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Anspruchsvoll und praktisch: die Info-App Integreat

18/03/2016
looja Barbara HILLER
Keel: DE
Document available also in: EN

Weitere Informationen


Integreat
Projektwebseite

Tür an Tür
Hilfsverein in Augsburg

Das Statistik-Portal: Festnetz und Mobilfunk
(Webseite Statista GmbH)

/et/file/statisticid170408marktanteile-der-betriebssysteme-der-smartphone-nutzung-deutschland-bis-0Betriebssysteme Smartphones, Marktanteile (bis-2015).pptx

/et/file/statisticid182363prognose-zu-marktanteilen-von-smartphone-betriebssystemen-2019-1pptx-0Marktanteile-Betriebssysteme Smartphones-Prognose bis 2019.pptx

 

von Barbara Hiller, Team EPALE  Germany

 

Informationen auf lokaler Ebene

Bei Integreat geht es um „nicht-googlebare“ Informationen. Gibt es das überhaupt? Ja, sagen Kommunen und Hilfsorganisationen für Geflüchtete, denn sie wissen, wie schwer es ist an lokale Hinweise heranzukommen, erst recht ohne Deutschkenntnisse. Mit der App Integreat können diese Infos gebündelt und in mehreren Sprachen online zur Verfügung gestellt werden.

Die Idee entstand im Sommer 2015. Daniel Kehne, 26 Jahre alt und inzwischen Projektkoordinator von Integreat, arbeitete bereits ehrenamtlich für den Verein Tür an Tür in Augsburg. Aus dem Plan, eine Infobroschüre zum x-ten Mal neu aufzulegen wurde die Idee für die App. Den Inhalt stellte die Task Force Asyl der Stadt zusammen und Studierende des Lehrstuhls Finanz- und Informationsmanagement der Universitäten TU München und Augsburg begannen mit dem Programmieren. Damit sie ihre Leistung auch an der Uni anrechnen lassen können, mussten sie sich allerdings etwas einfallen lassen. "Nur" eine App programmieren – das reicht in ihrem Studienfach nicht.

Interaktionskanäle

Die Entwickler nahmen gleich mehrere Herausforderungen in Angriff: Erstens muss die App offline nutzbar sein, weil Flüchtlinge in der Regel kein mobiles Datennetz zur Verfügung haben. Zweitens wird für die Eingabe Standardsoftware und ein „What you see is what you get“ (WYSIWYG) benötigt. Bedeutet: die Inhalte werden in der App so abgebildet, wie sie bei der Eingabe auf dem Bildschirm zu sehen sind. Dafür musste eine Schnittstelle zu einem Cintent-Management-System entwickelt werden.

Daniel Kehne, Studierender und Projektkoordinator erläutert das "What-you-see-is-what-you-get" von Integreat,; Voraussetzung für eine nutzerfreundliche Dateneingabe.
Video: EPALE, NKS Deutschland (2:16 min)

Zudem enthält Integreat ein Übersetzungsmanagement - hier: WPML (Webseite WPML org) - das es ermöglicht, Texte in fünf Sprachen auf dem gleichen Stand zu halten, darunter Farsi und Arabisch. Dieses System erkennt, wann Texte geändert wurden und erinnert daran, dass die anderen Sprachen angepasst werden müssen.

Native App

Die eigentliche technische Finesse aber ist die Entwicklung der App auf der Plattform Xamarin (Wikipedia) in der Programmiersprache C# (sprich: C sharp). Dadurch entwickelt man für drei unterschiedliche Systeme gleichzeitig, für Android, iOS und Windows. In der Regel benötigt man für jedes System eine eigene sogenannte native App (Wikipedia), die speziell auf die jeweilige Softwareplattform zugeschnitten ist. Integreat wird dagegen auf allen Systemen ohne Einbußen konvertiert und läuft auf den Smartphones so als wäre es eine native App. Dafür konnten die Entwickler ECTS-Punkte bei ihrem Fachbereich geltend machen. Maßgeblichen Anteil an der Entwicklung hat Daniel Langerenken, zurzeit Praktikant bei Oracle in USA; das CMS stammt von Martin Schrimpf, der im Begriff ist, zur Harvard Universität zu wechseln.

Außer in Augsburg ist die App „live“ in Bad Tölz, Kissing sowie in den Landkreisen Main-Taunus-Kreis und Germersheim. Die Zahl der Anfragen aus ganz Deutschland liegt inzwischen bei 90, die jüngste stammt aus Köln. Ein 30-köpfiges Team aus Studierenden und Freiwilligen kümmert sich um die Verbreitung und die Weiterentwicklung. Neben der App-Entwicklung geht es um Design, PR, CMS, Übersetzungen und Organisation.

Marktanteile Smartphones

Flüchtlinge besitzen in der Regel Android-Systeme, i-phones spielen unter ihnen weniger eine Rolle. Dennoch soll es Integreat auch für iOS geben, denn: „Entscheider in Verwaltungen haben i-phones“, so die Erfahrung der Integreat-Projektgruppe. Android und iOS decken 90% des weltweiten Marktes ab, wobei Android mit 80% den größten Anteil hält. Windows-Systeme befinden sich z.B. in Nokia-Handys. Die Zahlen stellt der Marktforscher Statista GmbH, Hamburg zur Verfügung: Das Statistik-Portal: Festnetz und Mobilfunk

 

Design

Sebastian Siepe, 26 Jahre alt, studiert Medieninformatik im 7. Semester und wird die Anpassung des Design-Konzepts für Integreat zu seiner Masterarbeit machen. Die App ist zurzeit textlastig und soll intuitiver werden, visuell ansprechender, außerdem interkulturell leichter verständlich. Dazu wird Sebastian Siepe abprüfen, welche Handgesten im arabischen Raum verständlich sind. Welche Symbolwirkung haben Farben? Welche Icons eignen sich, welche nicht? Wie groß muss eine Überschrift sein, um als solche erkannt zu werden? Eine mündliche und schriftliche Befragung wird vorbereitet, ein Beispiel-Design kreiert und dessen Nutzung mit Trackingsystemen ausgewertet. Nur auf speziell dafür konfigurierten Geräten, versteht sich. Ge-trackt wird in der offenen Anwendung natürlich nicht.


Sebastian Siepe erläutert Beispiel für ein Design, das interkulturell verständlich sein soll.
Video: EPALE, NKS Deutschland (1:13 min)

 

Barbara Hiller hat Agrarwissenschaften studiert und zusätzlich einen Master in Education an der britischen Fernuniversität Open University abgeschlossen. Ihr Interesse gilt besonders der Bildung und dem Lernen in Naturwissenschaften. Sie ist Mitarbeiterin des Teams EPALE Deutschland und arbeitet außerdem in der Nationalen Agentur beim BIBB für das Förderprogramm Erasmus+.

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