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Ajaveeb

Wie ich Webinarjam kennenlernte – Online-Lernen in einer Welt der Selbstisolation

05/05/2020
looja Jamie Grundy
Keel: DE
Document available also in: EN EL

Lesedauer ca. 6 Minuten - Lesen, liken, kommentieren!


Die Ruhe vor dem Sturm

Seit ein paar Jahren bin ich stolzer unabhängiger, freiberuflicher Forscher und Trainer und habe viel dafür getan, so weit zu kommen. Bevor das neuartige Coronavirus COVID-19 in mein Leben trat, lief bei mir alles richtig gut. Nach zwei Jahren, in denen ich mal hier und mal dort tätig war, engagierte mich die School of Hard Knocks in Wales für drei Jahre. Dort begann ich ein „Widening Participation“ Entwicklungsprojekt bei der Neath & Port Talbot Group of Colleges. Ich leitete monatliche Schulungen zur Unterstützung von Menschen mit Vorstrafen in ganz Südwales; die Kurse hatte ich selbst konzipiert und etabliert. In meinem sozialen Unternehmen namens Inside Out Support Wales nahm ich Häftlinge aus zwei Gefängnissen der Umgebung auf. Im Rahmen eines Arbeitsurlaubs sollte ich nach New York reisen, um dort mein Buch 90 Minutes of Freedom vorzustellen, ein Gefängnis zu besuchen und um die Stadt, die niemals schläft, zu erkunden.

Endlich konnte ich mir selbst in die Augen sehen und erleichtert durchatmen, da ich genug Arbeit hatte, um für mich und meine Familie zu sorgen. Doch Mitte März war es damit vorbei.

Eine lokale Hilfsorganisation für Jugendliche teilte mir mit, dass sie aufgrund der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus nicht wüssten, ob ich einen Kurs für sie leiten sollte. Zwei weitere Gemeindeverwaltungen sagten meine Schulungen bei ihnen ab. Die Kurse zum Thema Beschäftigungsfähigkeit, die ich gerade für die School of Hard Knocks leitete, wurden mitten im Programm eingestellt. Auch der Zugang zu Gefängnissen war nicht mehr möglich, um die Öffentlichkeit, das Personal und die Insassen zu schützen. Alles wurde abgesagt und innerhalb einer Woche mussten wir uns in Selbstisolation und ins Homeoffice begeben.

Wie soll man aus dem Homeoffice arbeiten, wenn der Job darin besteht, Menschen (aus) zu bilden? Wie sich herausstellte, ist dies möglich.

Aus dem Klassenzimmer zu Webinar(jam)

Jamie Grundy says hello to EPALE during a webinar

Als ich sah, wie die Menschen auf Online-Lernen zum Beispiel mit YouTube reagierten und alle einschließlich unseres Premierministers mit Zoom ihre Meetings abhielten, wusste ich, dass ich genau dasselbe tun musste. Nachdem ich mich zwei Tage ausführlich mit den verschiedensten Plattformen beschäftigt hatte, stellte ich schnell fest, dass Zoom für Treffen großartig ist. Wenn man aber interaktive Tools nutzen möchte, um sein Publikum mit einzubinden, muss man sich mit Webinaren befassen, weshalb ich mich für Webinarjam entschied.

Dort konnte ich PowerPoint-Präsentationen zeigen, Filmausschnitte abspielen, mit den Teilnehmer*innen sprechen, die sich auch mit mir und der Gruppe unterhalten können – alles wie in einem richtigen Klassenzimmer. Außerdem hatte ich ein Whiteboard, konnte Umfragen durchführen, Fragen stellen und vieles mehr. Ich war damit ganz nah dran an der interaktiven Multimedia-Erfahrung, die ich auch beim Unterrichten bevorzuge.

Der Haken? Es war nicht kostenlos, ganz im Gegenteil! Es kostete mich ganze 433 Britische Pfund (ca. 500 Euro)! Könnte es vielleicht eine Investition sein – wie ein neuer Laptop oder ein neues Tablet oder Diensthandy?

Ich habe die Lizenz gekauft und war mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Innerhalb eines Nachmittags war ich mit der Plattform vertraut und konnte im Nu eine Testveranstaltung mit einer Live-Lesung meines Buches einrichten, in der ich mich vorstellen und meinen Webinarteilnehmer*innen dieses neue Format präsentieren konnte. Das war etwas, was ich in einer realen Umgebung bereits getan hatte, weshalb es für mich ein „weicher“ Start war, um meine sprichwörtlich neu verliehenen Flügel auszuprobieren. Während ich diesen Beitrag schreibe, steht mir dies noch bevor.

Business as Unusual

Kurz darauf ging meine erste Buchung von der School of Hard Knocks für deren Teams des Erwachsenenprogramms in Wales, Schottland und England ein. Ich war begeistert, ängstlich und wieder begeistert – in dieser Reihenfolge. Meine Trainingwebinare sind nun real und ich werde liefern müssen, um mir Folgeaufträge zu sichern.

Für die Zukunft hoffe ich, bezahlte Webinare anbieten zu können, in denen ich einen laufenden Kurs vermarkten kann, bei dem sich jeder einschreiben kann. Da dafür allerdings etwas Technik notwendig ist, musste ich einen Webentwickler beauftragen, der mich dabei unterstützt. Während ich diese Zeilen schreibe, warte ich noch darauf, dass diese Kosten wieder hereinkommen. Mit dieser Unsicherheit sind wir momentan alle konfrontiert. Ich hoffe aber, dass ich mir angesichts der Notsituation, in der wir uns alle befinden, und der Tatsache, dass ich weiß, wie sie überwunden werden kann, die bestmögliche Chance gegeben habe, auch weiterhin ein unabhängiger freiberuflicher Forscher und Trainer zu bleiben, wofür ich so hart gearbeitet habe.


Jamie Grundy

Hallo, ich bin Jamie, unabhängiger freiberuflicher Forscher, Trainer, Lehrkraft und (vor allem) EPALE-Botschafter aus dem Vereinigten Königreich. Mein Spezialgebiet umfasst Hochschulbildung, Gemeinwesenarbeit und Strafjustiz. Ich habe Erfahrung in allen drei Bereichen und versuche, bei allem, was ich tue, Spaß, Bildung und Optimismus zu vermitteln. Außerdem bin ich Autor des Buchs 90 Minutes of Freedom über das einzige Gefängnis-Fußballteam in Wales. Mehr Informationen über mich finden Sie auf meiner Website.


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