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EPALE - Aikuiskoulutuksen eurooppalainen foorumi

Uutishuone

Demokratiebildung und Teilhabe durch Sport mit jungen Erwachsenen

12/09/2016
, CONEDU Austria
Kieli: DE
Document available also in: EN

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Partizipation, Integration und Demokratiebildung durch und im Sport möglich

Sport – allem voran eine Mannschaftssportart wie Fußball – bringt starke Emotionen hervor. So machen die SportlerInnen neben der körperlichen Aktivität in Training und Spiel kollektive Erfahrungen von Sieg und Niederlage, von Zusammenspiel, sie entwickeln ein Gruppenbewusstsein uvm. Diese Effekte des Sports wurden auch von WissenschafterInnen nachgewiesen, etwa von Klaus Zeyringer (2014).

Solche kollektiven und emotionalen Erfahrungen schaffen Zusammenhalt. Sport kann insofern Partizipation, Integration und in weiterer Folge auch Demokratiebildung ermöglichen. Madlen Preuß von der Universität Bielefeld, Deutschland, untersuchte in einer Studie die Bedeutung der Sportvereine für die Stärkung und Förderung demokratischer Grundsätze. Sie bringt in ihrer Untersuchung die Potentiale von Sport auf den Punkt, indem sie auf den Common Sense zurückgreift: „Sport kennt keine Grenzen, keine Sprache und Herkunft, er kennt keine Religion oder Hautfarbe. Sport schafft Gemeinschaft und Zusammenhalt, seine ‚Kultur‘ wird getragen von Respekt, Fair Play und einer uneingeschränkten Kameradschaftlichkeit.“

Bildungsfernere Zielgruppen über den Faktor Spaß mit Sport erreichen

Für die Weiterbildung bzw. politische Bildung sind aber nicht nur die partizipativen und integrativen Potentiale des Mannschaftssports an sich relevant. Vielmehr ist Sport gerade in der politischen Bildungsarbeit oft ein Mittel, um Lernende überhaupt erst zu erreichen. „Für Zielgruppen, die mit politischer Bildung nicht erreicht werden können, steht der ‚Spaß‘ als Motiv zur Teilnahme ganz hoch im Kurs“, drückt es Thomas Jäger im „Magazin erwachsenenbildung.at“ über die partizipative, interkulturelle und inklusive „International Allstars League Graz“ aus. Der Fußball biete genau diesen Spaß, so Jäger. Im Rahmen der Liga wird es so möglich, Jugendliche u.a. auch für Workshops der politischen Bildung zu gewinnen: „Damit umgehen wir Hemmschwellen, die manche Jugendliche anfänglich haben, um sich auch diesen Angeboten zu öffnen.“

Beispiel: „International Allstars League Graz“ – mehr als eine Fußball-Liga

In Graz, Österreich findet im Rahmen des Projekts „SIQ!“ seit 2011 jährlich eine Fußballturnierserie für Jugendliche statt, in deren Rahmen Sport mit Demokratiebildung verbunden wird. Die Jugendlichen nehmen dabei nicht nur am Fußballturnier teil, sondern auch an sozialpädagogischen Workshops, die Teil der Liga sind. Ein Ligarat als Partizipationsgremium bietet dabei das Übungsfeld für Demokratiebildung. Der Ligarat berät über die Punktevergabe, den Umgang mit disziplinären Vorfällen, die Gestaltung des Turnierkalenders und wählt auch die Themen der Workshops aus.

Übergeordnetes Ziel der Liga ist Jäger zufolge, Jugendliche und junge Erwachsene bei der selbsttätigen Aneignung von politischen Kompetenzen, Inhalten und Handlungsweisen zu unterstützen, damit sie gesellschaftliche Mitverantwortung erleben und übernehmen können.

Beispiel: „Fußball ohne Abseits“ und „Kicking Girls“ – Integration von Mädchen mit Migrationshintergrund

Zwei Projekte aus Deutschland machen sich die integrativen Potentiale des Sports zunutze und verfolgen dabei ein ähnliches Ziel: Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund über den Sport besser zu integrieren. Zusätzlich bieten sie Weiterbildungsmaßnahmen an, etwa Coaching-Ausbildungen für Frauen oder Sprachförderung für die Eltern von Schulkindern.

In Oldenburg haben Mädchen die Möglichkeit, zunächst im Rahmen von „Mädchenfußball-Arbeitsgemeinschaften“ an ihrer Schule Fußball auszuprobieren. Seit 2011 werden für diese „Kicking Girls“ auch Turniere durchgeführt. Diese wurden zu einem richtigen Fußballfest, an dem sich auch sozialpädagogische und kommunale Einrichtungen vor Ort engagieren. Das Projekt richtet sich aber auch an jugendliche und erwachsene Frauen, die zu Coaches ausgebildet werden, welche wiederum die Mädchen in den Arbeitsgemeinschaften trainieren. Dritte Aktivität des Projekts sind Mädchenfussball-Camps, in denen das Miteinander über die sportlichen Aktivitäten am Fußballfeld hinausgeht.

Das Projekt „Fußball ohne Abseits“ in Osnabrück wendet sich an Schulen, die viele Schülerinnen mit Migrationshintergrund haben. Trainerinnen und Pädagoginnen organisieren dort Fußballgruppen für Mädchen. Im geschützten Rahmen der Schule und mit weiblichen Trainerinnen ist es leichter, den Weg zum Sport zu finden. Teil des Projekts sind auch Hausaufgabenbetreuung und Sprachförderung für die Eltern der Mädchen, die damit wiederum ihre Kinder bei der Integration fördern können.

 

Links:


Text: Bianca Friesenbichler/CONEDU

Author of original article in German: Bianca Friesenbichler/CONEDU

Foto: Matchszene vom 1. Mädchenturnier der IALG​ © Mafalda/JA.M​

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