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Wie das Anerkennen von Kompetenzen gelingt

15/07/2019
Sprache: DE

In Österreich gibt es einige Good Practice Beispiele, um Kompetenzen zu validieren, die außerhalb von Schule oder Universität erworben worden sind. (Lesezeit: ca. 2 Minuten)

Kompetenzen anzuerkennen, die außerhalb von Schule oder Universität erworben worden sind, ist (nicht nur) europaweit ein viel verfolgtes Ziel. Für jene mit geringen Qualifikationen soll die Validierung zu besseren Chancen am Arbeitsmarkt führen. In Österreich hat man bereits verschiedene Initiativen zur Anerkennung von Kompetenzen entwickelt. Selbstbewertung und Portfolio-Arbeit sind häufige Methoden, die bei Validierungsverfahren eingesetzt werden - auch international.

Initiativen aus Österreich: vor allem für MigrantInnen oder Geringqualifizierte

In Österreich bzw. unter österreichischer Beteiligung wurden bereits mehrere Initiativen zur Validierung entwickelt. Neben den Anlaufstellen für Personen mit im Ausland erworbenen Qualifikationen (AST) gibt es weitere Initiativen, die auch die Validierung von informell und non-formal erworbenen Kompetenzen fördern. Bildungsberaterin und Mitarbeiterin der AST-Koordinationsstelle, Aleksandra Panek, nennt in diesem Zusammenhang in der neuen Ausgabe des Magazin erwachsenenbildung.at beispielweise die AMS-Maßnahme "Kompetenz mit System" oder die Initiative "Du kannst was!". "Kompetenz mit System" ermöglicht eine stufenweise Ausbildung zum außerordentlichen Lehrabschluss. Mit "Du kannst was!" kann man durch die Anerkennung von informell oder non-formal erworbenen Kompetenzen einen Berufsabschluss erlangen. Das Tool "Validating Integration Competences of refugees" richtet sich vor allem an Geflüchtete und hat zum Ziel, die Validierung von Integrationskompetenz zu ermöglichen. Für ErwachsenenbildnerInnen gibt es in Österreich die Zertifizierungs- und Kompetenzanerkennungsstelle wba. Sie validiert Kompetenzen und ermöglicht Abschlüsse auf zwei Stufen.

Selbstbewertung ist international eine häufig eingesetzte Methode zur Kompetenzfeststellung

Wie man Kompetenzfeststellungen im beruflichen Kontext ermöglicht, haben Alexander Petanowitsch (Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft) und der Bildungsökonom Kurt Schmid für verschiedene Länder untersucht. Häufig werde mithilfe von Portfolios gearbeitet. Dort dokumentiert man die formal, nicht-formal und informell erworbenen Kompetenzen und Qualifikationen einer Person. Dieser Ansatz sei vor allem in den angelsächsischen Ländern schon länger verbreitet.
Häufig erfolge die Kompetenzfeststellung auch über Selbstbewertungen und biographische Arbeit oder Dokumentenanalysen. Zum Teil erfolgt danach auch eine Bewertung durch ExpertInnen.

Online-Tools sind nur selten vertreten. Diese seien in ihren Möglichkeiten eher eingeschränkt, so Petanowitsch und Schmid. Als Best Practice nennen die beiden das deutsche Tool "Meine Berufserfahrung zählt!". Dieses fragt nach der Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten. Das Tool setzt stark auf Bilder und verwendet nur wenig Sprache. Das ermögliche auch, die berufsbezogenen Deutschkenntnisse zu erweitern, so Petanowitsch und Schmid.

Erfolgreiche Validierung braucht qualifiziertes Personal

Gerade bei Validierungs- und Anerkennungsverfahren, die sich auf bestimmte Berufe oder Einsatzbereiche beziehen, spiele die Qualifikation der Personen, die die Validierung durchführen, eine wichtige Rolle, so Petanowitsch und Schmid. Oft seien das BerufspraktikerInnen oder Personen, die eine spezielle Schulung für die Validierung absolviert haben. Bei der Zielgruppe der MigrantInnen sei es zudem hilfreich, wenn die Fachkräfte die entsprechende Sprache sprechen können und kulturell kompetent sind.

Schmid gibt zu bedenken, dass es für eine erfolgreiche Validierung außerdem notwendig sei, dass Zertifikate, die aus Anerkennungs- und Validierungsverfahren stammen, gleich viel wert sein müssen wie Zertifikate aus einer formalen Ausbildung. Auch die Wirtschaft müsse dies anerkennen, damit die Validierung Früchte trägt.


Weitere Informationen:


Text/Author of original article in German: Lucia Paar/CONEDU
Redaktion/Editing of original article in German: Bianca Friesenbichler/CONEDU
Bild: Pixabay-Licence,
mohamed_hassan, pixabay.com

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  • Bild des Benutzers Heike Kölln-Prisner
    Ein gutes Beispiel aus Deutschland ist die Initiative einer Reihe von Kammern, u.a. der Handelskammer Hamburg, im Projekt VALIKOM. Dort können Menschen Berufserfahrung, die sie in verschiedenen Stationen ihres Lebens gemacht haben, einbringen in ein Bewertungsverfahren und erhalten ggf. eine volle oder Teilanerkennung für einen Beruf. Die Gleichwertigkeit ist angestrebt, noch aber nicht Realität. Siehe auch :
  • Bild des Benutzers EPALE Deutschland
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