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Lernen in und von Betrieben – Potenziale der Kompetenzentwicklung am Arbeitsplatz und ihrer Erfassung

07/12/2015
von Christian BERNH...
Sprache: DE

Wie können Betriebe die durch die Tätigkeit erworbenen Kompetenzen und Fähigkeiten (informell) ihrer Beschäftigten feststellen und nutzen? Welche Vorgehensweisen stehen den Betrieben hierzu zur Verfügung und welche Erfahrungen werden damit gemacht? Inwiefern findet eine Anerkennung der festgestellten Kompetenzen und Fähigkeiten statt? Fachkräftemangel im Metall- und Elektrobereich sowie neue Formen der Arbeits- und Betriebsorganisation machen hinsichtlich der Bedeutung des lebenslangen Lernens neue Denkweisen notwendig.

Mit dem Forschungsprojekt „BAKA“ (Betriebliche Ansätze der Kompetenzfeststellung und Anerkennung informell erworbener Kompetenzen – Möglichkeiten zur Verbesserung der beruflichen Entwicklung An- und Ungelernter) geht das BIBB diesen Fragen nach, indem die betrieblichen Aktivitäten und Erfahrungen erfragt werden.

Kompetenzen zählen!

Die Anerkennung von informell und non-formal erworbenen Kompetenzen und Fähigkeiten wird in Deutschland seit einigen Jahren, vor allem aufgrund von europäischen Einflüssen verstärkt diskutiert und bearbeitet. Hintergrund dieser Entwicklungen sind die gestiegene Bedeutung des lebenslangen Lernens, neue Formen der Arbeits- und Betriebsorganisation sowie der gestiegene Bedarf an Fachkräften. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie die informell und non-formal erworbenen Kompetenzen im bestehenden Bildungssystem integrierbar oder überhaupt nutzbar zu machen sind. Diskutiert wird dies im Kontext von verschiedenen Anwendungszusammenhängen, beispielsweise am Übergang zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung. Die Frage der Identifizierung, Erfassung, Analyse und Bewertung von Kompetenzen ist dabei von entscheidender Bedeutung.

Was passiert in den Betrieben?

In Betrieben gibt es eine Praxis der Identifizierung und Bewertung von Kompetenzen und Fähigkeiten, zu der bisher nur wenige Forschungsergebnisse vorliegen. Eine Pilotstudie des CEDEFOP kam zu dem Ergebnis, dass diese betrieblichen Erfahrungen und Praktiken große Potenziale für die derzeit stattfindende bildungspolitische Diskussion zur Anerkennung von informell und non-formal  erworbenen Kompetenzen bieten. Im BIBB-Projekt geht es darum, die betrieblichen Erfahrungen mit Kompetenzfeststellung und (innerbetrieblichen) Anerkennung näher zu betrachten und zu analysieren. Ziel des Projektes ist es, zu untersuchen, welche Aktivitäten und Praktiken in den Betrieben zur Identifizierung, Erfassung, Analyse und Bewertung von Kompetenzen zu finden sind, welche Intentionen die Betriebe mit der Feststellung der Kompetenzen und Fähigkeiten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfolgen, welche Methoden und Verfahren der Kompetenzfeststellung entwickelt und eingesetzt werden, und welche (innerbetrieblichen) Konsequenzen mit den festgestellten Ergebnissen verbunden sind.

Chancen für Menschen ohne Ausbildung

Der Fokus liegt bei der Gruppe der sogenannten An- und Ungelernten, da im Hinblick auf den zu erwartenden Fachkräftemangel gerade für diese Zielgruppe ein großes Potenzial für die Kompetenzfeststellung und Anerkennung von informell und non-formal erworbenen Kompetenzen gesehen wird. Im Projekt wird eruiert, ob in Unternehmen Ansätze sowohl für Personen ohne formalen Berufsabschluss als auch für Quereinsteiger bestehen, die bereits eine Ausbildung in einem anderen Beruf absolviert haben. Weiterhin wird untersucht, wie mögliche betriebliche Ansätze gestaltet sind und welche beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten sich nach der Kompetenzfeststellung anschließen. Mit Ergebnissen ist bis Ende 2016 zu rechnen.

Nähere Infos unter: https://www2.bibb.de/bibbtools/de/ssl/dapro.php?proj=2.2.307

Dr. Gesa Münchhausen ist wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bundesinstitut für Berufsbildung seit 2001. Sie forscht zum Thema informelles Lernen und Kompetenzentwicklung – besonders im betrieblichen Kontext.

 

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