Dritten Orten, durchgeführt von der Stiftung Travailler autrement

https://www.fondation-travailler-autrement.org/2018/09/19/mission-coworking-faire-ensemble-pour-mieux-vivre-ensemble

EPALE-Treffen zum Thema „Dritte Orte für die Ausbildung“ am 30. Oktober 2019

https://epale.ec.europa.eu/fr/blog/restitutions-de-la-rencontre-thematique-epale-tiers-lieux-apprenants

Konk Ar Lab: Gemeinsam produzieren und lernen: ein Fab-Lab im Dienste aller

https://epale.ec.europa.eu/fr/blog/konk-ar-lab-fabriquer-et-apprendre-ensemble-un-fab-lab-au-service-de-tous

Dritte Orte für die Ausbildung: Interview mit Denis Cristol

https://epale.ec.europa.eu/fr/blog/des-tiers-lieux-apprenants-linterview-de-denis-cristol

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