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Lernen mit WhatsApp, Chatbots und Co.

07/02/2018
Sprache: DE
Document available also in: EN FR

 

Social Messenger-Apps sind mittlerweile populärer als jeder andere Dienst. Die drei populärsten Messenger – nämlich WhatsApp, Facebook Messenger und weChat – werden von einigen Milliarden Menschen benutzt, also bald der Hälfte der gesamten Menschheit. Meist steht dabei die Kommunikation und der Informationsaustausch im Vordergrund. Dass solche Dienste auch zum Lernen eingesetzt werden können, ist weniger offensichtlich.

 

Lernen mit Mehrwert: Informationen teilen und kollaborativ diskutieren

Social Messenger-Dienste eignen sich vor allem für Lernsituationen, die konstruktivistisch oder konnektivistisch ausgelegt sind, d.h. den Lernenden ermöglichen, selbst aktiv zu werden. So bieten WhatsApp und Co. die Möglichkeit, Informationen rasch und umfangreich festzuhalten – etwa per Bild, Video oder Diktierfunktion – und diese unmittelbar zu teilen. Social Messenger-Dienste können Präsenztrainings ergänzen, indem sie etwa als Medium zum Teilen selbst erstellter Inhalte bzw. zur Abgabe von Projektergebnissen dienen und Lehrenden die Gelegenheit bieten, den Lernfortschritt der Teilnehmenden direkt mitzuverfolgen.

Gruppenchats, wie sie in allen gängigen Social Messenger-Apps eingerichtet werden können, bilden virtuelle Lernräume für den Austausch zu einem speziellen Thema. Lehrende können hier Aufgabenstellungen kollaborativ in der Gruppe diskutieren. Sind TrainerInnen Teil des Gruppenchats, können sie die Diskussion immer wieder durch textbasierte oder audiovisuelle Impulse anregen. Dass die Anwendung mobil und einfach übers Smartphone zugänglich ist, sorgt für örtliche und zeitliche Flexibilität.

 

Chatbots als Möglichkeit zum selbstgesteuerten Lernen

Einen Schritt weiter geht der Einsatz von Chatbots, d.h. textbasierten Dialogsystemen, die in der Lage sind, mit Menschen in natürlicher Sprache zu kommunizieren. Wie ausgereift die Technologie bereits ist, zeigt Jill Watson, ein Chatbot, den Ashok Goel vom Georgia Institute of Technology für eine Vorlesung über Künstliche Intelligenz programmierte und unter seine TutorInnen schmuggelte. Jills Antworten im Kursforum waren so überzeugend, dass die Studierenden monatelang nicht erkannten, dass es sich nicht um einen Menschen handelte.

Die Chatbot-Technologie machen sich beispielsweise Sprachlern-Apps wie Duolingo zunutze. Vorerst kann man drei Chatbots nutzen, um die Sprachen Spanisch, Französisch und Deutsch zu erlernen. Der Chatbot „unterhält“ sich dabei mit dem Nutzer bzw. der Nutzerin und reagiert auf dessen Nachrichten. Die ErfinderInnen begründen den Einsatz damit, dass Unterhaltungen mit Bots für viele Lernende die Hemmschwelle senken würden, sich in einer Fremdsprache zu unterhalten.

Die kostenlose App WhatsGerman richtet sich vor allem an Flüchtlinge, die die Zeit bis zu einem Deutschkurs überbrücken möchten. Diese können eine Nummer zur Kontaktliste hinzufügen und erhalten dann regelmäßig Lektionen zu den wichtigsten alltäglichen Sätzen und Phrasen zugesendet. Die Verwendung von Emojis hilft beim Verstehen der Texte und lockert die Lernsituation auf. Ein Deutschkurs soll damit nicht ersetzt, sondern vorbereitet werden.

In nicht allzu ferner Zukunft wird es für Lehrende ohne großen Aufwand und ohne spezielle Programmierkenntnisse möglich sein, selbst Chatbots zu erstellen und mit bestimmten Inhalten zu befüllen. In der betrieblichen Weiterbildung gibt es bereits Pilotprojekte wie etwa die App „Dori“ der E-Learning-Agentur Fischer, Knoblauch und Co. „Dori“ chattet mit den Lernenden und vermittelt nebenbei Wissen, das vorab im Hintergrund definiert werden kann.

 

Die Frage nach dem Datenschutz

Wer Messenger-Dienste und Chatbots zum Lernen einsetzt, muss sich auch die Frage nach dem Datenschutz stellen. Chatbots sind „intelligente“, lernende Systeme. Das heißt, dass sie die Nachrichten, die man ihnen sendet, so weit wie möglich analysieren, um die Antworten persönlich und passend gestalten zu können. Lernende sollten sich im Klaren sein, dass möglicherweise Daten über die eigene Lernleistung gespeichert und ausgewertet werden. Auch von Messenger-Diensten ist bekannt, dass diese Schwachstellen bei der Verschlüsselung von privaten Daten aufweisen.

NutzerInnen sollten sich daher zum einen vorab genau informieren, welche ihrer Daten gespeichert oder verwendet werden. Zum anderen empfiehlt es sich beim Kommunizieren über Messenger-Apps keine sensiblen, persönlichen Daten zu verraten. Werden Social Messenger-Dienste im Kurskontext eingesetzt, sollten Lehrende unbedingt darauf achten, dass die TeilnehmerInnen in Sachen Datenschutz informiert sind. Für TeilnehmerInnen, die nicht über WhatsApp und Co. kommunizieren möchten, sollten alternative Beteiligungsmöglichkeiten geschaffen werden.


Weitere Informationen:


Text/Author of original article in German: Karin Kulmer/CONEDU (link is external)

Redaktion/Editing of original article in German: Birgit Aschemann/CONEDU

 

Titelbild: CC0 https://pixabay.com

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1 - 4 von 4 anzeigen
  • Bild des Benutzers Evija Bogdana
    Mācību iespējas ar IM (instant message) palīdzību būtu atbilstošas jaunākiem cilvēkiem, kas šādas aplikācijas izmanto ikdienā un ir spējīgi ātri un efektīvi rakstīt un iesaistīties grupu diskusijās. Ja nav ieradums lietot šāda veida aplikācijas, tad arī mācību temps un kvalitāte samazinātos.
  • Bild des Benutzers Anett Szitó
    It could be a good opportunity, we just need to keep the healthy balance. Social media can not replace the real contacts between us. But it really helps a lot in everyday life, also by learning.
  • Bild des Benutzers Ruta Grenina
    The times are changing and with it, so must we, teachers. If we stubbornly refuse to introduce technology in our teaching then pretty soon our students will outgrow and outsmart us, not to mention be bored of what we have to offer. A generation already so invested and living in cyberspace, it would be foolish to attempt to take the tech out of the learning process. I believe that a tech savvy teacher is one way of making sure students gladly participate and can relate to the study process.
  • Bild des Benutzers Darja Nikolajeva
    I think social media actually promotes antisocial behavior. People are now connected all the time, it’s easier to use online interaction as a substitute for face-to-face interaction. When learning, I think it is important to have a real contact with the teacher. But, that’s our future, Chatbots, etc.