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Blog

Projekt SOLA (Simple Open Learning Advancement)

05/09/2017
por Gabriele Winkler
Idioma: DE
Document available also in: EN

von Raquel García Revilla, Ana Landeta und Gabriele Winkler

Das Projekt SOLA (Simple Open Learning Advancement) wurde von der Europäischen Kommission genehmigt und anschließend ins Erasmus+ Programm aufgenommen (Key Action 2 - Zusammenarbeit zur Förderung von Innovation und zum Austausch guter Praxis). Hauptziel des Projekts war die Verbesserung der digitalen Fähigkeiten und Kompetenzen sowohl von Lernenden als auch von Lehrenden. Weitere Ziele waren Beiträge zur Bereitstellung und Weiterentwicklung von offenen Bildungsmaterialien (OER), die Vernetzung von Unterrichtsräumen sowie die Installation und Verwendung von digitalen Werkzeugen und Inhalten. Durch das aktive Miteinbeziehen des sozio-ökonomischen Feldes von Lehrenden, Studierenden und anderen Teilnehmenden wurde letztlich die Verwendung von IKT in Bildungseinrichtungen gefördert. Neben der strukturellen und inhaltlichen Konzeption von verschiedenen Onlinekursen mit blended learning Elementen, lag der Fokus auf den Schlüsseldimensionen nachhaltiger Tourismus und Green-Skills.

Die Projektpartnerschaft bestand aus folgenden Institutionen:

Berufsförderungsinstitut Oberösterreich (Österreich) (Antragstellende Organisation)

Das folgende Diagramm zeigt die Verteilung der europäischen Länder, die am Projekt SOLA teilnehmen – Deutschland, Italien, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Spanien, und die Tschechische Republik:

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Die leitende Einrichtung des Projekts war das BFI OÖ (Berufsförderungsinstitut Oberösterreich). Eine ausführliche Beschreibung der Institution finden Sie online unter www.bfi-ooe.at.

Das BFI OÖ verfolgte in diesem Projekt zunächst einen Entwicklungsprozess, der als duales System aufgebaut war: einerseits qualitativ hochwertige Inhalte in anderen Sprachen als Englisch zu finden, andererseits eigene Inhalte mit einer deutschen Autorensoftware zu erstellen. Dabei stellte sich für die teilnehmenden Bildungsanbieter heraus, dass es schwer ist, Lehrende mit profunder Erfahrung und Fachkenntnissen im Bereich Online und Blended Learning zu finden. Zudem stellte sich heraus, dass es Hürden gab beim Finden von freien hochwertigen Bildungsmaterialien, die auf spezifische regionale Bedürfnisse angewandt und angepasst werden konnten. Weiter konnte die Projektpartnerschaft feststellen, dass im Bereich nachhaltiger Tourismus IKT-basierte Lerninhalte (ausgenommen in englischer Sprache) weitgehend fehlen – dabei handelt es sich um einen der wachstums- und personalintensivsten Bereiche Europas. Somit konnte geschlossen werden, dass die Mehrheit der Mitarbeiter/innen hinsichtlich digitaler Kompetenzen und GreenSkills die festgelegten Anforderungen nicht erfüllen wird.

Diese Analyse wurde auch durch andere Studien bestätigt. Das Kommuniqué von Brügge zu einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit in der berufliche Bildung für den Zeitraum 2011-2020 (erarbeitet bei einem Treffen der europäischen Bildungsminister in Brügge im Jahr 2010) betont nachdrücklich die große Bedeutung von technologiebezogenen Kompetenzen. Diese nachdrückliche Hervorhebung wird im folgenden Abschnitt deutlich dargelegt: „So wie Kompetenzen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien heute für alle von Bedeutung sind, werden zukünftig für fast alle Arbeitsplätze technische Kompetenzen eine wichtige Rolle spielen“ (vgl. Europäische Union 2012).

Das Projekt SOLA findet sich in zwei Bereiche und verlinkt diese: Nachhaltigkeit im Tourismus und IKT basierte Technologien. Zudem soll festgehalten werden, dass zu den Kompetenzen im digitalen Bereich auch Informationsmanagement, Onlinearbeit aber auch lebenslanges Lernen zählen, welche sowohl im Bereich Wirtschaft als auch im Bereich Bildung eine hohe Bedeutung haben. Das Projekt wurde daher insbesondere für folgende Zielgruppen konzipiert: Lehrende und Ausbildende im Bereich der beruflichen Bildung (Vocational Education and Training – VET), Fachleute aus dem Bereich Tourismus und Vertreterinnen und Interessierte aus der Tourismusbranche.

Wie bereits erwähnt wurde im Projekt SOLA mittels einer deutschen Autorensoftware (Link & Link) drei Onlinekurse erstellt. Die Online-Kurse umfassen folgende Themenbereiche:

  • Grundlegende Konzepte des nachhaltigen Tourismus
  • Kundenbeziehungsmangement (CRM) im nachhaltigen Tourismus
  • Nachhaltiger Tourismus in ländlichen Kontexten.

Der Stundenumfang umfasst je Modul 24 UE im selbständigen Online lernen und 12 Stunden für den Bereich Blended learning. Die Onlinemodule können jederzeit selbstgesteuert durchgeführt werden, was gerade in der Tourismusbranche aufgrund der etwas anders gelagerten Arbeitszeiten gut angekommen ist. Im Abschnitt Downloads auf der Projektwebseite: http://sola-project.eu/downloads;  oder http://e-bfi-ooe.at/course/view.php?id=426;  Anmeldung als Gast: anonym, Passwort: Anonym123!) finden Sie alle Outputs des Projektes in allen Partnersprachen (EN, DE, PL, PT, IT, ES, CZ und NL) als freie Bildungsmaterialien vor.

Projektergebnisse:

In diesem Abschnitt, der sich der Beschreibung der Projektergebnisse widmet, soll noch einmal betont werden, dass das Projekt einen Beitrag zur Mobilität offener Bildungsressourcen geleistet hat. Zudem soll hier auch erwähnt werden, dass die UNESCO (2012) den allgemeinen und universellen Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung als wesentlich für die Beibehaltung von nachhaltiger Entwicklung, für den Dialog zwischen den Kulturen und für die Sozialwirtschaft erachtet. Daher ist es wichtig, festzuhalten, dass ein freier Zugang zu Bildungsressourcen eine wichtige Gelegenheit zur Förderung des interkulturellen Dialogs und nachhaltigem Wirtschaften darstellt. Bildungsressourcen können als Bildungsmaterialien und Forschungsmaterialien definiert werden, die im öffentlichen Raum zugänglich sind. Es sind also Materialien, deren urheberrechtliche Lizenz sich hauptsächlich dadurch auszeichnet, welche eine Verbreitung ermöglicht und fördert.

Im Projekt SOLA wurden verschiedene Testszenarien mit verschiedenen Zielgruppen durchgeführt. Einerseits wurden die erstellen Inhalte auf ihre Praxistauglichkeit getestet, anderseits galt es Erfahrungen mit Online und Blended Learning Szenarien zu sammeln. Eine wesentliche Erkenntnis war, dass die Blended Learning Methode eine sehr gute Methode zur Vermittlung von Inhalten ist und ein qualitativ hochwertiges Lehren ohne Grenzen möglich wird, während die Verwendung audiovisueller Inhalte zugleich die IKT-Kompetenzen und die digitalen Kompetenzen fördert. Allgemein war zu beobachten, dass der Lernprozess in einem virtuellen Unterrichtsraum in Bezug auf Raum und Zeit eine weniger definierte Bildungsstruktur darstellt, allerdings eine, die sich systematisch und intensiv neuer Technologien bedient. Didaktische Inhalte können mithilfe der IKT unterstützt werden und soziale Interaktion kann telematisch umgesetzt werden. Zudem konnte festgestellt werden, dass viele arbeitsplatzbezogene Inhalte mittels Onlinetools abgebildet werden könnten und somit für Arbeitgeber Kosten gespart werden können (z.B.: Reisekosten, Seminargebühren, etc.). Gerade im Bereich von EDV-Anwenderschulungen würde sich diese Variante bezahlt machen.

Projektergebnisse auf didaktischer Ebene

Auf didaktisch methodischer Ebene ergaben sich folgende Ergebnisse:

  • Durch die Verwendung von IKT-Werkzeugen entsteht ein gemeinsames und dynamisches Lernen unter den Studierenden gerade im Blended Learning Setting. Die Voraussetzung ist eine gute Moderation der Lehrenden.
  • Die Aktivitäten im virtuellen Klassenzimmer leisteten einen Beitrag zu einem stärkeren Diversitätsbewusstsein (individuelle Bedürfnisse der Teilnehmenden konnten besser berücksichtigt werden).
  • Durch die laufende Aktualisierung der Inhalte wird ein Beitrag zur Leitlinie der Europäischen Kommission: Lehren und Lernen mittels neuer Technologien, sowie die Bereitstellung von freien Bildungsmaterialen geleistet.
  • Der Übergang aus der Bildungseinrichtung in die Arbeitswelt wird erleichtert.

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Projektergebnisse aus dem Bereich Lehrendenausbildung (Train the Trainer)

Auf allgemeiner Ebene soll hier festgehalten werden, dass sich die Rolle der Trainer/innen gegenwärtig nicht länger auf die bloße Übermittlung von Wissen beschränkt, sondern viel weiter gefasst wird. Ein Fokus liegt insbesondere auf der Verwendung und Steuerung des Lernens durch IKT. In dem Sinne muss die Weiterbildung der Trainierenden klar auf die internen Ausbildungsprogramme der Bildungseinrichtung abgestimmt sein, aber auch das Potenzial haben über den gegebenen Rahmen hinauszuwachsen. Ein Projekt wie SOLA erfüllt somit diese Anforderungen. Eine Literaturrecherche ergab, dass hier mehrere Autoren in der Wissensgesellschaft eine Modelländerung, also ein Paradigmenwechsel, gesehen wird. In der aktuellen Situation ist es erforderlich, fachübergreifende Kompetenzen (Kreativität, Innovation usw.) zu fördern, und genau das war eines der wichtigsten Ziele in diesem Projekt.

Projektergebnisse im Bereich nachhaltiger Tourismus

„Green Skills“ haben sich als Reaktion auf die globalen Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung in Zusammenhang mit Umweltschutz, wirtschaftlicher Nachhaltigkeit und sozialer Inklusion entwickelt. Als Ergebnis bemühen sich nun viele Länder darum, die „Green Skills“ der arbeitenden Bevölkerung zu fördern. Es ist notwendig, Maßnahmen zu entwickeln, um klare Anweisung bezüglich der Anerkennung, Validierung und Zulassung (Recognition, Validation and Accreditation, RVA) dieser Kompetenzen zu erarbeiten, einschließlich solcher die in informellen wirtschaftlichen Kontexten erworben werden. Das Projekt SOLA hat sich bei der Erstellung der Inhalte am EQR (Europäischer Qualifikationsrahmen) gehalten und die Curriculum auf Level 4 aufgebaut. Zudem wurde im Projekt SOLA eine Wissensplattform aufgebaut, die den Austausch über bewährte Verfahren im Bereich Tourismus, der nachhaltigen Entwicklung und den Austausch über Green Skills fördern soll.

Abschließend kann festgehalten werden, dass die große Herausforderung in der Bildung die unterschiedlichen Kenntnisse und Wissensbestände in den digitalen Bereichen herauszufinden und darauf aufbauende Weiterbildungsprogramme zu entwickeln.

Literatur:

Bisquerra Alzina, R. (Coord.) (2012): Metodología de la investigación educativa. Madrid, La Muralla

Credé, A. and Mansell, R. (1998): Knowledge societies: information technologies for sustainable development, Ottawa: International Development Centre.

Crovi, D. (2002): ‘Sociedad de la información y el conocimiento’, Entre el optimismo y la desesperanza, Revista Mexicana de Ciencias Sociales y Políticas, Jahr XLV, Nr. 198, Mai – August, Seiten 13-34.

García Revilla, M.R., Mababu Mukiur, R., Martinez Moure, O., The new reality for the Spanish university: new spaces for new pedagogies. EDULEARN16. Pedagogical Innovations and International Projects.

UDIMA. [2014]: ‘Simple Open Learning Advancement (SOLA)’. Online verfügbar: www.udima.es/sites/udima.es/files/SOLA%20project%20%28summary%29_0.pdf und www.sola-project.eu und http://e-bfi-ooe.at (Anmeldung mit anonym und Passwort Anonym123!).

UNESCO. [2012]: Open Educational Resources. http://www.unesco.org/new/en/communication-and-information/access-to-knowledge/open-educational-resources/

EUROPEAN UNION. [2012]: Kommuniqué von Brügge zu einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit in der berufliche Bildung für den Zeitraum 2011-2020, Seiten 8-19.

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Raquel García Revilla promovierte an der Universität Málaga in Tourismus. Zudem verfügt sie über einen offiziell anerkannten Master in Tourismusmanagement und Planung von der Universität Málaga (UMA), einen Master in Personalmanagement und Management von der Fernuniversität Madrid (UDIMA) sowie einen offiziell anerkannten Master in Bildung und neue Technologien der Fernuniversität Madrid (UDIMA). Außerdem hat sie den zweiten Fachkurs für Wissen und Innovation in Anwendung auf nachhaltiges strategisches Management von touristischen Reisezielen an der Internationalen Universität Andalusien (UNIA) absolviert.

Kontakt: mercedesraquel.garcia@udima.es, www.udima.es

 

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Ana Landeta ist Leiterin des Madrid Open University Research and Innovation Institute und Koordinatorin des Erasmus+ K2-Projekts „European Personal Branding for Employment“. Sie ist Partnerin des Erasmus+ K2-Projekts „SOLA“. Sie verfügt über weitreichende Erfahrungen im Projektmanagement auf europäischer Ebene und ist als externe Beraterin für die EACEA (Europäische Kommission) tätig. Ana Landeta verfügt über einen Abschluss in Kommunikationswissenschaften, einen Master in Digitaljournalismus, einen Master in Projektmanagement (mit Schwerpunkt auf EU-Projekten) und einen MBA. Aktuell strebt sie einen Doktortitel in Betriebswirtschaft an und verfügt über Fachwissen im Bereich Unternehmensstrategien.

Kontakt: ana.landeta@udima.es, www.udima.es

 

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Gabriele Winkler studierte Betriebswirtschaft, Gesundheits- und Sozialmanagement und derzeit angewandtes Wissensmanagement in Linz und Hamburg. Nach internationalen Projekten im IT-Bereich ist sie seit 2012 am BFI OÖ angestellt und Mitarbeiterin der Abteilung „Wirtschaft – Technik – Sprachen“. Sie ist zuständig für die Lernplattform, Online-Lernen und Wissensmanagement. Winkler ist in verschiedenen EU-Projekten zum Thema e-learning beteiligt.

Kontakt: gabriele.winkler@bfi-ooe.at , www.bfi-ooe.at

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