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Blog

Interdisziplinäre Teamarbeit und Momente der Achtsamkeit

16/12/2019
par Kristina Meiwes
Langue: DE

Lesedauer circa vier Minuten -Lesen, liken und kommentieren!


Schließe die Augen, atme tief ein, spüre die feine einströmende Luft in deiner Nase, spüre nach, wie sich die Lungenflügel füllen, halte kurz inne und atme genussvoll wieder aus.

Wie geht es dir heute? Warum bist du heute hier?

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Check-In: 1 Minute Achtsamkeit. Ziel: Jetzt im Hier sein!


Ganz nach diesem Motto ereignete sich der Einstieg eines Workshops im Rahmen des Bamberger Forums 2019. Achtsamkeit, ein boomendes Thema und umstritten zugleich: Menschen in allen Lebensphasen beginnen sich mit den Praktiken der Achtsamkeit auseinanderzusetzen. Auch in der Arbeitswelt erhält das Thema einen immer stärkeren Stellenwert. 

Achtsamkeit und interdisziplinäre Teamarbeit – wie können diese beiden Bereiche gemeinsam gedacht werden?

Dieser Fragestellung ging der Workshop „Achtsame Teamarbeit – Positive Effekte auf eine kooperative, multiprofessionelle Zusammenarbeit“ nach. Angela Müller, Team- und Kulturentwicklerin, beschäftigt sich seit rund 15 Jahren mit dem Thema Achtsamkeit und traf in ihrem Workshop auf eine heterogene Personengruppe bestehend aus Studierenden und Berufstätigen aus dem Bereich Erwachsenenbildung und Weiterbildung. Eine Gemeinsamkeit unter den Teilnehmenden stach nach einer persönlichen Vorstellungrunde besonders heraus: Jede(r) der Teilnehmenden ist mit dem Thema Achtsamkeit schon mal in Berührung gekommen oder praktiziert bereits verschiedene Methoden im Alltag.

Ein Megatrend – Achtsamkeit.

Die Vertrautheit zum Thema Achtsamkeit scheint nicht besonders verwunderlich. Ein Blick in Buchhandlungen zeigt, dass es bereits eine ganze Bandbreite an Lesestoff zum Thema Achtsamkeit gibt. Der Begriff Achtsamkeit ist in aller Munde. Schon längst betrifft das Thema nicht mehr nur individuelle Lebensbereiche des Menschen. Verschiedenste Unternehmen, wie Google oder SAP, haben es sich zur Aufgabe gemacht, Achtsamkeit in der Arbeitswelt zu verankern. Doch wie ist es möglich das Thema Achtsamkeit in die Zusammenarbeit von interdisziplinaren Teams in der Arbeitswelt einfließen zu lassen?

Herausforderungen von interdisziplinären Teams.

Welchen Herausforderungen begegnet die interdisziplinäre Zusammenarbeit in Teams? Zur Sprache kamen solche Herausforderungen wie gegenseitig behaftete Vorurteile, unterschiedlich themenspezifische Haltungen, Konkurrenzverhalten, verschiedene Zielperspektiven und Wertesysteme sowie unterschiedlichste Arbeits- und Denkweisen, die aufeinandertreffen. Ein Punkt, die intrinsische Motivation einzelner Mitarbeitenden, war besonders im Fokus.

Die im Anschluss an den Workshop stattgefundene Diskussion und Reflexion widmete sich der Frage, ob Achtsamkeit ein Lösungsansatz sein kann, solchen Herausforderungen der interdisziplinären Teamarbeit entgegenzuwirken.

Knackpunkt: Der Mensch hat das innere Bedürfnis danach zu Sein, wohingegen die Zusammenarbeit in der Arbeitswelt zielgerichtet abläuft.

Eine zentrale Erkenntnis ging dabei hervor: Der Mensch strebt in seinem Handeln und Tun nach Selbstwirksamkeit. Nämlich nach dem Gefühl selbst etwas in der Hand zu haben, dem Gefühl der Kontrolle und Nicht-Ohnmacht. Im Kontext der Arbeitswelt verfolgt die Zusammenarbeit im Team jedoch das Ziel, gemeinsam die gesteckten Unternehmensziele zu erreichen. Individuelle Vorstellungen und Gewohnheiten bzgl. der Arbeitsweise prallen hierbei aufeinander. Mitarbeitende streben in der Regel danach, sich in der Arbeit auszuprobieren, Herausforderungen anzunehmen und sich ggf. auch selbst zu verwirklichen. Zugleich müssen Mitarbeitende den Zielen und Ansprüchen des Unternehmens gerecht werden. Genau hier liegt das Potential des achtsamen Umgangs miteinander.

Ein Pool an Achtsamkeit-Tools. 

In der Arbeitsgruppe wurde außerdem herausgestellt, dass auch Achtsamkeit differentiell gelebt wird und es dafür nicht den einen richtigen Weg gibt. Dennoch können bereits kleine Tools oder Methoden, die jede(r) einzelne bereits im Alltag anwenden kann, zu einem ausgeglichenen Miteinander beitragen:

  • Aufmerksames Zuhören
  • Perspektivwechsel einnehmen
  • Gefühle durch Assoziationskarten hervorheben
  • Check-In Runde: Wie geht es mir?
  • Wertschätzung verteilen

Letztendlich wurde deutlich, dass die Frage nach dem konkreten WIE nicht so einfach zu lösen ist. Es scheint vielmehr eine Sache der Art und Weise im Umgang miteinander, des Abwägens von Methoden und der Passgenauigkeit zum Team zu sein. Ich komme persönlich zu dem Schluss, dass zunächst einmal jeder selbst dafür verantwortlich ist, für sich einen passenden achtsamen Umgang mit seiner eigenen Persönlichkeit zu erproben, um diese Erfahrung mit anderen Menschen, ob im Team, in der Familie oder mit Freunden teilen und leben zu können.


Lesen Sie auch die Blogbeiträge zu den anderen Arbeitsgruppen auf dem III. Bamberger Forum für Erwachsenen- und Weiterbildung 2019.
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