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ScienceLit – Scientific Literacy for all! Wie ein methodischer Ansatz mein Verständnis von “Lernen” förderte

03/08/2018
by Inga Specht
Kieli: DE
Document available also in: EN HU PL

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Logo ScienceLit
Originalsprache: Englisch

Der europäische Referenzrahmen weist unter anderem auf die Notwendigkeit hin, Erwachsenen die Entwicklung von Schlüsselkompetenzen für das lebenslange Lernen zu ermöglichen. Dazu gehört auch die Kenntnis grundlegender, wissenschaftlicher Konzepte, Prinzipien und Methoden. Es wird angenommen, dass solches Wissen und solche Kompetenzen erwachsene Lernende kritischer machen und sie darüber hinaus in die Lage versetzen kann, komplexe Situationen des täglichen Lebens besser bewerten zu können; zum Beispiel die Bewertung von Auswirkungen nanotechnologischer Fortschritte auf die Familienmitglieder und die Gemeinschaft unter Berücksichtigung ethischer Fragen.

Ausgehend von der Notwendigkeit, die wissenschaftlichen Kenntnisse erwachsener Lernender zu entwickeln, initiierte Agora – ein international bekanntes Erwachsenenbildungszentrum (Sánchez, 1999) – im Jahr 2016 das Erasmus+ Projekt ScienceLit. Das Projekt wird von fünf Partnern aus verschiedenen Ländern (Spanien, Slowenien, Griechenland, Deutschland) durchgeführt. Das Projekt möchte wissenschaftliches Wissen bürgernäher und attraktiver machen und dessen Verbreitung fördern. Für diese Ziele wurde das Konzept des Dialogic Learning mit seinen sieben Prinzipien erstmals auf den Bereich der Wissenschaft übertragen. So entwickelte das Projekt die so genannte ScienceLit-Methodik, die Dialogic Gatherings - ein im europäischen Kontext so genanntes erfolgreiches Bildungsangebot (Successful Educational Action, SEA) - für den Transfer wissenschaftlichen Wissens anwendet. SEAs sind universell übertragbar. Als SEAs gelten wissenschaftlich geprüfte Bildungsmaßnahmen, die unabhängig vom geographischen und sozioökonomischen Kontext der Teilnehmenden und den jeweiligen Erwachsenenbildungsorganisationen, in denen sie stattfinden, zu wirksamen Ergebnissen führen. Die so genannten Scientific Dialogic Gatherings sind Aktivitäten, bei denen die Teilnehmenden originale wissenschaftliche Arbeiten und Artikel lesen und reflektieren. Die Teilnehmenden sind dabei Teil eines Prozesses, in dem gemeinsames Lernen durch Dialog entsteht. Jeder kann an dieser Aktivität teilnehmen, unabhängig vom Alter, vom Geschlecht und vom kulturellen Hintergrund. Ein Moderator bzw. eine Moderatorin unterstützt/erleichtert den Dialog auf Augenhöhe. Aber: es ist keine Lehrkraft an dem Prozess beteiligt.

Die beiden Hauptziele dieser Methodik sind zum einen die Erleichterung des Zugangs zu wissenschaftlichen Erkenntnissen für Erwachsene mit geringen Qualifikationen und in benachteiligten Situationen und zum anderen die Ausstattung mit Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es ihnen ermöglichen, wissenschaftliche Texte selbstständig zu verstehen, zu interpretieren und zu analysieren. Dies ist der Punkt, an dem Menschen, die annehmen, dass die Teilnehmenden eines Bildungsangebots notwendigerweise von einer versierten Lehrkraft mit ausreichenden wissenschaftlichen Kenntnissen lernen müssen, was „richtig“ und was „falsch“ ist, stutzen. Denn das Lernen von Lehrkräften, auch die systematische Wissensvermittlung, ist ja auch unbenommen wichtig. Auch mir selbst, als ich zum ersten Mal mit dem Dialogic Learning und der Methodik der Dialogic Gatherings konfrontiert wurde, fiel es schwer, anzunehmen, dass die erwachsenen Teilnehmenden auch nur irgendein Ergebnis aus einem solchen Angebot erzielen. Denn, wenn ich an Lernergebnisse und Lernwirkungen dachte, dachte ich an "richtiges Wissen" wie physikalische Gesetze, die es zu erlernen gilt. Im Laufe des Projektverlaufes kam ich dann nach und nach dazu, zu revidieren, was ich eindimensional über "effektives Lernen" denke, und ich öffnete mich für neue Ideen. Ehrlich gesagt, ist es schwer, die Idee des "lehrerzentrierten Lernens" sowie des – eher schuldidaktischen – "Vorher-Nachher-Vergleichs" aufzugeben, aber es lohnt sich. Neben dem Wissenserwerb ist ein Schlüsselwort von Scientific Dialog Gatherings dasjenige des Empowering. Die Teilnehmer/innen erwerben unterschiedliche Kompetenzen wie die Fähigkeit, zu argumentieren und sich gegenseitig zu respektieren, wie Selbstvertrauen und persönliche Autonomie, wie kritisches Denken und Schlussfolgern sowie (soziales) Bewusstsein und die Einsicht, dass jede/r in der Lage ist, wissenschaftliche Texte zu lesen und zu verstehen, unabhängig von seinem/ihrem Hintergrund. In der Regel erwerben die Teilnehmenden neben rein wissenschaftlichen Kenntnissen insbesondere auch Kompetenzen und Fähigkeiten, die für die Bewältigung des Alltags wertvoll sind. Darüber hinaus ist es eine Methodik, die das Beste aus Partizipation und Inklusion macht.

Wenn Sie selbst Zweifel am Funktionieren dieses methodischen Ansatzes haben, können Sie die Methodik der Scientific Dialogic Gatherings weiter nachlesen. Hier finden Sie einen mehrsprachigen interaktiven Leitfaden (Open Access), der audiovisuelles Material zur Methodik enthält und erklärt, wie man Scientific Gatherings organisiert und durchführt, wie man daran teilnimmt und wie man sie in Erwachsenenbildungsorganisationen in ganz Europa umsetzen kann.

Teilen Sie uns gerne Ihre Gedanken, Erfahrungen und Fragen zu Scientific Dialogic Gatherings über die Kommentarfunktion unten mit. Vielen Dank!

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Dr. Inga Specht, DIE

Zur Autorin: Dr. Inga Specht ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz Zentrum für Lebenslanges Lernen in Bonn, in der Abteilung ‚Lehren, Lernen, Beraten‘. Sie arbeitet u.a. zu den Schwerpunkten Aneignungs- und Vermittlungsprozesse in Museen, Teilnehmer-/Besucherstrukturen kultureller Bildung und dem Projekt ScienceLit.

Anmerkung: Übersetzt mit Hilfe von www.DeepL.com/Translator

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  • Käyttäjän Gudrun Neuper kuva
    Thank you for sharing this experience. I think this knowledge can change all learning.
    I'll come to the training - I hope I have time.
    Warm Greetings
    Gudrun Neuper