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EQAVET in der ungarischen Erwachsenenbildung

28/05/2020
από Marton Jozsef
Γλώσσα: DE
Document available also in: HU EN

Qualitätssicherung ist ein wichtiges Element der Fachpolitik für Berufs- und Erwachsenenbildung. Die Qualität sowie die Gewährleistung und kontinuierliche Verbesserung der Qualität sind die ständige Aufgabe jedes Teilnehmers an der Erwachsenenbildung. Anregungen erhält die Qualitätssicherung in der Berufsbildung auch durch europäische Initiativen. Die Transparenz und Vergleichbarkeit der Qualifikationen rückte aufgrund der Bemühungen zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Bildungsraums und eines gemeinsamen Arbeitsmarkts in den Vordergrund. Das Europäische Parlament und der Rat nahmen 2009 die Empfehlung zur Schaffung eines Europäischen Referenzrahmens für die Qualitätssicherung in der Berufsbildung (EQAVET) an. Die in der Empfehlung formulierten Anforderungen wirkten sich auch auf die 2013 und 2020 in der ungarischen Erwachsenenbildung eingeführten Reformen aus. In unserem heutigen Blog fassen wir die Veränderungen in den vergangenen 7 Jahren in der Qualitätssicherung für die ungarische Erwachsenenbildung im Hinblick auf die EQAVET-Empfehlung zusammen.

Unstrittig ist, dass die Qualität der Bildung auf eine zuverlässige Weise gewährleistet werden muss. Auf der Ebene der Rechtsvorschriften werden die Qualitätssicherungsmechanismen vom Berufsbildungsgesetz, den Rahmengesetzen über die Erwachsenenbildung und den Verordnungen zu deren Umsetzung, die deren Verfügungen ergänzen, vorgeschrieben. Diese regeln auch die Ausarbeitung eigener Qualitätssicherungssysteme für die Erwachsenenbildungsinstitutionen sowie die Umsetzung der Bildung und deren externe Kontrolle. Die Qualitätssicherung in der Erwachsenenbildung verfügt über mehrere Dimensionen: So unter anderem Eingangsvoraussetzungen (Verfügbarkeit der personellen und materiellen Bedingungen gemäß der Rechtsvorschrift über die Erwachsenenbildung, Vorhandensein von Bildungsprogrammen usw.), der Prozess (Organisation, Dokumentation der Bildungsangebote, Unterrichtsmethoden, Bewertung und Weiterbildung der Lehrkräfte, Beschwerdemanagement usw.), die Ausgangsvoraussetzungen (erfolgreiche Prüfungen, Abbrecher, Zufriedenheit usw.) sowie das Ergebnis (Anwendung des Gelernten, Nutzen der Qualifikation usw.).

Das 2013 erlassene Gesetz über die Erwachsenenbildung legt 4 Bildungsbereiche fest, auf die sich die Rechtsvorschriften beziehen: Qualifikationen, bei denen eine staatlich anerkannte Berufsausbildung erworben wird, aufgrund von Programmanforderungen durchgeführte „sonstige Berufsausbildungen“, Fremdsprachenkurse und sonstige geförderte Bildungsangebote. Entsprechend der Strategie Berufsbildung 4.0 unterscheidet die Regelung, die ab 2020 umgestaltet wird, zwischen melde- und genehmigungspflichtigen Bildungsangeboten – die strengeren Genehmigungsanforderungen sind im Falle von Bildungsangeboten, die staatlich anerkannte Zertifikate anstreben, oder bei staatlichen bzw. durch die EU geförderten Bildungsangeboten zu erfüllen.

Die Qualitätssicherung in der Erwachsenenbildung kommt einerseits beim Genehmigungsverfahren für die Tätigkeit der Dienstleister zum Tragen. Die im Bildungssektor tätigen Dienstleister sind dann dazu berechtigt die zu den oben genannten Bereichen gehörenden Bildungsprogramme zu organisieren bzw. mit der Erwachsenenbildung zusammenhängende Dienstleistungen anzubieten, wenn sie ins Register für Institutionen, die Erwachsenenbildung durchführen, aufgenommen worden sind, wenn sie die für die Genehmigung sowie für ihre Tätigkeit erforderlichen Bedingungssysteme erfüllen und wenn sie ein eigenes Qualitätssicherungssystem erarbeitet haben, das den Anforderungen an die Qualitätssicherung gemäß den Rechtsvorschriften gerecht werden muss. Das sind die Bedingungen für die Erteilung einer Genehmigung. Voraussetzung für die Genehmigung ist außerdem eine von einem Expertengremium durchgeführte Untersuchung und Begehung vor Ort.

Zum anderen ist ein Pflichtelement des für die Tätigkeit der Dienstleister in der Erwachsenenbildung zu erfüllenden Bedingungssystems die Anwendung eines Qualitätssicherungssystems, das über die darauf aufbauende alltägliche Tätigkeit und die dazugehörigen Selbstevaluationen sowie die Gewährleistung der Öffentlichkeit die kontinuierliche fachliche Selbstentwicklung garantiert. Die Institutionen können frei darüber entscheiden, auf welche Weise sie ein eigenes Qualitätssicherungssystem schaffen, dass die rechtlichen Anforderungen erfüllt. Das Qualitätssicherungssystem in Institutionen für Erwachsenenbildung erstreckt sich jedoch im Einklang mit den Erwartungen von EQAVET auf umfassende institutionelle Regelungen zu den mit dem Betrieb zusammenhängenden Tätigkeiten und aufgrund der Logik des PDCA-Zyklus – Planung, Umsetzung, Bewertung, Rückmeldung – auch auf die Koordinierung der Aufgaben im Bereich Änderungsmanagement. Im institutionellen Qualitätssicherungssystem befinden sich die obligatorisch zu regelnden Tätigkeiten und Prozesse im Einklang mit den in der EQAVET-Empfehlung festgelegten Deskriptoren. Teil des Qualitätssicherungssystems ist das die Qualitätspolitik der Institution zusammenfassende Dokument, das die einschlägige Strategie der Institution beinhaltet und die Verantwortungsbereiche festlegt. Das Qualitätssicherungssystem beruht in seinem Ansatz auf der Selbstevaluation und sieht eine kontinuierliche Entwicklung sowohl im Bereich der Bildungsangebote als auch bei den Instrumenten und den Humanressourcen vor, wobei die Grundlage der Entwicklungen die auch öffentlich zugänglichen Daten und Rückmeldungen darstellen.

Das Amt für Erwachsenenbildung prüft die Einhaltung der sich auf die Tätigkeit Erwachsenenbildung beziehenden Vorschriften mindestens alle vier Jahre unter Miteinbeziehung von Experten. Außerdem schreibt das Gesetz auch vor, dass die in der Erwachsenenbildung tätige Institution alle vier Jahre mindestens einmal eine externe Bewertung der Tätigkeit ihrer Einrichtung durchführen lassen muss, die von zuvor über Ausschreibungen ausgewählten Organisationen übernommen worden ist. Gemäß der neuen Regelung erfolgt die externe Prüfung unter Miteinbeziehung der Experten des Innovativen Bildungsförderzentrums (ung. Abk. und nachfolgend IKK) auf der Grundlage einer Beauftragung durch den Dienstleister in der Erwachsenenbildung. Bei der externen Bewertung untersucht das IKK, ob der Dienstleister in der Erwachsenenbildung seine Erwachsenenbildungstätigkeit unter angemessener Anwendung des Qualitätssicherungssystems ausübt. Die externe Bewertung geht auch auf die anhand von allgemeinen pädagogischen Aspekten erfolgende Bewertung der Erwachsenenbildungstätigkeit und der Arbeit der Lehrkräfte, die Bewertung nach allgemeinen pädagogischen und führungstheoretischen Aspekten sowie die Realisierung der eigenen Ziele des Dienstleisters in der Erwachsenenbildung ein.

In der neuen Regelung ist die Anforderung, den EQAVET-Referenzrahmen anzuwenden, unter dem externen Bewertungsprozess aufgeführt. Die Methodik der externen Prüfung und die hierbei angewandten Instrumente werden vom IKK einheitlich anhand der EQAVET-Empfehlung ausgearbeitet und auf seiner Webseite veröffentlicht. Das veröffentlichte Dokument und die auf dessen Grundlage durchgeführten externen Prüfungen werden in Zukunft dazu beitragen, dass die Deskriptoren und Indikatoren von EQAVET nicht nur hinsichtlich einer formalen Konformität mit dem Qualitätssicherungssystem vor Ort, sondern auch in der alltäglichen Tätigkeit umgesetzt werden.

Die Regierung misst mit der Strategie Berufsausbildung 4.0 der Gestaltung eines nachfrageorientierten, ausgangsregulierten Erwachsenenbildungssystems besondere Bedeutung bei. Dabei werden Bildungsangebote mit kurzen Zyklen und die Anrechnung von bereits erworbenem Wissen gefördert. In Ungarn dienen diese Umwandlungsprozesse, die die Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2020 vorwegnehmen, der Stärkung der Qualität, Verfügbarkeit und Flexibilität der Erwachsenenbildung.

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