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Validierungsverfahren für formal erworbene Kompetenzen - NetQA vernetzt zuständige Stellen

09/04/2019
por Daniela Wiemers
Idioma: DE
Document available also in: EN

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NetQA BMBF Projekt Validierung
Lesedauer circa 4 Minuten - Lesen, liken und kommentieren!

Was ist der Grundgedanke des Projekts?

Sowohl gesellschaftlich als auch politisch betrachtet ist die Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen ein wichtiger Faktor bei der Integration von Zugewanderten. Es wurde erkannt, dass ein ausschließlich dokumentenbasiertes Verfahren nicht immer ausreicht um zu überprüfen, ob eine Qualifikation anerkannt werden kann. Zum Beispiel gibt es in solchen Verfahren Personen, die die Nachweise über ihre Qualifikation nicht mehr erhalten können oder diese Nachweise sind nicht aussagekräftig oder vergleichbar mit den deutschen Referenzberufen.

Die gesetzliche Grundlage nicht vergessen:

Die Verfahren zur Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen sind seit 2012 im BQFG gesetzlich geregelt und basieren in der Regel auf einer Dokumentenanalyse.

Wenn Abschluss-, Arbeitszeugnisse oder Informationen zu Inhalten der ausländischen Qualifikation fehlen, die für die Gleichwertigkeitsfeststellung relevant sind, können die Antragstellenden ihre beruflichen Kompetenzen über sogenannte „sonstige geeignete Verfahren“ (vgl. § 14 BQFG und § 50b HwO) nachweisen. Soweit es sich um Berufe handelt, die durch die Bundesländer geregelt werden, gibt es auch dort entsprechende rechtliche Regelungen.

Dieses Verfahren im Rahmen der Berufsanerkennung wird als „Qualifikationsanalyse“ bezeichnet: Sie bietet Anerkennungsstellen, Antragstellenden sowie Arbeitgebern eine fachlich optimale Einschätzung über die vorhandenen und fehlenden Kompetenzen. Die Einschätzung darüber, ob die Qualifikationsanalyse Anwendung findet, wird für jeden Einzelfall durch die jeweilige zuständige Stelle geprüft.

Die Projekte zur Qualifikationsanalyse:

Die Qualifikationsanalyse wurde in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Auftrag gegebenen Projekt "Prototyping“ (2012-2014) als Set von Instrumenten zur Kompetenzfeststellung entwickelt. Im Folgeprojekt "Prototyping Transfer - Berufsanerkennung mit Qualifikationsanalysen" (2015-2018) wurden die Instrumente erprobt. Sie werden allerdings noch nicht flächendeckend angeboten. Mit NetQA (2019-2022) soll das Netzwerk unter den zuständigen Stellen weiter ausgebaut und somit die QA nachhaltig und bundesweit etabliert werden.

Ziel von NetQA ist es, als Netzwerk der für das BQFG zuständigen Stellen auf Bundesebene zu agieren. Die QA ist ein Instrument für den Sonderfall – also den Fall einer nicht hinreichend begründbaren Entscheidung auf Dokumentenbasis. Allerdings sind Kompetenzfeststellungsverfahren auch im Kontext non-formal und informell erworbener Kompetenzen zunehmend auf dem Vormarsch. Im Falle formal erworbener, beruflicher Qualifikation soll die Nachweiserbringung über den Weg der Qualifikationsanalyse mit NetQA weiter vorangebracht werden.

Wo liegt der Unterschied zwischen Qualifikationsanalyse und Validierung?

Die Qualifikationsanalyse ist ein Kompetenzfeststellungsverfahren und in dem Sinne ein Validierungsverfahren. Eine ansonsten nicht ausreichend nachweisbare Qualifikation – wie beispielsweise eine Ausbildung im KFZ-Bereich oder einem anderen Ausbildungsberuf – kann durch die Feststellung der Kompetenzen des Antragstellenden in diesem Feld gesichert nachgewiesen werden.  Validierungsverfahren spielen somit auch im Kontext der Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen – also formal erworbenen, beruflichen Kompetenzen eine Schlüsselrolle.

In der Praxis werden die Antragstellenden in einem Verfahren zur beruflichen Anerkennung z.B. vor die Aufgabe gestellt, ihre Kompetenzen in dem deutschen Referenzberuf (um in unserem Beispiel zu bleiben dem KFZ-Mechatroniker) durch ein Fachgespräch, eine Arbeitsprobe oder Probearbeiten im Betrieb nachzuweisen. Die Durchführung und Begutachtung der QA obliegt einem Berufsexperten im Auftrag der jeweiligen zuständigen Stelle.

Wie lange läuft das Projekt? Was sind die nächsten Schritte?

Da die QA individuell auf jeden einzelnen Antragstellenden angepasst werden muss, ist ein intensiver Austausch unter den Beraterinnen und Beratern der zuständigen Stellen wichtig. Sie benötigen den Austausch über ihre Erfahrungswerte mit diesem Verfahren. So können Qualitätsstandards gesichert und das Verfahren verstärkt in der Praxis etabliert werden. Dies führt weiter dazu, das in Deutschland mehr qualifizierte Fachkräfte in ihrem erlernten Beruf arbeiten können. Projektpartner sind zuständige Stellen der IHKs und HWKs. Diese bauen in der nächsten Zeit ihre Netzwerke in Transferregionen mit benachbarten zuständigen Stellen außerhalb des Projekts auf und aus.

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Weitere Informationen zum Thema Anerkennung von Qualifikationen:

Anerkennungsinteressierte können auf der Seite AiD über den Anerkennungsfinder nach ihrer jeweiligen zuständigen Stelle für einen Antrag auf Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikation suchen.

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