chevron-down chevron-left chevron-right chevron-up home circle comment double-caret-left double-caret-right like like2 twitter epale-arrow-up text-bubble cloud stop caret-down caret-up caret-left caret-right file-text

EPALE - Plataforma electrónica dedicada a la enseñanza para adultos en Europa

Blog

Ein Best-Practice-Beispiel aus Norwegen – Das „SkillsPlus“-Programm

07/03/2017
por EPALE Österreich
Idioma: DE

Von Graciela Sbertoli

Das „SkillsPlus“-Programm, vormals bekannt unter dem Titel „Basic Skills in Working Life“ (Grundkompetenzen im Arbeitsleben), wurde in Norwegen ins Leben gerufen. Das Projektziel lautet wie folgt: Erwachsene sollen beim Erwerb jener Grundkompetenzen unterstützt werden, die sie benötigen, um die Herausforderungen und Veränderungen im modernen Arbeitsleben und innerhalb der Zivilgesellschaft meistern zu können. Seit der Gründung des Programms im Jahr 2006 haben sich sowohl die allgemeine Beteiligung als auch die Fördermittelausstattung Jahr für Jahr beständig erhöht. Mittlerweile konnten bereits über 30.000 Teilnehmer/innen von den Fortbildungsmaßnahmen profitieren.

Zu den Programmschwerpunkten gehören Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen sowie digitale Fertigkeiten. Seit dem Jahr 2014 sind auch mündliche Kommunikationskompetenzen sowie andere, damit in Zusammenhang stehende Kompetenzen ein Bestandteil des Programms. Jedes Unternehmen in Norwegen, egal ob privat oder öffentlich, kann einen Antrag auf Fördermittel stellen.

Dabei wird insbesondere auf die folgenden Kriterien Wert gelegt:

  • Die beruflichen und grundkompetenzorientierten Fortbildungsmaßnahmen sollten im Idealfall Lernaktivitäten beinhalten, die mit anderen berufsrelevanten Lernprozessen verknüpft werden können.
  • Im Rahmen der Kurse sollten die Teilnehmer/innen dazu ermutigt werden, sich in Zukunft weiter fortzubilden.
  • Die Kurse müssen den Kompetenzzielen entsprechen, die im „Framework for Basic Skills“ (Grundkompetenzrahmen) festgelegt wurden. Diese Ziele wurden von Vox entwickelt und vom norwegischen Ministry of Education and Research (Ministerium für Bildung und Forschung) anerkannt.

Insbesondere KMU und Unternehmen aus Branchen, in denen die Mitarbeiter/innen über vergleichsweise niedrige formale Kompetenzen verfügen, werden zur Teilnahme am Programm und zur Einreichung von Anträgen ermutigt.

Seit dem Jahr 2015 ist das Programm nicht länger ausschließlich auf Lernaktivitäten am Arbeitsplatz beschränkt. Nun können auch Freiwilligenorganisationen und NGOs Fördermittel beantragen. Die Fördermittel können an Projekte vergeben werden, die sich der Bereitstellung von grundkompetenzorientierten Fortbildungsmaßnahmen in nicht-formalen Kontexten widmen.

Es gibt eine große Bandbreite an Anbieterorganisationen, die Fortbildungsmaßnahmen bereitstellen. Dazu gehören sowohl Studienverbände als auch öffentliche und private Anbieterorganisationen. Die Anbieterorganisationen sind wichtige Interessensvertreter/innen in Zusammenhang mit dem Programm und verfassen häufig Anträge im Auftrag von Unternehmen. Oft bringen sie die Anträge auch eigenständig oder im Auftrag von einer Gruppe von KMU ein. Anbieterorganisationen können Fördermittel beantragen, um Unternehmen bei der Antragsvorbereitung und bei der Projektplanung zu unterstützen, Treffen abzuhalten und Motivationsveranstaltungen durchzuführen.

Mithilfe einer speziell eingerichteten Datenbank können aktuelle Fortschrittsberichte des Programms aufgerufen werden. Die Datenbank enthält auch Informationen zu den Teilnehmer/innen (Geschlecht, formale Bildung, Branche usw.). Dies ermöglicht eine Analyse der Programmaktivitäten, mit deren Hilfe festgestellt werden kann, ob die gewünschten Zielgruppen durch das Programm angesprochen werden. Mithilfe der Datenbank können die Langzeitauswirkungen des „SkillsPlus“-Programms zudem effizienter evaluiert werden.

Kompetenzziele, Profile für berufliche Grundkompetenzen, Tests und Ausbildungs-Tools wurden entwickelt, um sicherzustellen, dass die bereitgestellten Maßnahmen die erforderlichen Qualitätskriterien erfüllen und um die Anbieterorganisationen in ihren Aufgaben zu unterstützen. Skills Norway (vormals Vox) veranstaltet Kurzlehrgänge für Vermittler/innen von Grundkompetenzen und stellt Fördermittel für Lehrende zur Verfügung, die sich im Bereich Vermittlung von Grundkompetenzen weiterbilden möchten.

Dieser Artikel ist eine Übersetzung aus dem Englischen.


Graciela Sbertoli ist International Coordinator bei Skills Norway (Kompetanse Norge, vormals Vox). Sie leitet den Norwegian National Support Service for EPALE (die norwegische Koordinierungsstelle für EPALE) und vertritt Skills Norway-Direktorin Gina Lund als National Coordinator for Adult Learning (nationale Koordinatorin für Erwachsenenbildung).

Share on Facebook Share on Twitter Epale SoundCloud Share on LinkedIn