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EPALE

E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa

 
 

Nationale Koordinierungsstelle - Tschechische Republik

Centre for International Cooperation in Education (Dům zahraniční spolupráce)
Anschrift: 

Na Poříčí 1035/4
11000 Prague 1

Telefon: 
+420 221 850 100
E-Mail: 
epale@dzs.cz
  • Die Organisation
  • Arbeitsprogramm
  • Das Team
  • Erwachsenenbildung im Land
  • Nationale Stakeholder

Die nationale Koordinierungsstelle für EPALE in der Tschechischen Republik ist das Haus der internationalen Zusammenarbeit (DZS). Die Bildungsprogramme, mit denen das DZS betraut ist, sind sehr vielfältig und decken alle Bildungsbereiche ab. Die Dienstleistungen des DZS sind sowohl für Schulen, Studierende, Pädagogen, Direktoren aller Schultypen, als auch für weitere Experten, Organisationen und Behörden bestimmt, die sich der Bildung widmen. Zu den Programmen, die das DZS verwaltet, gehören das Programm Erasmus+, die Akademische Informationsagentur, das Programm AKTION Tschechische Republik - Österreich, die Amerikanische Wissenschaftsinformationsagentur AMVIA, das mitteleuropäische Universitätsaustauschprogramm CEEPUS, das europäische Jugendnetzwerk Eurodesk, der Verband European Schoolnet (EUN), das Programm „Schulkooperation und Stipendien" im Rahmen der neuen Etappe des EWR und der Norway Grants, das Programm zur Förderung des tschechischen Kulturerbes (Landsmannschaften, Lektoren), das Studium von Ausländern in der Tschechischen Republik, die Initiative Study in the Czech Republic, eTwinning, Euroguidance, Eurydice oder Eurodesk.

Die Plattform EPALE – E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa (engl. ePlatform for Adult Learning in Europe) ist eine virtuelle Community für Experten im Bereich Erwachsenenbildung. Ziel der Plattform und der nationalen Koordinierungsstelle ist es, die Qualität der Erwachsenenbildung, die der Bevölkerung im Rahmen ganz Europas angeboten wird, zu verbessern und so einen starken gesamteuropäischen Sektor der Erwachsenenbildung zu schaffen. Eine weitere Intention ist es, pädagogischen Kräften zu ermöglichen, mittels der Plattform Informationen aus diesem Sektor zu verbreiten und alle erwachsenen Bildungsinteressierten anzusprechen.

Das Projekt „EPALE National Support Services“ wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Kommission und des Ministeriums für Schule, Jugend und Sport realisiert. Empfänger der Förderung ist das Haus der internationalen Zusammenarbeit.

Das Projekt klärt die Frage der Propagierung und Erweiterung des Bewusstseins über die Problematik der Plattform EPALE in der Tschechischen Republik und trägt dafür Sorge, die Plattform mit relevanten Informationen und Dokumenten zu füllen.

Zielgruppen des Projekts sind:

  • Lehrer und Erwachsenenausbilder
  • Forscher, Akademische Mitarbeiter
  • Politische Funktionäre im Bereich Erwachsenenbildung
  • Realisatoren von Projekten im Rahmen des Programms  Erasmus+ im Bereich Erwachsenbildung
  • Journalisten

Hauptaktivitäten des Projekts:

  • Propagierung der Plattform auf Seminaren, Konferenzen und Messen
  • Vorbereitung von Informations- und Werbematerialien
  • Zusammenarbeit mit Institutionen, die sich mit Erwachsenenbildung befassen, Füllen der Plattform mit aktuellen Dokumenten, Berichten und Ereignissen im Rahmen der Tschechischen Republik

 

Projektmanagerin:

 

Jitka Morčušová     e-mail: epale@dzs.cztel.: +420 221 850 700

 

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Barbora Pavelková     e-mail: epale@dzs.cz, tel.: +420 221 850 701

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Projektkoordinatorin:

 

Daniela Krtičková     e-mail: epale@dzs.cz, tel.: +420 221 850 708

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Expertenteam:

Tomáš Langer

Martin Dobeš

Tomáš Fránek

Kristýna Fantová

Jana Guličuková

Die Erwachsenenbildung in der Tschechischen Republik können wir aus mehreren Blickwinkeln betrachten: etwa auf das System, seinen legislativen Rahmen, auf die Teilnahme der erwachsenen Bevölkerung an der Erwachsenenbildung und anhand einer Reihe weiterer Gesichtspunkte. Wir werden uns schrittweise auf die wichtigsten konzentrieren.

Verantwortlichkeit für die Erwachsenenbildung

In der Tschechischen Republik ist die Verantwortungskompetenz für die Erwachsenenbildung bislang nicht gänzlich geklärt und eindeutig abgegrenzt. Im Grunde teilen sich die Zuständigkeit in diesem Bildungsbereich das Ministerium für Schule, Jugend und Sport (laut Gesetz hat es u. a. Kompetenzen im Bereich der Anerkennung der Qualifikation von Ausländern und der Anerkennung von Weiterbildungsergebnissen) und das Ministerium für Arbeit und Soziales (das Gesetz weist ihm Kompetenzen im Bereich Beschäftigung und Umschulung zu). Dazu werden weiter Teilkompetenzen im Bereich der berufsorientierten, für einzelne Ressorts spezifischen Ausbildung zugewiesen, z. B. dem Gesundheitsministerium (Ausbildung von nichtärztlichem medizinischem Personal, dem Innenministerium (im Bereich der Beamtenausbildung) und einer Reihe weiterer.

System der Erwachsenenbildung

Das System der Erwachsenenbildung in der Tschechischen Republik lässt sich aus zwei Gesichtspunkten unterteilen. Allgemein teilen wir es in die:

  • Erwachsenenbildung an Schulen, wo Erwachsene eine Ausbildung erwerben oder ergänzen können, die sie aus jeglichen Gründen nicht früher erworben haben – wir sprechen dann von der sog. zweiten Bildungschance. Die Erweiterung einer Ausbildung ist typischerweise an Mittel-, höheren Fach- oder Hochschulen in verschiedenen Fachbereichen und Studienformen möglich.
  • Weiterbildung, die bereits bezugnehmend auf die im formalen Schulsystem erworbene Ausbildung (sog. Anfangsausbildung) realisiert wird, und zwar in der Regel bereits neben der Ausübung von Arbeit; die Weiterbildung gliedern wir weiter in die:

berufliche Bildung: Sinn dieser Ausbildung ist die Entwicklung von Kenntnissen, Fertigkeiten und Einstellungen, die bei der Ausübung von Arbeit anwendbar sind; die Berufsausbildung gewährleistet somit die Übereinstimmung zwischen der erwarteten und der realen Qualifikation,

interessenorientierte Bildung: sie dient der Verwirklichung der Bedürfnisse Erwachsener im Bereich ihrer Interessen und der Freizeit,

zivilgesellschaftliche Bildung: sie dient der Entwicklung eines Erwachsenen als Bürger, sie informiert ihn über seine Rechte und Pflichten bezüglich des Lebens in der Gesellschaft.

Aus praktischer Sicht können wir die Erwachsenenbildung nach dem Typ des Organisators und der Finanzierung unterteilen.

Derzeit wird am stärksten die berufliche Erwachsenenbildung realisiert, am häufigsten durch Schulen und schulische Einrichtungen, private Bildungsinstitutionen, gemeinnützige Organisationen oder die Firmen und Unternehmen selbst. Die berufliche Erwachsenenbildung wird vom Staat finanziell insbesondere durch die aktive Beschäftigungspolitik, konkret mittels Umschulungen gefördert. Eine wichtige Rolle spielen in den letzten Jahren auch der Europäische Sozialfonds (ESF) sowie einzelne, vor allem auf die Ausbildung von Mitarbeitern orientierte Projekte. Die größte Last der Finanzierung dieser Ausbildung liegt jedoch bei den Arbeitgebern und Gewerbetreibenden selbst.

Die interessenorientierte Erwachsenenbildung wird von staatlicher Seite überhaupt nicht systemisch unterstützt, eine Ausnahme können bezuschusste Bildungsaktivitäten von Städten und Gemeinden, z. B. für Senioren und weitere Zielgruppen sein. Eine Reihe von ihnen wird aus dem Budget der Selbstverwaltung oder dank gemeinnütziger Organisationen finanziert.

Die zivilgesellschaftliche Erwachsenenbildung steht ebenfalls nicht im Zentrum des Interesses des Staates, wenngleich einige Themen bereits zum Bestandteil des politischen Interesses wurden, insbesondere die sog. Finanzkenntnisse. Weitere Themen (juristische, mediale oder andere Kenntnisse) warten erst noch auf ihre Gelegenheit. In der Vergangenheit bemühte sich der Staat, diesen Bereich auch finanziell (aus Mitteln des ESF) zu unterstützen, es blieb jedoch nur bei einer einmaligen Aktivität. Die Finanzierung stellen derzeit entweder gemeinnützige Organisationen oder auch einige Arbeitgeber sicher, die sich der Notwendigkeit der Bildung ihrer Mitarbeiter auch im zivilgesellschaftlichen Bereich bewusst sind.

Legislativer Rahmen

In der Tschechischen Republik gibt es kein Gesetz, das sich dem gesamten Sektor der Erwachsenenbildung systemisch widmen würde, dennoch sind einzelne (nicht jedoch alle) seine Komponenten Bestandteil einer Reihe legislativer Akte. Als wichtigstes Gesetz im Bereich Erwachsenenbildung gilt das Gesetz 179/2006 Slg., über die Prüfung und Anerkennung von Weiterbildungsergebnissen, das die Begriffe in diesem Bereich definiert und das Nationale Qualifizierungssystem, einschließlich seiner Bestandteile festlegt. Dank des Gesetzes haben Erwachsene die Möglichkeit, Prüfungen der sog. beruflichen Qualifikation in einzelnen Fachbereichen abzulegen und ihre Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt nachzuweisen. Die berufliche Qualifikation kann dann in der sog. vollständigen beruflichen Qualifikation abgelegt werden. Mit dem Ablegen einer vollständigen beruflichen Qualifikation an einer entsprechenden Schule kann dann auch eine Bildungsstufe erworben werden – ein Facharbeiterbrief, das Abitur, in Zukunft wohl auch eine Hochschulausbildung. Das Gesetz regelt auch die Ansprüche an die Prüfenden – sog. autorisierte Personen, die verantwortlichen Institutionen – sog. autorisierte Stellen und eine Reihe weiterer Zusammenhänge.

Zur weiteren, die Erwachsenenbildung betreffenden Legislative können wir zählen:

  • Gesetz 262/2006 Slg., Arbeitsgesetzbuch, das insbesondere den Bereich der Ausbildung von Arbeitnehmern (der sog. fachlichen Entwicklung von Arbeitnehmern) und ihre Erfordernisse behandelt, wie die Gewährung von Arbeitsfreizeit für die Ausbildung und das Ablegen von Prüfungen oder die Möglichkeit der Ausbildungsfinanzierung mittels sog. Qualifizierungsvereinbarungen,
  • Gesetz 435/2005 Slg., über die Beschäftigung, das die Instrumente der aktiven Beschäftigungspolitik und unter diesen auch die Umschulung als Instrument des Erwerbs einer neuen Qualifikation, der Steigerung, der Erweiterung oder Vertiefung einer bestehenden Qualifikation definiert; das Gesetz legt auch den Kreis der Personen fest, denen der Staat mittels des Arbeitsamtes der Tschechischen Republik die Umschulungskosten erstatten kann – es handelt sich nicht nur um Beschäftigungslose, sondern auch um Interessenten an einer Beschäftigung und unter spezifischen Umständen auch Mitarbeiter von Firmen und Unternehmen,
  • Gesetz 561/2005 Slg., Schulgesetz, das sich auch dem Bereich der Erwachsenenbildung an Schulen (in Anknüpfung an das Nationale Qualifizierungssystem), aber auch den Schulen als Weiterbildungsinstitutionen im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Nebentätigkeit widmet,
  • Gesetz 111/1998 Slg., über Hochschulen, das u. a. den Bereich der Weiterbildung an Hochschulen (sog. lebenslanges Lernen) regelt und die Bedingungen der Anerkennung der Gleichwertigkeit in anderen Ländern erworbener Abschlüsse (sog. Nostrifikation) spezifiziert.

Die Finanzierung der Erwachsenenbildung betreffen dann auch weitere legislative Akte, insbesondere das Gesetz 586/1992 Slg., über die Einkommensteuern, das die Möglichkeiten und Erfordernisse der Anerkennung von Abschlüssen und einiger Typen von Prüfungen als absetzbare Posten von der Steuerbemessungsgrundlage festlegt.

Teilnahme von Erwachsenen an der Weiterbildung

Die Teilnahme von Erwachsenen an der Weiterbildung in der Tschechischen Republik wird regelmäßig mittels der sog. Arbeitskräfteerhebung (Labour Force Survey, LFS) ermittelt, die das Tschechische Statistikamt seit Dezember 1992 in allen Kreisen der Tschechischen Republik durchführt. Auf die Erwachsenenbildung konzentriert sich der Teil „Niveau der formalen Bildung und Teilnahme an non-formaler Bildung in der Altersgruppe von 15 – 64 Jahren” sowie einige weitere Teile dieser Erhebung.

In der Tschechischen Republik haben sich laut den letzten veröffentlichten Daten im Jahr 2014 9,3 % der Bevölkerung im Alter von 25 – 64 Jahren weitergebildet (die Frage lautete nach einer Teilnahme in den letzten 4 Wochen vor der Befragung). 2011 kam es zu einem sprunghaften Anstieg auf 11,4 % (von 7,5 % im Jahr 2010) und seit dieser Zeit kommt es zu einem allmählichen Rückgang der Teilnahme: 2012 auf 10,8 %, 2013 waren es 9,7 %. Der besagte Sprung wird vor allem zwei Faktoren zugeschrieben: der erheblichen finanziellen Unterstützung von Weiterbildung mittels des ESF und auch durch die Belebung des Bildungsmarktes als Folge der wirtschaftlichen Rezession nach dem Jahr 2008.

In den Jahren 2010 und 2011 lief die Datensammlung dann im Rahmen der internationalen Erhebung Adult Education Survey (AES) bei Umfrageteilnehmern im Alter von 18 – 69 Jahren. In der Tschechischen Republik erreichte die Beteiligung an der non-formalen Bildung eine Rate von 32,1 % (in der Gruppe der Personen mit einem Grundschulabschluss betrug die Rate 13,2 % und bei den Hochschülern betrug sie wiederum 55 %).

Eine spezifische, durch die OECD in den Jahren 2011 bis 2012 realisierte Erhebung war die Internationale Studie zur Untersuchung der Alltagsfertigkeiten Erwachsener (Programme for International Assessment of Adult Competencies, PIAAC).

Im Rahmen der Erhebung wurden Personen im Alter von 16 – 65 Jahren mittels Tests und Fragebögen untersucht. Testgebiete waren die Lese- und mathematische Kompetenz und das technologiebasierte Problemlösen. Die Erhebung und ihre Ergebnisse sind umfangreich, deshalb führen wir nur an, dass die Tschechische Republik ein überdurchschnittliches Ergebnis bei der mathematischen Kompetenz und ein durchschnittliches Ergebnis bei der Lesekompetenz und im Bereich des technologiebasierten Problemlösens erreicht hat.

Wo weitere Informationen zur Erwachsenenbildung zu finden sind

www.dvmonitor.cz DV Monitor – Webportal, das Informationen und Daten zur Weiterbildung bereitstellt  

www.czso.cz Tschechisches Statistikamt

www.piaac.cz PIAAC – Portal der Internationalen Studie zur Untersuchung der Alltagsfertigkeiten Erwachsener PIAAC

www.vupsv.cz Forschungsinstitut für Arbeit und Soziales

www.nvf.cz/narodni-observator Nationales Observatorium der Beschäftigung und Ausbildung des Nationalen Bildungsfonds

www.aivd.cz Verband der Weiterbildungsinstitutionen der Tschechischen Republik